Gebrauchte Sportcoupés für 10.000 Euro — 17.08.2008

Die besten Sportwagen für 10.000 Euro

Sportliche Coupés, die Spaß machen. Klar, dass man da an Porsche und Ferrari denkt. Aber es geht auch günstiger, schon für weniger als 10.000 Euro gibt es die volle Ladung Sport.

Mario Puksec ist mächtig stolz. Meist äußert sich das morgens, auf dem Weg zur Arbeit. Dann sitzt der Mediengestalter aus Hamburg breit grinsend in seinem neuen Traumwagen, einem BMW Z3 Coupé. Der "Turnschuh", wie seine Fans ihn liebevoll nennen, ist die geschlossene Version des Kult-Cabrios Z3. Und schon jetzt ein automobiler Klassiker. Das liegt daran, dass man ihn im Straßenbild äußerst selten zu Gesicht bekommt. Dabei ist er eine imposante Erscheinung: "An seinem Design kann ich mich einfach nicht sattsehen", sagt Mario. "Dazu die bewährte BMW-Technik, mit Reihensechszylinder und Hinterradantrieb. Für mich ist das Z3 Coupé der perfekte Sportwagen."

Premium-Coupés zu einem Drittel des Neupreises

Fit wie ein Turnschuh: markant geformtes Z3 Coupé, hier ein 3.0i.

Und günstig ist der Bayern-Beau auch noch: Exemplare mit 2,8-Liter-Motor und weniger als 120.000 Kilometern gibt es schon für rund 10.000 Euro. Damit passt der BMW in jene Gruppe, die für viele Autofans jetzt ein ganz heißer Tipp ist: Sportwagen zum Spartarif. So ein Z3 Coupé kostete vor acht Jahren mindestens 33.000 Euro, für viele damals unerschwinglich. Anderes Beispiel: Der Audi TT mit 1,8 Liter starkem Turbomotor. 2001 verlangten die Ingolstädter 30.500 Euro für ihre Design-Ikone. Beim Gebrauchtwagenhändler stehen gute Exemplare heute für weniger als 10.000 Euro.

In den Coupés steckt solide Großserientechnik

Darf es ein bisschen mehr Extravaganz sein? Ein Jaguar XK8 Coupé kostete vor zehn Jahren mindestens 60.000 Euro. Und heute? Mit etwas Durchhaltevermögen und Glück finden Fans Modelle mit nachvollziebarer Historie, aber hoher Kilometerleistung schon für 12.000 Euro. Und können sich den Traum vom Sportcoupé erfüllen. Mit seinen 284 PS spielt der Jaguar aber leistungsmäßig in einer anderen Liga. Denn wir haben überwiegend Sportwagen zusammengestellt, die um die 200 PS unter der Haube haben. Und diese Autos basieren meist auf den Volumenmodellen der Hersteller. Der Audi TT etwa hat die Plattform des VW Golf. Oder das Fiat Coupé – es ist nichts anderes als ein sportlicher Bravo. Und dass der Toyota Celica ganz viel Technik des Carina an Bord hat, Fachleute wissen das – doch keiner sieht's.

Schon früher entstanden auf diese Weise Sportler, die eine breite Masse begeisterten. Der erste VW Scirocco etwa erblickte zwar bei Karmann in Osnabrück das Licht der Welt, war aber nichts anderes als ein Golf in sportlicher Hülle. Und der Opel Manta, der im September 1970 zu den Händlern rollte, war technisch identisch mit dem Ascona A. Zurück zu den Sportwagen um 10.000 Euro. Was macht sie eigentlich so sportlich? Ist es die Form? Oder der Motor? Gar der Antrieb? Für BMW-Fahrer sicher Letzteres. "Ich würde mir nie so einen Frontkratzer wie den Audi TT kaufen", sagt "Turnschuh"-Fahrer Mario. Und macht klar, was den perfekten Sportwagen für ihn ausmacht: Eine aufregende Hülle, ganz viel Kraft, die von hinten kommt, und ein drehfreudiger Motor. Nachfolgend stellen wir die interessantesten Sportwagen um 10.000 Euro vor.

Form, Kraft, Antrieb: Das macht den echten Sportler aus

Deshalb nahm Mario Puksec auch nicht das erstbeste Schnäppchenangebot mit 193 PS, sondern legte noch ein paar Scheine drauf und freut sich jetzt über sein 231-PS-Coupé. Doch ganz egal wie stark, ob mit Hinterrad-, Front- oder Allradantrieb, aus Deutschland, England, Italien, Japan oder Südkorea: Sportwagen, die Spaß machen, müssen nicht Porsche heißen. Und auch nicht viel mehr als 10.000 Euro kosten.

