Gebrauchtwagen Mercedes CLK

Mercedes-BenzCLK Cabriolet A 208 Mercedes-Benz CLK Cabriolet A 209

Gebrauchtwagen Mercedes CLK

— 02.10.2008

Diese Augen lügen nicht

Den Mercedes CLK gibt es schon seit 1997. Aber man sieht es ihm nicht an. Die Silhouette des Mercedes-Coupés ist zeitlos schön – und die Langzeitqualität erstaunlich gut.

Wir drehen die Zeit zurück ins Jahr 1997, werfen einen Blick in die Preisliste des Mercedes CLK. Bei umgerechnet 28.576 Euro für den CLK 200 geht es los, der CLK 230 Kompressor kostet 32.457 Euro, der CLK 320 mit sechs Zylindern 39.874 Euro. Für Automatik, Metalliclack, Klimaanlage, Leder, CD-Radio, Schiebedach und Sitzheizung schlagen wir noch mal 10.000 Euro drauf. Und damit ist der nagelneue CLK vor allem eines: ein schöner, für Normalos unerreichbarer Traum. 2008 sieht die Welt schon ganz anders aus. Der CLK lächelt uns noch immer mit seinen vier schönen Augen an. Und anders als bei vielen Altersgenossen hat die Zeit bei den Vertretern der Baureihe C208 nicht allzu viel Schaden angerichtet. Oder anders: Diese Augen lügen nicht!

Motoren von 136 PS bis 347 PS

1997 kam der Nachfolger der E-Klasse Coupés (C 124) auf den Markt. Technische Basis: die C-Klasse (W 202).

Auch wenn das Coupé von vorn aussieht wie eine E-Klasse: Basis ist die C-Klasse-Limousine der Baureihe W202. Aber natürlich fühlt sich der CLK weniger beschaulich an. Sein Fahrwerk ist straffer ausgelegt, die Motorenpalette startet bei 136 PS und vier Zylindern, sie endet beim CLK 430 mit acht Zylindern und 279 PS. Und: Ab 1999 gab es den Spitzentyp CLK 55 AMG mit druckvollen 347 PS. Welchen also nehmen? Aus wirtschaftlichen Erwägungen kommt der Achtzylinder nicht infrage, auch wenn er 1999 deutlich über 50.000 Euro gekostet hat und jetzt weniger als 10.000 Euro wert ist. Zu teuer ist der Unterhalt, zu groß der Durst.

Gute Wahl: CLK 230 Kompressor

An der Basis ist das Angebot an CLK 200 groß, aber Interessenten sollten bedenken: Das hier ist ein sportliches Coupé – da haben 136 PS mit 1,4 Tonnen Leergewicht zu kämpfen wie ein Fliegengewichts-Boxer gegen die Klitschko-Brüder. Ein guter Kompromiss ist der CLK 230 Kompressor mit 193 PS und vier Zylindern. Kompressor – da war doch was? Keine Angst. Der AUTO BILD-Kummerkasten vermeldet in diesem Punkt keinerlei Schadensauffälligkeiten. Aber der CLK hat durchaus seine Wehwehchen. Pixelfehler im Kombi-Instrument gehören dazu. Viel schlimmer: Zentralinstrumente, die gar nichts mehr anzeigen. Überhaupt gilt der Elektronik ein Hauptaugenmerk beim Gebrauchtkauf. Spinnende Comand-Systeme, zickende Fensterheber und elektrische Sitze, defekte Generatoren und Fehler im Motormanagement – das kommt beim CLK vor. Aber ansonsten verdient sich der Stern aus dem Bremer Mercedes-Werk gute Noten.

Top-Rostvorsorge

Vor allem die Rostvorsorge ist klasse, auch wenn hin und wieder der Kofferraumdeckel gammelt. Unser Tipp: bei der ersten Betrachtung alle elektrischen Funktionen ausprobieren. Und bei der Auswahl des Gebrauchten darauf achten, dass der Erstbesitzer das Automatikgetriebe geordert hat. Die manuellen Schaltboxen sind nämlich Spaßbremsen bei jedem Mercedes dieser Baujahre – zu hakelig sind sie. Die meisten CLK-Käufer wussten das, machten bei der Bestellung hinter der Automatik ihr Kreuzchen. Die arbeitet zuverlässig. Lediglich bei Modellen der Jahrgänge 1998 und 99 sind Ausfälle bekannt.

Bester Kauf: scheckheftgepflegte Erst-Hand-Exemplare

Klassisches Mercedes-Cockpit mit "Willkommen-zu-Hause"-Gefühl.

