Gebrauchte Sportler für 15.000 Euro

Ford Focus ST Opel Astra GTC

Gebrauchte Sportler für 15.000 Euro

— 03.05.2009

Die kompakten Spaßmacher

GTI – das ist die Formel für Fahrspaß. AUTO BILD zeigt die besten Familien-Sportler für faires Geld. VW Golf GTI, Ford Focus ST und Ope Astra GTC sind die Platzhirsche in ihrem Segment, doch es gibt spannende Alternativen.

Natürlich träumt jeder echte Junge von einem Porsche. Doch gekauft wird seit 1976 eher ein GTI. Diese drei Buchstaben sprechen für sich, niemand muss erklären, dass es sich um einen VW Golf handelt. So war das schon 1976, und so ist es wieder seit Oktober 2004, als VW nach ein paar lieblosen Halb-GTI wieder Mut zur echten Sportlichkeit zeigte und die fünfte Generation des Golf mit den drei magischen Buchstaben krönte. Heute, fast fünf Jahre nach Einführung des Golf V GTI, purzeln die Preise auf bezahlbares Niveau. Aber auch die Konkurrenz von Opel, Ford und Co. baut(e) tolle Spaßmacher. AUTO BILD zeigt sie und sagt, worauf Käufer achten müssen.

VW Golf V GTI: Schottenkaro zum Spartarif

Den bissigen Golf V GTI mit 200 PS gibt es seit November 2004.

Charakteristisch für den ersten GTI von 1976 waren die genialen Sportsitze mit dem Schottenkaro-Muster. Die hat GTI Nummer fünf auch. Doch von 200 Turbo-PS und einem solch brillanten Fahrwerk wagten Fans früher nicht einmal zu träumen. Damals wie heute begehrter GTI: der Pirelli. Der neue kam Ende 2007 heraus, hat 230 PS und, na klar, Pirelli-Reifen. Ein kurzer Dreh am Zündschlüssel weckt den Wolf unter der Haube. Er knurrt einmal laut auf, dann scheint er sich wieder hinzulegen. Doch der GTI ist wach, reagiert spontan aufs Gas, ohne hypernervös zu wirken. Schaltung und Lenkung wirken mit sämiger Präzision, der Wunsch nach ein paar einsamen, kurvigen Landstraßenkilometern kommt auf. Die nimmt der zweitstärkste Golf – ein R32 leistet 184 kW/250 PS – mit sportlicher Exaktheit unter die Räder, unterlässt aber prolliges Getöse. Der Ton ist kernig, aber dezent. Selbst Langstrecken locken im GTI – wie damals.

Ganz wichtig bei GTI & Co: seriöser Vorbesitzer

Gar nicht kleinkariert: Die Sitze sind ausgezeichnet konturiert, wackeln aber mitunter in ihren Führungen.

Der Golf V ist nah dran am perfekten Auto – der GTI noch etwas näher. Weil der Motor viel Kraft hat, ohne damit zu prahlen; weil das Fahrwerk sportliche Qualitäten zeigt, ohne die Bandscheiben zu quälen. Vorbildlich: die Schaltung. Und trotzdem lieber nach einem GTI mit der wunderbaren DSG-Automatik suchen – sie ist das Sahnehäubchen auf diesem Leckerbissen. Größtes Problem des GTI sind wie bei jedem heißen Kompakten die Vorbesitzer. Denn auch ein technisch solides Auto wie der Golf V nimmt Kaltstarts im roten Bereich oder Chiptuning irgendwann übel. Ansonsten nervt höchstens die schwankende Verarbeitungsqualität: Manche GTI bleiben auf welliger Straße völlig stumm, andere klappern wie eine Sammeldose der Heilsarmee.
Fazit: Die Stärke des GTI ist seine Ausgewogenheit. Er klebt auf dem Asphalt, geizt aber nicht am Komfort; der Motor reißt oder bummelt, so wie es ihm der rechte Fuß befiehlt. Mehr geht nicht. AUTO BILD-Urteil: besonders empfehlenswert.
Kosten und technische Daten VW Golf V GTI
Hubraum 1984 ccm
Leistung 147 kW/200 PS
Drehmoment 280 Nm bei 1800 U/min
Höchstgeschwindigkeit 235 km/h
Baujahr Testwagen 2005
Kilometerstand Testwagen 50.000
Preis Testwagen 14.500 Euro
Unterhaltskosten
Testverbrauch 9,6 Liter Super plus
Inspektion 220 bis 480 Euro
Haftpflicht (Klasse 15) 493 Euro
Teilkasko (Klasse 26) 260 Euro
Vollkasko (Klasse 20) 740 Euro
Kfz-Steuer (Euro 4) 135 Euro
Ersatzteilpreise inklusive Montagelohn und 19% MwSt.
Lichtmaschine (Austausch) 425 Euro
Anlasser (Austausch) 345 Euro
Wasserpumpe 330 Euro
Zahnriemen 480 Euro
Endschalldämpfer 380 Euro
Kotflügel vorn, lackiert 445 Euro
Bremsscheiben und -beläge vorn 390 Euro