BMW Z3 Coupé (Typ E36/8)

Das Design des BMW Z3 Coupés ist außergewöhnlich, Verwechslung ausgeschlossen.

Mit dem 1998 eingeführten Z3 Coupé begann eine Epoche umstrittenen BMW-Stylings. Vielleicht war das Auto seiner Zeit aber auch nur voraus, denn heute sind als Shooting Brake oder Sportback bezeichnete Kompaktkombis schwer angesagt. Nur knapp 18.000 Stück (davon nur knapp 7000 für Deutschland) wurden bis 2002 gebaut – bei Preisen ab 33.000 Euro. Zu den Schwachstellen des nur mit Sechszylindern von 2,8 bis 3,3 Liter gebauten Coupés gehört die Vorderachse mit den schnell ausgeschlagenen Querlenkerlagern. Abhilfe: stabilere Teile aus dem Zubehör. Infos dazu unter www.meyle.com. Fensterheber und Klimaanlage gelten als anfällig. Der TÜV bemängelt mitunter schief ziehende Handbremsen. Bei schnellen Autos immer ein Problem: Verschleiß an Reifen und Bremsen sowie, abhängig vom Talent des Fahrers, auch der Kupplung. ESP in Serie hatten nur der 3.0i ab April 2001 und die letzten M-Coupés.

Technische Daten BMW Z3 Coupé 2.8i • Hubraum 2793 ccm • Leistung 142 kW/193 PS • Drehmoment 280 Nm bei 3500 U/min. • Höchstgeschwindigkeit 231 km/h • Verbrauch 12,3 Liter Super/100 km • bei Laufleistungen bis 120.000 km ab 10.000 Euro • AUTO BILD-Urteil: sehr empfehlenswert.

Audi TT (Typ 8N)

Der kantenfreie Audi TT basiert technisch auf dem VW Golf IV. Vorsicht vor chipgetunten Autos!

Audis Kompakt-Sportler gehört zu den ganz soliden, verlangt aber trotzdem Sorgfalt bei der Suche. Denn im unteren Preissegment ab 8000 Euro tummeln sich doch recht viele Gurken, deren Kauf sich bei Audis wenig zurückhaltenden Ersatzteilpreisen schnell als Fehlinvestition erweisen kann. Also auf seriösen Vorbesitz achten und am besten eine Gebrauchtwagen-Garantie abschließen. Zu den wenigen typischen Schwächen gehört der oft defekte Luftmassenmesser. Fatal: Er kann das Kraftstoff-Luft-Gemisch abmagern, dann drohen Überhitzungsschäden. Ebenfalls muss unbedingt der Zahnriemen geprüft werden. Spätestens alle 90.000 Kilometer erneuern, sonst drohen teure Motorschäden. Häufig gibt es Turboladerschäden, meistens als Folge von Chiptuning. Fahrwerk und Bremsen hingegen sind sehr standfest, zeigen allenfalls fahrstilabhängigen Verschleiß.

Technische Daten Audi TT 1.8 T • Hubraum 1781 ccm • Leistung 132 kW/180 PS • Drehmoment 235 Nm bei 1950 U/min. • Höchstgeschwindigkeit 228 km/h • Verbrauch 10,9 Liter Super Plus/100 km • bei Laufleistungen bis 125.000 km ab 8000 Euro • AUTO BILD-Urteil: sehr empfehlenswert.

Nissan 200 SX

In Japan wurde der 200 SX als Nissan Silvia verkauft und gilt dort als feste Rennsport-Größe.

Bei uns ist der Nissan 200 SX eher ein Underdog, auf der anderen Seite der Erdkugel jedoch eine feste (Rennsport-)Größe. Bissige 200 Turbo-PS aus dem Zweiliter-Sechzehnventiler, Hinterradantrieb und die einzig im Fahrerfuß befindliche Schlupfregelung schränkten seine Verbreitung bei uns weiter ein. Dafür sind typische Probleme selten – außer Turbolader, den Turboladerdichtungen und vereinzeltem Ölverlust sind keine außerordentlichen Schwachstellen zu verzeichnen. Das Fahrwerk ist solide, bei älteren Fahrzeugen zeigen sich jedoch allmählich poröse Lagergummis. Preislich attraktiv sind die ab 1997 angebotenen Sondermodelle Sportline, Racing und Edition.

