Gebrauchte Porsche

Gebrauchte Porsche für jeden Geldbeutel Gebrauchte Porsche für jeden Geldbeutel

Gebrauchte Porsche

— 21.06.2006

Porsche für jeden Geldbeutel

Porsche steht für Traumwagen. AUTO BILD verrät, wie aus dem Traum Wirklichkeit werden kann, ohne im finanziellen Desaster zu enden.

Die Folgekosten hauen ordentlich rein

Gibt es Männer, die nicht von einem Porsche träumen? Wohl kaum. Fast alle träumen von der Sportwagen-Legende aus Stuttgart, vom klassischen 911 – seit 1964 der Inbegriff des typischen Porsche mit Sechszylinder-Boxer-Motor im Heck. Die ab 1976 eingeführten Frontmotor-Modelle mit vier oder acht Zylindern kommen da imagemäßig bei weitem nicht mit, obwohl sie sich objetiv betrachtet deutlich besser, sprich komfortabler, fahren.

Erst der ab 1996 angebotene Boxster wird als kleiner Bruder des Carrera – wie der 911 korrekt heißt – akzeptiert. Was den Gebrauchtkäufer ärgert, schließlich ist der Werterhalt damit ähnlich gut wie beim 911. Bei etwa 18.000 Euro liegt die Schwelle für einen Boxster, dafür sollte ein 1998er mit gerade noch fünfstelligem Kilometerstand und ein paar Komfort-Extras zu finden sein. Warum also zögern und das Leben in Kompaktwagen vertrödeln?

Weil die Folgekosten nicht zu vernachlässigen sind. Auch wenn die Porsche-Motoren im Vergleich zu ihrer Leistung sparsam sind – absolut betrachtet sind keine TDI-Verbräuche erzielbar, und ab Baujahr 1995 darf es zudem gern das teure Super plus sein. Dazu hat beispielsweise ein Boxster 8,25 Liter Ölinhalt, die alle 20.000 Kilometer gewechselt werden müssen. Selbst Porsche-Händler auf dem flachen Land nehmen für einen Pflegedienst kaum weniger als 500 Euro. Und schließlich sind Porsche auch bei Ganoven begehrt, was die recht saftigen Versicherungsklassen erklärt. Eine Ausnahme von dieser Regel macht nur der 924, der so etwas wie den Golf II unter den Porsche darstellt – hält ewig und ist preiswert zu reparieren. Ab Modelljahr 1982 ist er zudem verzinkt, so daß Rost wenigstens bei halbwegs gepflegten und unfallfreien Fahrzeugen kein Problem ist.

Ab 1975 deutlich rostbeständiger

Beim Elfer sollte Korrosion bereits seit Baujahr 1975 kein Problem mehr sein. In der Praxis aber wurden die feuerverzinkten Bleche seiner verwinkelten Karosserie nur selten optimal verarbeitet, außerdem waren die Winter bis Ende der 80er deutlich streusalzhaltiger. Durchrostungen sind daher keine Seltenheit.

Günstigste Möglichkeit, einen Elfer zu fahren, sind die Carrera 2 und 4, die 1989 herauskamen und Porsches Neuzeit einläuteten. Denn erstmals gab es den Heckmotor-Klassiker mit ABS und Servolenkung in Serie und Airbags gegen Aufpreis. Allerdings ist diese intern 964 getaufte Baureihe nur so preiswert, weil sie unter Fans einen schlechten Ruf genießt: Motorschäden und Probleme im Bereich Antrieb und Kupplung verursachen teure Reparaturen.

Das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis bietet daher der Nachfolger, der 1993 als 993 auf den Markt kam. Er ist so standfest, wie von Porsche gewohnt. Was die zwölf Jahre alten Fahrzeuge mit niedrigem Tachostand mindestens 30.000 Euro teuer macht. Diese Summe sollte auch einkalkulieren, wer einen Porsche 911 aus der ersten Serie zwischen Baujahr 1964 und 1973 auf der Einkaufsliste hat. Die Preise haben abgehoben, entsprechen nicht dem reellen Wert. Und richtig alltagstauglich ist so ein Sensibelchen ebenfalls kaum, dagegen sprechen schon die 16 bis 20 Liter Verbrauch und die schwierig zu justierenden Vergaser.