Ford Focus 2.5 ST

Vorteil für den Focus ST: Sein Herz besitzt eine Brennkammer und einen halben Liter Hubraum mehr als der GTI, zieht die 166 kW/225 PS aus fünf Zylindern. Das bringt zwar kaum Vorteile beim Image, wohl aber beim Sound – wie wir seit Zeiten des Audi quattro wissen. Aber auch objektiv bietet der Ford gegenüber dem Golf mehr Dampf bei weniger Drehzahl. Trotzdem macht der ST nicht auf Diesel, sondern dreht auch obenrum fröhlich bis jenseits der 6000 Touren. Zusammen mit dem ziemlich straffen Fahrwerk bietet der Focus so den gierigsten Eindruck – zu Lasten der Langstreckentauglichkeit. Aber dafür machen die serienmäßigen 225/40er-Reifen auf 18-Zoll-Alus wenigstens optisch was her. Probleme mit dem ST sind selten, die wenigen Motorschäden sind vermutlich überwiegend auf Verschalten der Fahrer zurückzuführen. Allerdings gilt es, beim Focus generell auf Kantenrost zu achten. Gelegentlich nervt auch Wasser im Innenraum, und die Manschetten der Antriebswellen werden porös.
Fazit: Der Ford Focus ST gehört zu den sportlichsten Angeboten der GTI-Gilde. Dafür fehlt es an Fahrkultur, und die Verarbeitung hinterlässt in vielen Details einen billigen Eindruck. AUTO BILD-Urteil: sehr empfehlenswert.
Kosten und technische Daten Ford Focus 2.5 ST
Hubraum 2521 ccm
Leistung 166 kW/225 PS
Drehmoment 320 Nm bei 1600 U/min
Höchstgeschwindigkeit 241 km/h
Testverbrauch 10,9 Liter Super
Baujahr Testwagen 2005
Kilometerstand Testwagen 55.000
Preis Testwagen 14.500 Euro

Flottes Coupé für kleines Geld: Opel Astra GTC 2.0 Turbo

Der dreitürige Astra GTC hebt sich optisch deutlich vom Fünftürer ab. Nach hinten ist der GTC unübersichtlich.

Ende 2004 kam der Opel Astra als dreitüriger GTC. Spitzenmotorisierung war damals ein Zweiliter-Turbo mit 147 kW/200 PS. Rein optisch macht der Astra nicht auf GTE oder GSi, wie schnelle Opel früher hießen. Zumal in Serie kleine 16-Zöller genügen müssen. Wer am Treff neben der Tanke mehr Eindruck schinden möchte, muss den ein Jahr später nachgeschobenen OPC nehmen, der es auf 177 kW/240 PS bringt. Auch beim Fahren vermittelt der Astra wenig GTI-Feeling, sein Motor nimmt das Gas stets etwas verzögert an – und wird im langen sechsten Gang leicht zum Opfer eiliger TDI-Heizer. Wer dann runterschaltet, erntet vor allem Lärm. Dass die Karosserie zudem nach hinten extrem unübersichtlich ist, stört da nur am Rande. Qualitativ lässt sich der Astra hingegen nur wenig vorwerfen, bis auf vereinzelte Elektronikstörungen und Lackmängel ist kaum Gemurre zu vernehmen. Einzelfälle sind defekte, Geräusche verursachende Lenkungen. Knarrende Hinterachsen lassen sich mit etwas Gleitmittel ruhigstellen.
Fazit: Der Opel wird günstig gehandelt. Vermutlich, weil er am wenigsten GTI ist. Keine Frage, er ist schnell, aber dem Motor fehlt der letzte Biss, und Fahrwerk sowie Lenkung wirken wenig sportlich. AUTO BILD-Urteil: sehr empfehlenswert.
Kosten und technische Daten Opel Astra GTC 2.0 Turbo
Hubraum 1998 ccm
Leistung 147 kW/200 PS
Drehmoment 262 Nm bei 4200 U/min
Höchstgeschwindigkeit 234 km/h
Testverbrauch 10,1 Liter Super
Baujahr Testwagen 2006
Kilometerstand Testwagen 58.000
Preis Testwagen 14.000 Euro

Weitere kompakte Kraftpakete gibt es oben in der Bildergalerie!

Hendrik Dieckmann

Hendrik Dieckmann

Fazit

VW hat es nach Jahrzehnten des Wartens doch noch geschafft, einen würdigen Nachfolger des Ur-GTI zu bauen. Auch als Gebrauchter ist er ein Traumwagen für alle Lebenslagen. Was ich jedoch vermisse, ist die einstige motorische Überlegenheit. Denn im Durchzugsvermögen – und nur das zählt auf öffentlichen Straßen – hält heute jeder Zweiliter-Diesel mit GTI und Co mit. Macht aber nichts: Der Kauf eines günstigen GTI ist kein großes Risiko. Wichtig wie eh und je: seriöse Vorbesitzer. Das gilt natürlich auch für die charakterstarken GTI-Rivalen.

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