Technische Daten Nissan 200 SX • Hubraum 1998 ccm • Leistung 147 kW/200 PS • Drehmoment 265 Nm bei 4800 U/min. • Höchstgeschwindigkeit 235 km/h • Verbrauch 13,2 Liter Super/100 km • bei Laufleistungen bis 100.000 km ab 10.000 Euro • AUTO BILD-Urteil: empfehlenswert.

Coupé Fiat 2.0 20V

Optisch wirkt das Coupé Fiat rassig und kraftvoll, leider nervt der launische Italiener mit vielen Mängeln.

Der rassige Coupé Fiat ist zwar optisch sehr interessant, aber leider technisch unzuverlässig. Denn zahlreiche Mängel sorgen für unerfreulich viele Werkstattkontakte, von defekten Spurstangen und Traggelenken im Fahrwerk über Ölverlust an Motor und Getriebe bis hin zu festgegammelten Bremssätteln. Die Krönung ist der alle 75.000 Kilometer fällige Zahnriemenwechsel – er dauert beim Fünfzylinder 14 Stunden, weil der Motor abgesenkt werden muss. Es soll zwar Künstler geben, die das bei eingebautem Motor erledigen. Aber dabei besteht die große Gefahr, den Riemen zu quetschen – und so erst recht einen Motor-Totalschaden zu programmieren.

Technische Daten Coupé Fiat 2.0 20V • Hubraum 1998 ccm • Leistung 162 kW/220 PS • Drehmoment 310 Nm bei 2500 U/min. • Höchstgeschwindigkeit 250 km/h • Verbrauch 10,9 Liter Super/100 km • bei Laufleistungen bis 100.000 km ab 4000 Euro • AUTO BILD-Urteil bedingt empfehlenswert.

Toyota Celica 1.8 TS

Der Toyota Celica leidet nicht an konstruktiven Mängeln, sondern an zu sportlicher Fahrweise seiner Fahrer.

Der bei uns von 1999 bis 2006 angebotene Toyota Celica vom Typ T23 ist die letzte von sieben Sportwagen-Generationen der Japaner. Im 1.8 TS dreht sich die Kurbelwelle für 192 PS wahnwitzige 7800-mal pro Minute, trotzdem ist es um die Durchzugskraft gut bestellt. Probleme kennt der Celica kaum, allerdings auch kein ESP. Vereinzelt wird mal die Wasserpumpe undicht oder vibriert sich ein Hitzeschutzblech am Auspuff locker, das war es aber schon. Das Fahrwerk ist nahezu unzerstörbar, nur die Bremsen neigen bei sportlicher Fahrweise zum Rubbeln. Abhängig vom Fahrstil ist auch die Lebensdauer der Kupplung – oft macht sie reichlich früh schlapp.

Technische Daten Toyota Celica 1.8 TS • Hubraum 1796 ccm • Leistung 141 kW/192 PS • Drehmoment 180 Nm bei 6800 U/min. • Höchstgeschwindigkeit 225 km/h • Verbrauch 8,9 Liter Super/100 km • bei Laufleistungen bis 80.000 km ab 12.500 Euro. • AUTO BILD-Urteil: empfehlenswert.

Alfa Romeo GTV 3.0 V6

Die Keilform-Optik des Alfa GTV ist unverwechselbar, der GTV leidet jedoch unter Getriebeschäden und Elektrikproblemen.

Una bella Macchina ist der Alfa GTV, aber auch ganz schön zickig. Wobei der V6 als Dreiliter noch das geringste Übel darstellt: durstig zwar, aber auch relativ zuverlässig. Zumindest mechanische Schäden treten nur selten auf. Häufig dagegen sind die zahlreichen Elektrikleiden des GTV, von Kraftstoffpumpe und Wegfahrsperre über die Lichtmaschine bis zur Batterie. Dazu gesellen sich nicht selten Getriebeschäden, oft als Folge einer verzogenen und daher schlecht trennenden Kupplung. Wenn die Schaltung also hakt und Fetten nicht hilft – Werkstatt aufsuchen. Oft kommt es auch zu Überhitzungen wegen Wasserverlusts.

Technische Daten Alfa Romeo GTV 3.0 V6 • Hubraum 2959 ccm • Leistung 162 kW/220 PS • Drehmoment 270 Nm bei 5000 U/min. • Höchstgeschwindigkeit 240 km/h • Verbrauch 11,8 Liter Super/100 km • bei Laufleistungen bis 120.000 km ab 5500 Euro • AUTO BILD-Urteil: bedingt empfehlenswert.

Hyundai Coupé 2.7 V6

Das Hyundai Coupé ist zwar ganz ansehlich, lässt dafür jeden technischen Feinschliff vermissen.