Ein CLK 230 Kompressor mit Automatikgetriebe soll es also sein. In Internetbörsen wird dieses Modell bereits ab 6000 Euro gehandelt. Aber hier gilt absolute Vorsicht. Meist flattern bunte Fähnchen über solchen CLK. Oft stehen sie auf (zu) dicken Schlappen, dafür fehlen die Stempel im Scheckheft. Finger weg! Besser beraten ist, wer etwas mehr investiert und ein Exemplar mit seriöser Vergangenheit kauft. Die sind nicht mal selten – viele CLK lebten lange bei reiferen, gut situierten Besitzern. Und dann gilt: Diese Augen lügen wirklich nicht.

Kosten und technische Daten Mercedes-Benz CLK 230 Kompressor (C 208)
Unterhaltskosten
Testverbrauch
12,0 Liter Super
Inspektion
200 bis 500 Euro
Haftpflicht (Klasse 19)
711 Euro
Teilkasko (Klasse 23)
162 Euro
Vollkasko (23)
888 Euro
Kfz-Steuer (D 3)
155 Euro
Ersatzteilpreise inklusive Lohn und 19% MwSt.
Lichtmaschine (Austausch)
600 Euro
Anlasser (Austausch)
475 Euro
Wasserpumpe (Austausch)
385 Euro
Zahnriemen
entfällt, Steuerkette
Hauptschalldämpfer
510 Euro
Kotflügel vorn, lackiert
660 Euro
Bremsscheiben und -beläge vorn
305 Euro
Technische Daten CLK 230 Kompressor (C 208)
Hubraum
2295 ccm
Leistung
142 kW/193 PS
Höchstgeschwindigkeit
234 km/h
AUTO BILD-Gesamturteil: sehr empfehlenswert

Mercedes-Benz CLK 200 Kompressor (C209)

Bereits das Basis-Modell CLK 200 Kompressor ist mit 163 PS dynamisch motorisiert.

Wer bin ich? Das fragte AUTO BILD im April 2002. Es ging um die Neuauflage des Mercedes CLK und natürlich auch darum, dass die Schwaben das Vier-Augen-Thema auf die Spitze trieben. Ein bisschen sah das neue Coupé aus wie eine C-Klasse, ein bisschen ähnelte es auch der E-Klasse. Und nicht wenige meinten, den SL im Rückspiegel zu erkennen. Egal – der neue CLK mit der internen Bezeichnung C209 fand sofort seine Fans. Das lag vor allem an seiner feschen Front: ineinanderlaufende Doppelscheinwerfer, Lamellen-Kühlergrill mit Riesen-Stern. Klar, dass so was Eindruck macht.

Der C 209 hat wieder vier versenkbare, rahmenlose Fenster und keine B-Säule.

Ab 35.526 Euro ging der Spaß 2002 los. Für das Geld gab es einen CLK 200 Kompressor mit 163 PS – gleichzeitig unsere Empfehlung für einen gebrauchten CLK der aktuellen Baureihe. Der aufgeladene Vierzylinder geht ab wie die Feuerwehr und ist eine echte Alternative zu V6-Motoren. Und das, obwohl er eigentlich eine Mogelpackung ist. "200" steht drauf, "180" steckt drin. Denn dieser Benz ist kein Zweiliter, sondern ein Einsachter. Laut Schwacke-Liste wird er ab 16.500 Euro gehandelt, 80.000 Kilometer stehen dann auf der Uhr. Wie beim Vorgänger gilt auch hier: Automatik ist Pflicht. Die manuelle Sechsgangschaltung fand der AUTO BILD-Tester nicht nur hakelig, sondern schon "erschreckend knorpelig" – altes Mercedes-Leiden.

Bestens verarbeitet und Mercedes-typisch funktional: das Cockpit des aktuellen CLK (C 209).

Andere Mankos? Fehlanzeige. Im AUTO BILD-Kummerkasten kommt der CLK so gut wie gar nicht vor. Es werden höchstens mal Probleme mit der Elektronik moniert. Besonders wirtschaftliches Fahren und einen Verbrauchsvorteil von 0,7 Liter/100 km gegenüber dem Kompressor versprachen die Schwaben mit dem Direkteinspritzer CLK 200 CGI. Der Reiz am Geiz ist aber gleich null, denn sparen kann hier nur, wer nicht alle Kraftreserven ausschöpft. Das bemerkte auch die Kundschaft. Die Folge: 2005 schickte Mercedes den Direkteinspritzer in Rente. Wer sparen und trotzdem Spaß haben will, sollte lieber zum ersten Diesel in einem CLK greifen: Im Oktober 2002 kam das Coupé als 270 CDI. Unter der Haube arbeitet ein 2,7 Liter starker Reihen-Fünfzylinder mit 170 PS. Üppige 400 Nm Drehmoment sind ebenso eine Ansage wie ein Verbrauch von 8,7 Litern. Preis: 19.300 Euro laut Schwacke, in Internet-Börsen geht es bereits ab 16.000 Euro los. Allerdings für Exemplare, die an die 200.000 Kilometer absolviert haben.

