Gebrauchtwagen-Check VW Phaeton

Gebrauchtwagen-Check VW Phaeton Gebrauchtwagen-Check VW Phaeton

Gebrauchtwagen-Check VW Phaeton

— 15.12.2005

Das Phantom aus Wolfsburg

Eigentlich ist es traurig: VW baut mit dem Phaeton ein echtes Spitzenauto – und keiner kriegt das so richtig mit.

Rarität in der Luxusklasse

Exklusiv sollte der Phaeton werden, in einer Liga mit Audi A8, 7er-BMW und Mercedes S-Klasse fahren. Vielleicht ist der Phaeton sogar exklusiver geworden, als es sich seine Väter wünschten. Schwache Nachfrage stempelte ihn zur blauen Mauritius auf unseren Straßen. VW blieb eine Rarität in der Luxusklasse.

44 Monate nach Modellstart tritt nun verstärkt gebrauchte Ware am Markt auf. VW-Händler preisen den Phaeton gern in der Verbindung mit Gebrauchtwagenleasing an, was zumindest auf den ersten Blick attraktiv erscheint. Ab 386 Euro pro Monat bot ein Autohaus aus Dietzenbach einen 5.0 V10 TDI 4Motion in der WELT am SONNTAG vom 20. November an. Allerdings: Zuerst geht eine Anzahlung über den Tisch, für die andere einen neuen Polo kaufen: 12.985 Euro.

Grundsätzlich ein durchaus faires Angebot. Der billigste Phaeton ist laut Schwacke ein 3.2 V6 aus 2002 mit fünf Sitzen und 241 PS für 25.100 Euro. Pro Monat hat er 706 Euro an Wert verloren, in Summe 55 Prozent. Ein Mercedes S 350 mit 245 PS war in dieser Zeit knapp sechs Prozent wertbeständiger.

Erstklassige Verarbeitung und Qualität

Der Phaeton ist zumindest auf dem Papier relativ günstig, eine Empfehlung für aufstrebende Passat-Piloten ist er aber nur bedingt: Selbst wer seinen Mittelklassewagen in Zahlung gibt und die Leasingraten verkraftet, dem bleiben noch immer die laufenden Kosten für ein ausgewachsenes Oberklasseauto. Teure Versicherungsklassen für Voll- und Teilkasko (z. B. V6 TDI: 22/28), entsprechende Inspektionskosten und mehr als klassenüblicher Wertverlust – der Phaeton ist nichts für Bausparer. Oder doch?

Wer nämlich schon immer in der Luxusklasse fahren wollte und nur die Anschaffungskosten scheute, kommt mit einem Phaeton aus zweiter Hand verdammt günstig davon. Der Luxusliner punktet mit erstklassiger Verarbeitung und hoher Qualität. Vereinzelt hatte VW mit dem Potentiometer der Drosselklappe Probleme, einige Leser monierten bei AUTO BILD die Qualität der Ledersitzbezüge. Doch sonst sieht es so aus, als hätte VW ein Spitzenauto gebaut – nur keiner hat es so richtig bemerkt.

Uns Normalos kann es nur freuen: Der Vorbesitzer übergibt zum Mittelklassepreis ein Top-Fahrzeug. Eilig muß es keiner haben: Die Phaeton-Preise fallen nahezu täglich, die Qualität ist noch für Jahre gut.

Historie, Schwächen, Unterhalt

Modellgeschichte:4/02 Einführung des VW Phaeton als 3.2 V6 (241 PS, vier oder fünf Sitze) und 6.0 W12 4Motion (420 PS, vier oder fünf Sitze) • 3/03 5.0 V10 TDI 4Motion (313 PS, vier oder fünf Sitze) • 5/03 4.2 V8 4Motion (335 PS, vier oder fünf Sitze) • 9/03 4.2 V8 4Motion, 6.0 W12 4Motion und 5.0 V10 TDI 4Motion mit langem Radstand und vier oder fünf Sitzen • 8/04 3.0 V6 TDI 4Motion (vier oder fünf Sitze) • 4/05 6.0 W12 4Motion (vier oder fünf Sitze, kurzer oder langer Radstand) mit 450 PS.

Modellempfehlung: VW Phaeton V6 TDI (165 kW/220 PS)

Schwachstellen: Elektronik-Ärger wie etwa ein unbeleuchtetes Multifunktionslenkrad ist nicht selten ein Resultat von Fehlbedienung. Die Lenkradbeleuchtung kann manuell ein- oder ausgeschaltet werden, das Studium der Bedienungsanleitung lohnt bei diesem Fahrzeug bestimmt. Verstärkter Verschleiß der Bremsklötze an den Vorderscheiben sind ein Thema für 6.0 W12 und 5.0 TDI – und ein Zeichen von sportlich ausgelegter Fahrweise. Kalkulieren Sie vor dem Kauf unbedingt sämtliche Kosten, und vergleichen Sie die Versicherungstarife. Die Einstufungen für Kasko und Haftpflicht sind für sämtliche Motorisierungen ungünstig.

Unterhaltskosten: Steuer/Schadstoffklasse: 463 Euro im Jahr/Euro 4 Testverbrauch: Werksangabe 9,6 Liter, gemessen 10,2 Liter (Diesel) Versicherung: Vollkasko (28/500 Euro SB): 1832 Euro. Teilkasko (27/150 Euro SB): 191 Euro. Haftpflicht (22): 1241 Euro (Basis: HUK-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion: nach Verschleiß. Kosten: etwa 250 bis 450 Euro Wertverlust: Schwacke-Preis liegt noch nicht vor

Autor: Nikolaus Eickmann

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