Check VW Bus T3 syncro

Gebrauchtwagen-Check VW Bus T3 syncro

— 05.11.2009

Wie gut ist dieser billige Allrad-Bulli?

Der VW Bus T3 syncro gilt als technisch diffizil, seine Liebhaberpreise steigen dennoch. Checker Wolfgang Blaube inspiziert einen Wasserboxer zum hchst interessanten Kurs. Dauerlufer oder Bastelbude, das ist hier die Frage.

Kaum habe ich meine Kamera ausgepackt, ist das Versteckspiel schon vorbei. "Sie sind nicht zufllig der Checker der AUTO BILD ALLRAD?", fragt der junge Mann und drngt mich damit in ein Gestndnis. Er liest eben unser Heft, kennt meine Serie. Dass ich hier in meiner Funktion nicht trotzdem, sondern gerade deswegen willkommen bin, freut mich sehr. Aber es ndert nichts am Ausgang dieser Folge. Sie dreht sich unschwer zu erkennen um den VW Bus beziehungsweise Transporter der finalen Heckmotorgeneration T3 (1979 bis 1992), und innerhalb dieser Spezies natrlich um die Allradvariante Syncro. 

Gebrauchtwagensuche: VW T3

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Innen verstrmt der alte Bulli den Charme einer nchternen Amtsstube.

Ein Modell also, das auf dem Weg zum Oldie ist und somit eine spezielle Betrachtungsweise erfordert. Oldiestatus heit Liebhaberstatus und damit Liebhaberpreise selbst bei diesem Nutzfahrzeug. Heit: Gerade gut erhaltene Exemplare des VW-Klassikers haben sich in letzter Zeit erheblich verteuert. Derweil wchst seine treue Fangemeinde. Und sie wandelt sich entsprechend wie das Objekt selbst. Mittlerweile hat sich der T3 davon verabschiedet, mageblich als Billigst-Chaise fr uneilige Transportaufgaben der alternativen Szene zu dienen. Das knnen seine Erben vom Typ T4 heute besser. Was sie nicht bieten, ist der Charme eines klassischen Heckmotor-Volkswagens in Kombination mit der Antriebskraft auf allen Vieren. Deshalb wird der T3 immer begehrter sogar in Nordamerika, wohin viele Vertreter in den letzten Jahren exportiert wurden. Die wenigen Angebote hierzulande rangieren zum Groteil in der Preisregion zwischen 4000 und 10.000 Euro. Viel Geld fr einen Youngtimer.

Bei guter Pflege hlt der 2,1-Liter-Wasserboxer rund 300.000 Kilometer

Gewirr aus Schluchen und Kabeln: starker, aber durstiger G-Kat-Wasserboxer. Vorsicht: Die Wasserleitungen knnen durchrosten.

Zu viel? Was sich am unteren Ende der Angebotsskala findet, steht gerade vor mir. Ein Ex-Einsatzfahrzeug der Polizei, fast eine Viertelmillion Kilometer gelaufen, jetzt vom Zweitbesitzer ausrangiert und angeboten. Der aufgrund der Enttarnung ausnahmsweise nicht anonym bleiben muss: Dieser T3 gehrt (noch) der DLRG-Station des Ferienortes St. Peter-Ording an der Nordseekste. Was die Frage provoziert, inwieweit ihm die salzige Brise zugesetzt hat. Offenbar weniger, als es etwa Taumittel im verschneiten Sden der Bundesrepublik tun abgesehen vom unvermeidlichen Oberflchen-Rostbefall unterwrts prsentiert sich der auen weie, innen aber noch immer grne Bus erstaunlich solide. Auch das Interieur ist beraus passabel erhalten sieht man mal von den Lchern ab, die von einst verbauten Polizeifunkgerten und hnlichem knden. Zur Technik und damit erstmals zu extern eingeholter Kompetenz. Denn bei diesem Typ vertrauen wir lieber auf die Aussagen von "Syncro-Bernd" Jger aus Liebenau nahe Kassel, einem der wenigen wirklichen Spezialisten zum Thema Allrad-T3.

Jger betont, dass der 95 G-Kat-PS starke 2,1-Liter-Wasserboxer bei guter Pflege rund 300.000 Kilometer hlt. Und dass grundberholte Rumpfmotoren gut 2000 Euro kosten. Das Getriebe gilt als teurer und kurzlebiger: Mehr als 200.000 Kilometer sind selten drin. Ebenfalls hochpreisig und relativ hufig defekt: Viscokupplung, Differenzialsperren, Abgasanlage. Genereller Rat des Fachmanns: Einen T3 nehme man nur als Syncro, wenn es wirklich ein 4x4 sein muss "der Hecktriebler ist in puncto Kauf und Unterhalt viel gnstiger, vor allem aber insgesamt unproblematischer", wei Jger.

Ein wirklich guter Syncro kostet um die 10.000 Euro

Wer sich mit einem Bulli der unteren Preisklasse anfreundet, sollte Mechaniker sein.

Die kurze Probefahrt offenbart bis auf einen perforierten Schalldmpfer keinerlei Schwchen, selbst Getriebe und Allradmimik arbeiten geruschlos und willig. "Von der Zuverlssigkeit dieses T3 hingen immerhin Menschenleben ab", erklrt der nette Badegastretter. Das berzeugt nicht weniger als das Auto selbst. 3500 Euro soll es kosten. Vorsicht, meint Perfektionist Jger ein wirklich guter Syncro koste eher um die 10.000. Sehr gnstig, meinen wir gemessen an den Artgenossen der 6000-Euro-Region, die groteils weniger gut dastehen. Wie auch immer: Gnstige Syncro-Bullis sind eh ein Fall fr selbst schraubende Liebhaber. Und die wissen, was ihnen der Spa wert sein darf. 
Autor:

Wolfgang Blaube

Fazit

Investitionsbedarf ber Zeitwert nicht selten beim T3 syncro. Ganz klar: Wer sich mit einem Allrad-Bulli der unteren Preisklasse anfreunden will, sollte Mechaniker sein. Nur so lsst sich dieser 4x4-Klassiker fr kleines Geld fahren. Spendablere Naturen wenden sich lieber gleich an einen Spezialisten.

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