Eher unter Wert wird der 928 verkauft. Einen GTS aus den frühen 90ern gibt es ab 10.000 Euro. Der verbraucht zwar kaum weniger als ein 911er, liefert dafür aber auch 350 PS und gibt sich auf Langstrecke mit seiner satten Straßenlage und dem brabbelnden Achtzylinder viel beruhigender als die leichteren Geschwister. In der Porsche-Gemeinde spielt er heute aber das Mauerblümchen, geträumt wird nur vom 911.

Porsche 924 (1976–1988)

Sein Ruf als Langzeitauto hat sich herumgesprochen – 924 mit niedrigem Kilometerstand werden knapp. Möhren gibt es ab 400 Euro, empfehlenswerte mit intakter Mechanik kosten ab 2000 Euro. Wichtig: Ab Modelljahr 1982 ist der 924 verzinkt, hat die Rostprobleme der frühen Jahre weitgehend abgelegt. Und wer den brummigen Audi-Vierzylinder nicht mag, nimmt einen 924 S ab Baujahr 1986 mit dem auf 150 PS (ab 8/87: 160 PS) gedrosselten 944-Motor und Katalysator. Die guten Seiten des 924: sehr stabile Karosserie, ausgezeichnetes Handling und unter der Glaskuppel im Heck ausreichend Kofferraum. Die schlechten: Gebrauchtteile werden knapp, vor allem das häufig rissige Armaturenbrett.

Schwachstellen: Häufigstes Problem sind ausgeschlagene Traggelenke der Vorderachse, hinten werden eher die Buchsen der Schräglenker porös. Bei dem Alter der Baureihe kein Wunder: Ölverlust am Motor, seltener am Getriebe.Teuer: Defekte Lager der Transaxle-Welle, die sich als drehzahlabhängiges Brummen unterm Auto outen. Typisch Schlafaugen: ausgeschlagene Aufhängung der Klappscheinwerfer.

Technische Daten: Bauzeit: 1976 bis 1988, Motoren: zunächst 125 PS, ab 8/85 150 PS, ab 1/86 mit G-Kat (ohne Turbo und GT) • Unterhaltskosten (Porsche 924, 125 PS):Testverbrauch: 11,2 l Super/100 km • Inspektion: 300 bis 600 Euro • Haftpflicht (14): 669 Euro • Teilkasko (19): 161 Euro • Vollkasko (21): 988 Euro • Kfz-Steuer (o. Kat): 508 Euro

Ersatzteilpreise:Lichtmaschine (AT): 400 Euro • Anlasser (AT): 300 Euro • Wasserpumpe: 190 Euro • Zahnriemen: 240 Euro • Endschalldämpfer: 400 Euro • Kotflügel vorn, lackiert: 550 Euro • Bremsscheiben u. -klötze vorn: 500 Euro

Fazit von Hajo Mau, AUTO BILD-Fotograf und schon ewig 924-Fan: "Diesen roten 924 von 1982 habe ich kürzlich für 1800 Euro gekauft, als ich schnell ein Auto benötigte. Bisher hat er mich nicht enttäuscht, nur die leckende Wasserpumpe muß der Schrauber meines Vertrauens demnächst mal erneuern. Ich hatte vor 15 Jahren schon mal einen, der lief ebenfalls völlig problemlos. Das sind wirklich dankbare Autos."

Porsche 911 Typ 993 (1993–1998)



Er gilt als der problemloseste 911 der letzten Baujahre, Vorgänger und Nachfolger bereiten ihren Fahrern deutlich mehr Ärger. Zudem ist der 993 der letzte Luftgekühlte, was ihm einen Ehrenplatz in der 911-Loge einbringt und den Fans den typisch heiseren 911-Sound. Die Mehrzahl besitzt Allradantrieb und Automatik, Puristen wählen lieber einen leichteren, handgeschalteten Hecktriebler. Ob der 3,6-Liter-Boxer nun 272 oder – ab August 1995 – 285 PS leistet, ist im Alltag unerheblich. Es ist stets genügend Leistung da.

