Gebrauchtwagen Mini

Gebrauchter Mini Gebrauchter Mini

Gebrauchtwagen Mini

— 04.10.2005

Viel Ärger mit der Kiste

Der süße Fratz kann richtig nerven: Viele kleine Mängel verderben den Spaß am teuren Gute-Laune-Mobil.

Karosserie und Antrieb

Mini-Fahrer nehmen anscheinend vieles leichter. Anders ist es nicht zu erklären, daß sie nicht schon längst vor den Mini-Händlern auf die Barrikaden gestiegen sind. Das Möchtegern-Premiumprodukt zum gesalzenen Premiumpreis leistet sich Qualitätsmängel, die auf Dauer das Image der Gute-Laune-Marke demolieren könnten.

So sollte sich ein Auto mit BMW im Blut ständig abfallende Verkleidungen an den A-Säulen nun wirklich nicht leisten. Diese sind zwar mit einem Handgriff wieder montiert, spaßig ist das Ganze aber nicht. Wer diese "Reparatur" nicht täglich vornehmen will, greift zum Kleber aus dem Baumarkt. Teilweise wird auch in der Werkstatt nicht anders gearbeitet, zum Beispiel wenn die Kunststoffleiste am Frontscheibenrahmen Wellen schlägt und sich ablöst. Hier wurde bei der Montage gespart. Meist sind es Kleinigkeiten, die nerven, aber in der Summe werfen sie eben ein schlechtes Licht auf den süen Frauenliebling.

Selbst das Thema Korrosion ist dem Frischling nicht fremd. So ersuchte uns ein Leser bereits bei Kilometerstand 34.000 um Hilfe in Sachen Kulanz. Auf seiner Motorhaube hatte sich Rost gebildet. Aus dem Gebrauchtwagen-Bestand wissen wir, daß der Mini auch an anderen Stellen bereits bedenkliche Rostansätze zeigt.

Motor und Technik

Die Datenbank unseres Kummerkastens kennt nahezu alle Abgründe des Mini, praktisch jede Baugruppe ist betroffen: Getriebe, Lenkung, Elektrik ... Dabei sind es hauptsächlich die Besitzer von Benzinern, die uns schreiben, der Diesel scheint zumindest rund um die Antriebstechnik robuster zu sein.

Oder behandeln Dieselfahrer ihren Mini soviel sanfter als Cooper-Piloten ihre starken Benziner? Vor allem der Cooper S schleift Bremsklötze im Rekordtempo ab, defekte Antriebswellen sind ebenso eine Spezialität des Kraftzwergs. Ölverlust an Motor und Getriebe sind beim One D weitaus seltener als bei Benzinern – und dieses Leiden hat garantiert nichts mit rasanter Fahrweise zu tun. Dennoch ist das Interesse an gebrauchten Mini riesig.

Wer unbedingt einen will, sollte folgende Ratschläge beherzigen: Irgendein Ärgernis gibt es immer. Wurde der Wagen bei einem Händler gekauft, ist es dessen Problem. Und nicht Ihres, verzichten Sie also nicht auf Gewährleistung. Finger weg von auffällig getunten Fahrzeugen, denn diese wurden garantiert rasant bewegt. Klingt nach Binsenweisheit, stimmt aber leider fast immer. Chiptuning wird nicht selten gesehen – wir raten davon ab. Was die Motor-Wahl angeht: Neben dem Diesel ist der One mit 90 PS empfehlenswert. Für einen Kleinwagen ist das genug Leistung, die Betriebskosten bleiben im Rahmen.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte: 05/01 Verkaufsstart für den Mini in Deutschland, vorerst ist er nur als Benziner mit 90 (One) und 115 PS (Cooper) erhältlich 12/01 Der Mini Cooper erhält serienmäßig ein Außenthermometer 03/02 Mini Cooper S mit 163 PS 04/04 Mini Cabrio mit 90 (One) und 115 PS (Cooper) 07/04 Verbesserte Ausstattung für den Mini One: Drehzahlmesser, Alufelgen und Außenthermometer serienmäßig. Mini Cooper S nun mit 170 PS. Mini Cabrio Cooper S mit 170 PS wird zum teuersten Mini in der Preisliste (24.400 Euro)

Schwachstellen: Lambdasonden (Foto) neigen zu Meßfehlern, die Motorsteuerung bekommt dadurch verfälschte Daten geliefert, der Motor stottert. Bremsscheiben nutzen sich vor allem bei den starken Benzinern rasch ab – liegt nicht selten auch am sportlichen Fahrstil der Piloten. Rost wurde schon an einigen Autos registriert, meist an Schnittkanten der Bleche. Komfortfunktionen wie Klimaanlage oder elektrische Fensterheber machten Freude – wenn sie denn fehlerfrei funktionierten. Aber auch an Sicherheitssystemen wie DSC und ABS wurden von unseren Lesern Störungen berichtet. Verarbeitungsmängel treten bei sämtlichen Motorisierungen und Baujahren auf.

Reparaturkosten: Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Mini One D, 55 kW/75 PS, Baujahr 03. Zahlreiche Ersatzteile sind beim Diesel teurer als bei den Benzinern. Dafür entschädigt der Kraftstoffverbrauch, hier spart der Selbstzünder den Reparaturnachteil wieder ein.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit von Nikolaus Eickmann, AUTO BILD-Redakteur und Kfz-Mechaniker: "Klare Sache, der Mini ist ein Fall für Fans. Und davon gibt es reichlich, was auch die starke Nachfrage am Gebrauchtwagenmarkt erklärt. Wer sich für diesen Wagen entscheidet, sollte eine finanzielle Reparatur-Reserve anlegen. Nicht auszuschließen, daß er sie mal braucht. Abfallende Verkleidungen können viele selbst befestigen, gegen Rost helfen Hohlraum- und Unterbodenschutz. Das sollte in Zukunft aber Job von BMW sein. Fest steht jedenfalls: Die diversen Qualitätsmängel rechtfertigen nicht den hohen Preis."

Modellempfehlung: Mini One D (55 kW/75 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 247,04 Euro im Jahr/Euro 3 Testverbrauch: Werksangabe 4,8 Liter (Diesel) Versicherung: Vollkasko (15/500 Euro SB): 645 Euro. Teilkasko (19/150 Euro SB): 109 Euro. Haftpflicht (15): 856 Euro (Basis: HUK-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion: nach Anzeige. Kosten: etwa 130 bis 350 Euro Wertverlust: In der aktuellen Schwacke-Liste findet sich noch keine Notierung für den Diesel.

Autor: Nikolaus Eickmann

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