Gebrauchtwagen-Check Skoda Fabia (6Y)

Gebrauchtwagen-Check Skoda Fabia (6Y) Gebrauchtwagen-Check Skoda Fabia (6Y)

Gebrauchtwagen-Check Skoda Fabia (6Y)

— 23.03.2007

Wie gut ist der Polo von Skoda?

Der Skoda Fabia teilt sich die Plattform und viele Komponenten mit dem VW Polo – ist aber deutlich zuverlässiger.

Der Erfolg von Skoda wird so langsam unheimlich. Während Importmarken wie Renault oder Nissan in letzter Zeit ganz schön ins Straucheln gerieten, vermelden die Tschechen Jahr für Jahr neue Verkaufsrekorde. Eine der tragenden Säulen im Modellprogramm ist der Fabia. Der kompakte Fünftürer, eng mit dem VW Polo verwandt, ist längst auch bei Gebrauchtwagenkäufern ein gefragter Typ. Die erhoffen sich zuverlässige VW-Technik zu volkstümlichen Skoda-Preisen. Letzteres können wir bestätigen, gebrauchte Fabia sind normalerweise günstiger als vergleichbare Polo. Im Punkt Zuverlässigkeit erfüllt der Skoda allerdings nicht immer die hochgesteckten Erwartungen, die seine gut verarbeitete und hervorragend gegen Rost geschützte Karosserie weckt.

Die Gleichteilestrategie macht im Fabia Ärger

Das liegt ausgerechnet an einigen Zulieferteilen aus dem VW-Konzernbaukasten. Gibt es dort Probleme, ist häufig auch der Fabia davon betroffen. Die Schwächen der VW-Gleichteilestrategie offenbart beispielsweise der konstruktive Murks bei den elektrischen Fensterhebern des Fabia: Das brechende Kunststoffzahnrad und die daraufhin im Schacht verschwindende Scheibe kennen wir schon von Golf IV oder Seat Leon. Ebenso den Ärger mit dem Luftmassenmesser. Oder reißende Zahnriemen beim 1.9 TDI.

Aber auch die ab und an auftretenden Getriebedefekte. Wie beim Golf sind beim Fabia hauptsächlich frühe Exemplare mit 75-PS-Benziner und die 1.9 TDI betroffen. Bevor jetzt alle wieder über die ach so anfällige VW-Technik schimpfen: Die geschilderten Schwächen haben sich in der Vergangenheit zwar als Problemschwerpunkte herauskristallisiert, sie müssen aber nicht zwangsläufig auftreten. Secondhand-Käufern empfehlen wir jedoch, diesen Punkten die notwendige Beachtung zu schenken. Ein versäumter Zahnriemenwechsel oder Schaltschwierigkeiten sind jedenfalls immer ein Grund zur Vorsicht.

Die ist ebenso bei den 1,4- Liter-Benzinern mit 60 und 68 PS angebracht. Denn diese aus den Alt-Beständen von Skoda übernommenen Alu-Triebwerke mit eingesetzten Guss-Laufbuchsen neigen zu Defekten an der Zylinderkopfdichtung und Ölverlust. Rundum ausgewogen präsentiert sich letztlich der 1.4 16V mit 75 PS, der gute Fahrleistungen mit Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit kombiniert. Vor einem spinnenden Motormanagement ist aber selbst dieser Motor nicht gefeit. Ebenso wenig vor Klappergeräuschen, die so manchen Fabia-Besitzer nerven.

Konzernintern Sieger nach Punkten

Meist sitzt der Poltergeist in den Tiefen des schlicht gestalteten, aber sehr übersichtlichen Armaturenbretts. Manchmal nerven jedoch auch knarzende Verkleidungsteile und wackelnde Sitze. Wer jetzt angesichts der geballten Fakten über die möglichen Schwächen erschrocken ist, darf sich beruhigen: Im qualitativen Konzernvergleich schneidet der Skoda Fabia insgesamt meist besser ab als seine Plattformbrüder VW Polo und Seat Ibiza.

Das bestätigen letztlich die guten Noten von TÜV- und Pannenstatistik. Und auch unser Dauertest-Fabia. Zuverlässig, mit gutem Komfort und sicheren Fahreigenschaften, spulte der kleine Skoda bei uns den 100.000-Kilometer-Marathon ab. Eine Distanz, bei der Bruder Polo übrigens hoffnungslos versagte. So langsam wird der Erfolg des Fabia wohl selbst VW unheimlich...

