Gebrauchtwagen-Check Opel Zafira A (1999–2005)

Gebrauchtwagen-Check Opel Zafira A (1999–2005) Gebrauchtwagen-Check Opel Zafira A (1999–2005)

Gebrauchtwagen Opel Zafira A (1999–2005)

— 01.02.2006

Jetzt stimmt der Preis

Bisher war Opels Zafira für Familien extrem teuer. Der Modellwechsel und neue Konkurrenten lassen die Kurse sinken – und machen den Opel interessant.

Wo wäre Opel heute ohne den Zafira? Die Antwort mag man sich gar nicht ausmalen, denn die Rüsselsheimer verdanken es zum Großteil dem praktischen Siebensitzer, daß ihr Marktanteil wieder Richtung zehn Prozent ausschlägt. Die Beliebtheit hatte für Gebrauchtkäufer aber auch Schattenseiten: Der Zafira war bisher stets sehr teuer. Doch der Modellwechsel im vorigen Sommer und die Konkurrenz des VW Touran lassen inzwischen die Gebrauchtwagenpreise sinken. Kein Grund also, noch länger zu zögern. Zumal die Qualität stimmt und der Zafira laut ADAC zuverlässiger ist als der Astra, von dem er technisch abstammt.

Was aber nicht heißen soll, daß nun gar nichts kaputtgeht. Denn wie eigentlich jedes moderne Auto leistet sich auch der Familien-Opel gelegentliche Elektronik-Spinnereien: Blockierte Wegfahrsperren, Störungen in der Motorsteuerung (Benziner) gehören dazu wie auch willkürlich aufblinkende Kontroll-Leuchten.

Motor und Technik

Eher handfest sind dann schon Schäden an der elektrischen Kraftstoffpumpe, Anlasser und Lichtmaschine sowie Defekte des Kühlerlüfters oder -relais. Die können teuer werden, denn das Überhitzen des Motors kann zumindest eine durchgebrannte Zylinderkopfdichtung, oft aber auch einen Motorschaden nach sich ziehen. Doch im Grunde sind die Zafira-Motoren robust, auch vom Zwei-Liter-Turbo mit zunächst 192, später 200 PS sind keine besonderen Vorkommnisse bekannt.

Eher schon von den Dieseln, aber das betrifft heute alle Hersteller. Turbolader und Hochdruckeinspritzung sind nun mal sensible Bauteile, die für höhere Ausfallraten sorgen als bei früheren Klöter-Dieseln. Eine Zafira-Spezialität ist jedoch der hohe Ölverbrauch der Diesel. Zumindest bis Baujahr Mai 2002, danach hat Opel die Fertigung der Motorblöcke geändert (Laser-Honen der Zylinder). Das deckt sich mit unseren Erfahrungen, denn im AUTO BILD-Kummerkasten taucht dieser Punkt bei später gebauten Autos nicht mehr auf.

Wie dramatische Mängel beim Zafira sowieso durch Abwesenheit glänzen. Die chronisch ausgenudelten Spurstangenköpfe zählen wir mal nicht dazu, hier schwimmt Opel im Strom der meisten Van-Hersteller. Was keine Entschuldigung sein soll, denn die Japaner zeigen ja, daß Vorderradaufhängungen auch bei Siebensitzern haltbar konstruiert werden können. Unterm Strich aber ist der Zafira eine solide Sache. Was auch unser Dauertest bestätigte. 2002 fuhr er 100.000 Kilometer in Redaktionsdiensten. Unser Fazit damals: Ein starkes Stück Opel.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte:1/99 Modelleinführung. Sieben Sitze, vier Airbags und ABS serienmäßig. Zwei Benziner mit 100 und 115 PS7/99 Zweiliter-Direkteinspritzer-Turbodiesel, 82 PS • 6/00 1,8-l mit 125 PS ersetzt 115-PS-Motor. Neu: 2,2-l-Benziner, 147 PS, und 2.0 DTI, 100 PS • 1/01 2.2 DTI, 125 PS 6/02 1.6 CNG (97 PS) für Erdgasbetrieb • 11/02 Facelift, Einführung 2,0-l-Turbo-Benziner, 200 PS • 7/05 Modellwechsel.

Schwachstellen: Die Elektrik ist für einige Ausfälle verantwortlich. Bis 2001 war die Lebensdauer der H7-Scheinwerferlampen (Foto) wegen Überspannung im Bordnetz viel zu kurz, ein Rückruf brachte Besserung. Motorschäden betreffen nahezu ausschließlich den 2.0 DTI, teilweise aufgrund von zu geringem Ölstand. Der Zahnriemen kann beim 1,6-Liter und beim 1,8-Liter mit 115 PS Probleme machen, die anderen Motoren haben eine Steuerkette. Die Bremsanlage neigt zum Quietschen. Opel hat zwar mehrfach die Belagmischung verändert, die Geräusche aber blieben. Die Verarbeitung ist gut, aber die Innenverkleidungen verkratzen bei sorgloser Nutzung recht schnell, der Teppichboden ist recht billig.

Reparaturkosten: Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer beim Opel- Vetragshändler am Beispiel Zafira 1.8, 92kW/125 PS, Baujahr 2001. Opel – der Wirtschaftliche: Die Ersatzteilpreise sind überwiegend günstig, liegen teilweise gar auf dem Niveau der Kleinwagenklasse.

Fazit und Modellempfehlung

Experten-Urteil von Manfred Waltner, Gutachter TÜV SÜD: "Beim Opel Zafira stellen wir wesentlich häufiger erhebliche Mängel fest, als durchschnittlich zu erwarten wären. Diese gehen in erster Linie aufs Konto typischer Van-Schwachpunkte wie ausgeschlagene Spurstangenköpfe und Traggelenke der Vorderachse. Aber auch die Scheinwerfer und ihr hoher Lampenverschleiß drücken die Statistik. Positiv: Keine Karosserie-Korrosion, nur am Auspuff und den Bremsleitungen nagt der Zahn der Zeit."

Modellempfehlung: Opel Zafira 1.8 Comfort (92 kW/125 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 92 Euro im Jahr/D4 • Testverbrauch: 9,2 Liter. Werksangabe: 8,6 Liter (Super) • Versicherung: Vollkasko (15/300 Euro SB): 509 Euro. Teilkasko (14/150 Euro SB): 81 Euro. Haftpflicht (14): 551 Euro (Basis: HUK-Jahrestarife für Regionalklasse Hamburg, 100 Prozent) • Inspektion: 30.000 Kilometer. Kosten: etwa 150 bis 300 Euro • Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 38 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 1100 Euro Verlust.

Autor: Hendrik Dieckmann

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