Schwachstellen: Teuerstes und daher wichtigstes Ärgernis ist auch an diesem Elfer Ölverlust an der Nahtstelle zwischen den Motorhälften, allerdings deutlich seltener als bei den jüngeren Modellen. Für ein so schnelles Auto normal: Verschleiß an der Bremsanlage. Selten, aber nicht ausgeschlossen: defekte Traggelenke und einseitig wirkende Handbremse.

Technische Daten: Bauzeit: 1993 bis 1998, Motoren: 272 und 285 PS, Turbo (1995–1998) mit 408 PS • Unterhaltskosten Porsche 911, 272 PS:Testverbrauch: 13,4 l Super/100 km • Inspektion: 500 bis 800 Euro • Haftpflicht (14): 669 Euro • Teilkasko (29): 542 Euro • Vollkasko (31): 3033 Euro • Kfz-Steuer (Euro 2): 265 Euro

Ersatzteilpreise:Lichtmaschine (AT): 750 Euro • Anlasser (AT): 680 Euro • Wasserpumpe: entfällt • Zahnriemen: entfällt • Endschalldämpfer: 735 Euro • Kotflügel vorn, lackiert: 1640 Euro • Bremsscheiben u. -klötze vorn: 620 Euro

Fazit von Bendix Crohn, 993-Fahrer aus Passion: "Den 993 aus dem Baujahr 1993 habe ich 2001 für 79.500 Mark gekauft. Heute, fünf Jahre und 55.000 Kilometer später, würde ich für ihn 35.000 Euro bekommen. Der Wertverlust hält sich also in Grenzen. Und die Marktsituation läßt erwarten, daß die Preise eher wieder steigen. Zugeständnisse verlangt höchstens der kleine Kofferraum – eine normale Wasserkiste paßt leider nicht hinein."

Porsche 911 (1964–1973)



Klassische Elfer sind ab 20.000 Euro im Angebot. Dafür gibt es echte Gurken mit dem typischen Elfer-Mangel: Ölverlust am Motor. Wer ihn zerlegen und abdichten läßt, ist anschließend um 10.000 Euro ärmer und darf sich dann um die Überholung der Vergaser-Anlage oder der mechanischen Benzineinspritzung kümmern. Die mit weiteren 4000 Euro zu Buche schlägt. Zusatzproblem: Rost. Überall und in allen Variationen. Den zu beseitigen, wird dann richtig teuer.

Fazit von Wolfgang Blaube, Porsche-Experte: "Die frühen Modelle bis zum Erscheinen des G-Modells Ende 1973 sind nur etwas für echte Fans. Sie sind hart, laut und zickig. Einziger Trost: Der Wertzuwachs war in den letzten Jahren besser als bei fast jeder Geldanlage."

Porsche Boxster (1996–2004)

Unter allen gebrauchten Porsche ist er die Wahl der Vernunft. Weil der Preis paßt, die Unterhaltskosten nicht arm machen, und die Belüftung perfekt ist – denn der Boxster ist vor allem ein Cabrio. Und der Imageverlust gegenüber einem 911 ist vernachlässigbar, falls dies eine Rolle spielt. Wichtiger ist die Motorisierung: Die frühen 2,5-Liter benötigen hohe Drehzahlen, die 1999 eingeführten 2,7-Liter ziehen unten viel besser durch. Auch ohne an der Tankstelle kräftiger hinzulangen.

Schwachstellen: Ärgerlich: Defekte Kurbelwellen-Dichtringe, die Porsche aber auf dem Kulanzweg ersetzt. Vereinzelt undichte Kühlsysteme, infolgedessen auch Motorschäden. Elektrikprobleme im Bereich Kraftstoffpumpe und Wegfahrsperre, ein Rückruf betraf 1997 den Zündschalter.