Technische Daten Mercedes-Benz CLK 200 Kompressor (C 209)
Hubraum
1796 ccm
Leistung
120 kW/163 PS
Drehmoment 240 Nm bei 3000 U/min
Höchstgeschwindigkeit
230 km/h
Testverbrauch
10,3 l Super/100 km
Preisniveau: ab 16.500 Euro bei rund 80.000 km Laufleistung
AUTO BILD-Gesamturteil: sehr empfehlenswert

Mercedes-Benz CLK Cabriolet (A208 und A209)

Ab 1998 bot Mercedes-Benz den CLK auch als Cabrio an. Gebrauchte CLK Cabrios mit weniger als 80.000 km gibt es ab rund 12.000 Euro.

Ein CLK für Sonnenanbeter: Diesen Wunsch erfüllte Mercedes der Kundschaft schon beim ersten Modell. Im Juni 1998, also genau ein Jahr nach der Einführung des Coupés der Baureihe C208, fuhr der CLK "oben ohne" vor. Wie schon beim Coupé, so standen auch beim Cabrio ausschließlich Ottomotoren zur Verfügung, das Leistungsspektrum reichte von 136 (CLK 200) bis 279 PS (CLK 430). Im Frühling 2003 folgte beim Cabrio die Wachablösung. Während das aktuelle CLK-Coupé im Daimler-Werk Bremen vom Band läuft, wird das Cabrio bei Karmann in Osnabrück hergestellt. Und das sehr ordentlich. Das zeigte unter anderem ein AUTO BILD-Vergleichstest aus dem Jahr 2006.

2003 kam die zweite Generation des CLK-Cabrios (Werksbezeichnung A 209).

Die Kandidaten: ein BMW 320 Ci Cabrio, ein Audi A4 1.8T Cabrio, ein Volvo C70 2.4i und ein Mercedes CLK 200 Kompressor Cabrio. Gewinner: der Mercedes. Beeindruckt hat nicht nur die Qualität, sondern die Ausgewogenheit. Und der CLK bietet das, was für viele Sonnenanbeter in Zeiten des Stahl-Klappdachs zur Glaubensfrage geworden ist: ein Stoffverdeck. Dass es ausgesprochen gut verarbeitet und schalldicht ist, ergab der AUTO BILD-Test mit dem Phonmessgerät. Ergebnis: Der CLK erreichte mit seinem Stoffverdeck bei 160 km/h das gleiche Geräuschniveau wie der Volvo C70 mit Stahl-Klappdach, bietet aber bauartbedingt den viel größeren Kofferraum mit 276 Litern bei geöffnetem Verdeck gegenüber 200 Litern beim Volvo.

Das vollautomatische Verdeck des CLK Cabrio ist serienmäßig.

Ein Cabrio der Baureihe A209 zu fahren ist ein teurer Spaß. Etwa 24.000 Euro kostet er, entscheidet man sich für das Einstiegs-Modell, den CLK 200 Kompressor mit 163 PS. Immerhin: Der Listenpreis betrug vor fünf Jahren exakt 41.644 Euro, was für die Wertstabilität dieses Wagens spricht. Gebrauchtkäufer sollten sich ganz intensiv mit dem Verdeckmechanismus beschäftigen. Sollte das Dach beim automatischen Aufklappen irgendwo haken – Finger weg! Ist der Verdeckmotor defekt, können locker mehr als 2500 Euro fällig werden. Da hört der unbeschwerte Sommerspaß auf ...

Technische Daten Mercedes-Benz CLK 200 Kompressor Cabrio (A 209)
Hubraum
1796 ccm
Leistung
120 kW/163 PS
Drehmoment 240 Nm bei 3000 U/min
Höchstgeschwindigkeit
225 km/h
Testverbrauch
12,4 l Super/100 km
Preisniveau: ab 24.000 Euro bei rund 70.000 km Laufleistung
AUTO BILD-Gesamturteil: sehr empfehlenswert

Fazit von AUTO BILD-Gebrauchtwagenexperte Andreas May

Alle Achtung, Mercedes! Der CLK ist so gut, wie wir das aus den strahlenden Tagen des Sterns kennen: Qualität, Verarbeitung, Langlebigkeit – da stimmt alles. Unser Tipp: Einen CLK kauft man aus erster oder zweiter Hand mit lückenlosem Scheckheft. Bei guter Pflege haben diese Wagen noch viele gute Jahre vor sich.

Autor: Andreas May

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