Gebrauchtwagen-Check BMW X5

Gebrauchtwagen-Check BMW X5 Gebrauchtwagen-Check BMW X5

Gebrauchtwagen-Check BMW X5

— 28.03.2007

Aktiv bis ins Alter

Seit sieben Jahren zählt der BMW X5 zu den Aktivposten der SUV-Szene. So fahraktiv wie der Bayer ist kein anderes Allrad-Sportler. Als Gebrauchter steht er auch deshalb hoch im Kurs. Zu Recht.

Leidende Bremsen, standfeste Benziner

Erfolg macht beliebt. Manch Popsternchen kann ein Lied davon singen. Aber auch viele Eigner eines BMW X5. Denn der populäre SUV – bei BMW SAV genannt – steht schon seit Jahren ganz oben in den Charts der meistgeklauten Autos Deutschlands. Die Folge: sehr hohe Prämien in der Kasko-Versicherung. Dass der X5 nicht nur bei ehrlichen Käufern, sondern auch bei Langfingern so gut ankommt, hat viele Gründe. Der wohl wichtigste: Unter Seinesgleichen ist der bullig-elegante BMW ganz klar der sportlichste SUV. In dieser Hinsicht stellt er selbst den Porsche Cayenne in den Schatten. Zum Sportler adeln den X5 insbesondere das gekonnt abgestimmte, überaus agile Fahrwerk und die direkte Lenkung.

Dazu addieren sich zupackende Bremsen, drehfreudige und kultivierte Motoren sowie eine Sitzposition, die fast an die einer Limousine erinnert. Weitere Pluspunkte verdient sich der Luxus-Allradler mit seiner hochwertigen Verarbeitung, den bequemen Sitzen und der reichhaltigen Ausstattung. Weniger gut bestellt ist es hingegen um Fahrkomfort, Platzangebot und Zuladung. Auch im Gelände gerät der BMW mangels mechanischer Sperren und Geländeuntersetzung rasch an seine Grenzen. An der eingeschränkten Offroad-Tauglichkeit ändert auch das seit dem Facelift im Oktober 2003 eingesetzte Allradsystem namens xDrive nichts, denn als Traktionshilfe muss weiterhin der individuelle elektronische Bremseneingriff an den einzelnen Rädern ausreichen.

Sportliche Fahrweise, hohes Gewicht – da leiden die Bremsen

Daran stören sich Gebrauchtwagenkäufer allerdings weniger als an einigen anderen Schwächen. Dazu zählen die unterdimensionierten und damit rasch verschleißenden Gelenke der Radaufhängungen, die anscheinend zu einem BMW gehören wie die Brezel zur Weißwurst. Unter dem hohen Gewicht des X5 leiden darüber hinaus die Bremsen, die vor allem bei sportlicher Fahrweise einem hohen Verschleiß unterliegen. Der TÜV vermeldet zudem eine überdurchschnittliche Mängelquote für die Lenkung, die oft zu viel Spiel hat. Als Schwachstelle hat sich weiterhin die Fünfstufen-Automatik herauskristallisiert. Häufige manuelle Eingriffe, insbesondere beim Herunterschalten, belasten den Automaten über Gebühr. Der vorzeitige Austausch war bei forsch gefahrenen X5 in der Vergangenheit schon öfter erforderlich. Weitere Checkpunkte bei der Besichtigung von Gebrauchtofferten betreffen die Bereiche von Scheinwerfern und Frontscheibenrahmen. Hier kann es zu Wassereinbrüchen kommen.

Während die starken, aber durchweg durstigen Benziner selbst bei höheren Laufleistungen mit Standfestigkeit aufwarten, können die Dieselmotoren schon mal Ärger bereiten. Bekannt sind undichte Druckspeicher, defekte Einspritzanlagen und verschlissene Einspritzpumpen. Letztere lassen sich jedoch meist auf minderwertigen Sprit oder Biodiesel zurückführen. Vorsicht bei Chiptuning, es ist der Lebensdauer nur selten zuträglich. Im Großen und Ganzen scheinen die X5-Diesel jedoch weniger anfällig zu sein als viele moderne Konkurrenzprodukte. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit verwirrten Steuergeräten und Navigationssystemen hat BMW ab Ende 2002 Elektronikstörungen weitgehend in den Griff bekommen. Schlappe Batterien gelten aber immer noch als typische Pannenursache. An der Beliebtheit des SUV ändert dies freilich nichts. Gebrauchte X5 sind teuer und gesucht – auch bei Auto-Schiebern.

Modellgeschichte, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte BMW X5

• Januar 1999 Präsentation des BMW X5 auf der Detroit Auto Show • März 2000 Markteinführung des BMW X5 (Typ X53); zunächst nur als 3.0i (231 PS) und 4.4i (286 PS) erhältlich. Die Preise starten ab 80.000 Mark (3.0i), der X5 mit V8-Motor kostet ab 111.000 Mark. • April 2001 Erweiterung der Motorenpalette. Neu im Programm ist der 3.0d mit 184 PS. • Oktober 2001 Neues Top-Modell der Baureihe: der 4.6is mit 347 PS und serienmäßigen 20-Zoll-Breitreifen; ab 150.599 Mark. • Oktober 2003 Gründliche Überarbeitung. Neues Allradsystem xDrive mit zentraler Lamellenkupplung statt Zentraldifferenzials. Es nutzt nicht nur die Informationen der ABS-Radsensoren, sondern zusätzlich auch die Daten des DSC genannten elektronischen Stabilisierungssystems. Je nach Fahrzustand, Lenkeinschlag und Gierrate wird die Antriebskraft zwischen den Achsen verteilt, um Unter- oder Übersteuern zu minimieren.

Schwachstellen

Wie andere SUV im XXL-Format leidet auch der BMW X5 unter dem hohen Gewicht. Die Bremsen verschleißen bei rasanter Fahrweise rasch, ebenso die Vorderradaufhängung. Der TÜV beanstandet darüber hinaus häufiger die Antriebswellen und zu viel Spiel in der Lenkung. Ebenfalls bekannt: Schäden am Automatikgetriebe, insbesondere bei häufigem manuellem Herunterschalten. Weitere Schwächen: schlappe Batterien, Wassereintritt im Bereich von Frontscheibe und Scheinwerfer.

BMW X5 4.4i (Typ X53), Baujahr 2000 bis 2007
Preis: ab 18.000 Euro (bei Laufleistungen um 200.000 Kilometer) • Technische Daten: Hubraum: 4398 cm³, Leistung: 286 PS, Höchstgeschwindigkeit: 206+ km/h • AUTO BILD-Urteil: *** (max. fünf Sterne)

Autor: Ulrich Holzwarth

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