Technische Daten: Bauzeit: 1996 bis 2004, Motoren: Sechszylinder-Boxer von 204 bis 260 PS • Unterhaltskosten Porsche Boxster, 204 PS:Testverbrauch: 11,6 l SP/100 km • Inspektion: 400 bis 700 Euro • Haftpflicht (14): 669 Euro • Teilkasko (24): 275 Euro • Vollkasko (28): 1972 Euro • Kfz-Steuer (Euro 3): 169 Euro

Ersatzteilpreise:Lichtmaschine: 940 Euro • Anlasser (AT): 430 Euro • Wasserpumpe: 360 Euro • Zahnriemen: entfällt • Endschalldämpfer: 700 Euro • Kotflügel vorn, lackiert: 750 Euro • Bremsscheiben u. -klötze vorn: 460 Euro

Porsche 928 (1977–1995)

Der Bulle unter den Porsche. Wir raten zu einem S4 ab Baujahr 1987 oder gleich einem GTS. Die Technik ist bei etwas Zuwendung kaum umzubringen, nur die Kupplung ist leicht überfordert. Tip: Automatik, die paßt sowieso besser zum komfortablen Charakter des sanften Riesen. Wer federleichtes Handling bevorzugt, der könnte allerdings enttäuscht sein – der 928 will lieber geradeaus.

Schwachstellen: Achillesferse der 4,5 bis 5,4 Liter großen V8 ist ihr zwei Meter langer Zahnriemen. Wenn die Werkstatt hier pfuscht, wird schnell ein AT-Motor zu 22.000 Euro fällig. Ebenfalls teuer: Ölverlust am Motor sowie an den Automatikgetrieben. Logisch beim Gewicht von 1,6 Tonnen und 275 km/h Spitze: hoher Bremsenverschleiß. Aufs gleiche Konto gehen auch defekte Spurstangen.

Technische Daten: Bauzeit: 1977 bis 1995, Motoren: 4,5- bis 5,4-l-V8, 240 bis 350 PS • Unterhaltskosten Porsche 928 S4, 320 PS:Testverbrauch: 15,5 l Super/100 km • Inspektion: 600 bis 1400 Euro • Haftpflicht (16): 752 Euro • Teilkasko (28): 436 Euro • Vollkasko (29): 2273 Euro • Kfz-Steuer (Euro 1): 757 Euro

Ersatzteilpreise:Lichtmaschine (AT): 950 Euro • Anlasser (AT): 720 Euro • Wasserpumpe (AT): 790 Euro • Zahnriemen: 560 Euro • Endschalldämpfer: 330 Euro • Kotflügel vorn, lackiert: 1040 Euro • Bremsscheiben u. -klötze vorn: 620 Euro

Porsche 944 (1982–1991)



Einen wesentlichen Makel des 924 hatte Porsche beim 944 ausgeräumt: Er hatte einen echten Porsche-Motor, den halbierten V8 des 928. Zunächst 2,5 Liter groß und 160 PS stark, wuchs er im S2 zum weltgrößten Vierzylinder mit 3,0 Litern und 211 PS. Unterschiede zum 924 machen auch die breiteren Kotflügel und das eigenständige Armaturenbrett aus, zudem gab es ab 1989 auch ein Cabrio. Ebenfalls ein Tip: der Nachfolger 968.

Schwachstellen: Poltern an der Vorderachse liegt oft an ausgeschlagenen Spurstangengelenken, die 2,5-Liter haben oft Probleme mit durchgebrannten Zylinderkopfdichtungen. Vorsicht vor zu niedrigem Ölstand, dann läuft das Pleuellager des zweiten Zylinders aus. Doch häufiger kommt es zu Motorschäden wegen gerissener Zahnriemen.

Technische Daten: Bauzeit: 1982 bis 1991, Motoren: 2,5- und 3,0-l-Vierzylinder, 160 bis 211 PS. 2,5-l-Turbo, 220 und 250 PS • Unterhaltskosten Porsche 944 Turbo, 220 PS: Testverbrauch: 12,3 l Super/100 km • Inspektion: 400 bis 800 Euro • Haftpflicht (16): 752 Euro • Teilkasko (27): 397 Euro • Vollkasko (27): 1685 Euro • Kfz-Steuer (Euro 1): 379 Euro

Ersatzteilpreise:Lichtmaschine (AT): 690 Euro • Anlasser (AT): 440 Euro • Wasserpumpe: 790 Euro • Zahnriemen: 380 Euro • Endschalldämpfer: 940 Euro • Kotflügel vorn, lackiert: 970 Euro • Bremssch eiben u. -klötze vorn: 610 Euro

Autor: Hendrik Dieckmann

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