Wie zu erwarten war, ist das erst 2002 eingeführte Hyundai Coupé ein Preisknüller mit ansehnlichem Auftritt. Dafür lässt es den Feinschliff eines Audi oder BMW vermissen. Auch wirkt der V6 reichlich zahnlos. Früher tröstete noch, dass er sich nur Normalbenzin genehmigt – was heute wegen des Rückzugs der Sorte kein Argument mehr ist. Dafür erfreut die sehr gute Zuverlässigkeit: Im AUTO BILD-Kummerkasten ist dieses Auto unbekannt, und auch andere Erfahrungsberichte fallen überwiegend positiv aus. Auf der Straße hält das Hyundai Coupé keine bösen Überraschungen bereit, ESP wurde allerdings erst mit dem Facelift Anfang 2007 eingeführt.

Technische Daten Hyundai Coupé 2.7 V6 • Hubraum 2656 ccm • Leistung 123 kW/167 PS • Drehmoment 245 Nm bei 4000 U/min. • Höchstgeschwindigkeit 220 km/h • Verbrauch 11,2 Liter Normal/100 km • bei Laufleistungen bis 100.000 km ab 8500 Euro • AUTO BILD-Urteil: empfehlenswert.

Mitsubishi 3000 GT

Teurer Unterhalt: Bi-Turbo und teure Zahnriemenwechsel machen den Mitsubishi 3000 GT zum Pflegefall für Fans.

Wer erninnert sich noch? Der Mitsubishi 3000 GT war 1994/95 der Dienstwagen von Kaiser Franz, es gab sogar eine Beckenbauer-Edition. Nur kaufen wollte den Nippon-Ferrari kaum einer. Die fast 60.000 Euro waren zu viel für einen mit zwei Turboladern gedopten Pajero-Motor, Allradantrieb und -lenkung sowie ein unpräzises Fahrverhalten. Als Mangel hat sich neben den Turboladern der Zahnriemen herausgestellt, was aber eher am Preis für diesen liegt. Denn frühe Exemplare des 3000 GT werden zu einem Kurs notiert, in dem ein Zahnriemenwechsel dem wirtschaftlichen Totalschaden gleichkommt. Den Rest besorgt der immense Durst – also nur etwas für Fans.

Technische Daten Mitsubishi 3000 GT • Hubraum 2972 ccm • Leistung 210 kW/286 PS • Drehmoment 407 Nm bei 3000 U/min. • Höchstgeschwindigkeit 250 km/h • Verbrauch 15,3 Liter Super/100 km • bei Laufleistungen bis 120.000 km ab 10.000 Euro • AUTO BILD-Urteil: bedingt empfehlenswert.

Jaguar XK8

Der Jaguar XK8 ist besser als sein Ruf: Als sensibel gelten nur die Automatikgetriebe und die Elektronik.

Einen echten Jaguar für etwas mehr als 10.000 Euro? Mit V8-Motor und Ledersitzen? Das gibt es – allerdings sollte solch eine Anschaffung nicht auf der letzten Rille des Dispokredits getätigt werden. Denn erfahrungsgemäß kommen auch beim XK8 Reparaturen vor, und Verschleißteile – wie 245er-Reifen – werden ebenfalls nicht verschenkt. Doch das Risiko ist überschaubarer, als es das Image der Marke verheißt. Allenfalls die Automatikgetriebe bis Baujahr2003 gelten als sensibel. Gegen Elektronikmacken ist ohnehin keine Marke gefeit. Und gegen Rost ist der XK gut geschützt, den haben wir selbst an 96er-Baujahren vergeblich gesucht.

Technische Daten Jaguar XK8 • Hubraum 3996 ccm • Leistung 209 kW/284 PS • Drehmoment 375 Nm bei 4250 U/min. • Höchstgeschwindigkeit 251 km/h • Verbrauch 13,8 Liter Super/100 km • bei Laufleistungen bis 120.000 km ab 12.000 Euro • AUTO BILD-Urteil: empfehlenswert.

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Hendrik Dieckmann

Fazit von Hendrik Dieckmann, AUTO BILD-Gebrauchtwagen-Experte

"Fahrzeuge wie diese werden kaum aus wirtschaftlichen Erwägungen gekauft. Trotzdem gilt es, die Gesamtkosten nicht aus den Augen zu verlieren. Dann wird das außergewöhnliche BMW Z3 Coupé aber plötzlich so interessant wie der Jaguar XK: Weil beide ihren größten Wertverlust bereits hinter sich haben. Für sie wie für alle Modelle gilt: Ist der Preis auch reizvoll, sollte vom Kauf verbastelter, getunter oder abgerittener Exemplare Abstand genommen werden".

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