Werkstatt: Kfz-Reparatur

Gebrauchtwagen: Mängel

— 17.04.2013

Mangel oder Verschleiß?

Ärger mit dem Gebrauchten? Wer muss dann zahlen – Händler oder Käufer? Das entscheiden im Zweifel Gerichte. Die müssen dann beurteilen, ob es sich bei dem Schaden um einen Mangel oder um normalen Verschleiß handelt.

Geld gespart, Gebrauchtwagen gekauft, glücklich gestartet – und vor Gericht gelandet. Denn bald nach dem Kauf passiert es: Der Wagen versagt den Dienst. Wer zahlt für das Malheur? Das klären wir hier.

Worum wird bei Gebrauchtwagen oft vor Gericht gestritten? Meist um die eine Frage: Beruht der Schaden am Gebrauchten auf normalem Verschleiß oder auf einem Mangel? Denn wird auf normalen, alters- und nutzungsgemäß üblichen Verschleiß entschieden, trägt der Käufer die Kosten. Liegt dagegen ein Sachmangel vor, hat der Käufer Chancen, dass der Verkäufer die Kosten übernimmt.

Welche Bedingungen gelten für eine Kostenübernahme? Ein gewerblicher Verkäufer hat das Recht, die bei Verkauf an privat gesetzlich vorgeschriebene Gewährleistung für Sachmängel (Sachmängelhaftung) vertraglich von zwei Jahren auf ein Jahr zu verkürzen. Entscheidend ist dann der Zeitpunkt, an dem der Mangel auftritt und der Käufer diesen reklamiert. Passiert dies innerhalb von sechs Monaten nach dem Kauf, muss der Händler die Kosten tragen. Will er das nicht, muss er dem Käufer beweisen, dass der Mangel beim Kauf nicht schon (verborgen) vorlag. Denn er muss nur für solche Mängel haften, die vorlagen. Für die Wahrung des Anspruchs genügt es, dass der Käufer den Mangel innerhalb der Frist schriftlich reklamiert und den Händler um Behebung ersucht. Nach sechs Monaten dreht sich die Sache um: Um den Händler in die Pflicht zu nehmen, muss dann der Käufer dem Verkäufer beweisen, dass der Mangel beim Kauf schon vorlag. Und Achtung: Auch Privatverkäufer sind zur Gewährleistung verpflichtet, sofern sie diese nicht im Kaufvertrag ausdrücklich ausschließen.

So urteilen die Gerichte

Hier einige Beispiele, die verdeutlichen, welche Schäden von Gerichten als Mangel und welche als Verschleiß beurteilt werden.

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Wie können Richter technische Sachverhalte beurteilen? In vielen Fällen werden im Verfahren Kfz-Sachverständige eingeschaltet, die den Fall beurteilen. Zudem gibt es eine Fülle von Entscheidungen ähnlicher Art, die das Gericht zu Hilfe nehmen kann.

Warum werden ähnliche Schäden unterschiedlich bewertet? Die Abgrenzung zwischen Verschleiß und Mangel ist mitunter schwierig. Oft kommt es dann auf das Alter und die Laufleistung des Fahrzeugs an. Gibt etwa ein Teil bereits mit 20.000 Kilometern den Geist auf, deutet das eher auf einen Mangel hin. Fällt es dagegen erst nach 180.000 Kilometern aus, liegt Verschleiß nahe.
Roland Bunke

Roland Bunke

Fazit

Immer einen Vertrag machen, darin das Auto genau beschreiben, das schützt beide Seiten. Und: Privatverkäufer sollten die Gewährleistung ausschließen.

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