Historie

• 12/99 Markteinführung des Skoda Fabia (Typ 6Y) als fünftürige Schrägheck-Limousine. Die Motorenpalette umfasst drei Benziner mit 50 PS (1.0i), 68 PS (1.4i) und 101 PS (1.4i 16V) sowie ein Dieseltriebwerk mit 64 PS (1.9 SDI). Die Preise beginnen ab 18.790 Mark • 04/00 Zusätzliche Motoren: 1.4i mit 60 PS und 1.4 16 V mit 75 PS; der 1,0-Liter- Basismotor entfällt • 09/00 Neuer Top-Diesel ist der 1.9 TDI mit 101 PS. Ebenfalls neu sind ein elektronisches Gaspedal und die effizientere Motorsteuerung. Alle Benziner erfüllen die Euro-4-Abgasnorm (Diesel: Euro 3) • 11/00 Start des Fabia Combi (ab 22.707 Mark). Neue Top-Motorisierung ist der 2.0i mit 115 PS • 04/01 Die Stufenheckvariante Sedan erweitert die Fabia-Modellpalette (ab 23.313 Mark)

• 09/01 Neu: Scheibenbremsen hinten bei allen Fabia-Modellen mit 1.9 TDI  • 04/01 Sondermodell "GT", unter anderem mit Klimaanlage, tiefergelegtem Sportfahrwerk und 15-Zoll-Alurädern • 12/01 Sondermodell "Life" mit elektrischen Fensterhebern, Kassettenradio und Zentralverriegelung (ab 21.201 Mark) • 08/02 Neues Basistriebwerk: Der dreizylindrige 1.2 HTP mit 55 PS ersetzt den 1.4i mit 60 PS • 01/03 Der 1.2 12 V mit 64 PS ersetzt den 1,4-Liter mit 68 PS • 02/03 Start des Sondermodells "Extra" mit vielen serienmäßigen Extras (ab 11.640 Euro); neues Basismodell ist der Fabia "Exact" für 9950 Euro • 06/03 Der 1.4 TDI mit drei Zylindern und 75 PS ergänzt das Motorenprogramm • 08/03 Start des sportlichen und üppig ausgestatteten Spitzenmodells Fabia RS, das ausschließlich als fünftürige Schräghecklimousine erhältlich ist. Der 1.9 TDI leistet 130 PS (ab 18.980 Euro) • 08/04 Leichtes Facelift: neu gestalteter Stoßfänger vorn, modifizierter Kühlergrill, dezente Änderungen an den Heckleuchten, neu gestaltete Anzeigen für Tacho und Drehzahlmesser. Außerdem neue Sitzbezüge und geänderte Bezeichnungen für die Ausstattungslinien (ab 9990 Euro)
• 05/05 Fabia-Combi-Sondermodell "Tour de France" (ab 14.444 Euro) • 09/05 überarbeitete Motorvarianten: Der 1.4 TDI leistet statt 75 PS nun wahlweise 70 oder 80 PS • 01/06 Sondermodelle "Cool Edition" mit Klimaanlage (ab 9999 Euro) und "Style Edition" (ab 12.199 Euro) • 04/06 Luxuriös ausgestattetes Sondermodell "Celebration" (ab 16.595 Euro) • 05/06 Zweite Auflage des Sondermodells "Tour de France", erhältlich als Fließheck und Kombi (ab 13.990 Euro) • 03/07 Start der zweiten Generation des Skoda Fabia

Stärken und Schwächen

Der Skoda Fabia zählt grundsätzlich zu den soliden und langlebigen Kompaktfahrzeugen. Die Karrosserie ist vorbildlich gegen Korrosion geschützt, Rost ist daher bei unfallfreien Fahrzeugen kein Thema. Wenn ein Fabia Ärger macht, sind meist Störungen im Motormanagement die Ursache. Oder typische VW-Konzernleiden wie defekte Luftmassenmesser und versagende elektrische Fensterheber. Probleme bereiten mitunter auch Zentralverriegelung und Schiebedach. Ebenfalls bekannt sind reißende Zahnriemen bei den TDI, defekte Zylinderkopfdichtungen bei Alumotoren mit 60 und 68 PS, Undichtigkeiten im Kühlsystem, defekte Lichtmaschinen und Verschleiß an Kupplung sowie den Antriebswellen bei den TDI mit 101 und 130 PS. Darüber hinaus verzeichnet der Kummerkasten ab und an Getriebeschäden an den von VW zugelieferten Schaltboxen.

Modellempfehlung: Skoda Fabia 1.4 16V
Preis: ab 6500 Euro (bei Laufleistungen um 50.000 Kilometer) • Technische DatenHubraum: 1390 cm³, Leistung: 55 kW/75 PS, Höchstgeschwindigkeit: 167 km/h • AUTO BILD-Urteil: **** (max. fünf Sterne)

Fazit

Der Technik-Transfer aus dem VW-Baukasten ist nicht immer ohne Probleme. Ein gebrauchter Fabia ist aber speziell als Kombi ein sehr attraktives Auto zum günstigen Preis. Und damit der bessere Polo.

Autor: Ulrich Holzwarth

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