Gebrauchtwagentest Peugeot 206 CC (ab 2002)

Gebrauchtwagentest Peugeot 206 CC (ab 2002) Gebrauchtwagentest Peugeot 206 CC (ab 2002)

Gebrauchtwagen Peugeot 206 CC (ab 2002)

— 10.11.2005

Wie klappt's nach drei Jahren?

Viele Leser haben Ärger mit dem Klappdach ihres Peugeot 206 CC. Doch das ist leider bei weitem nicht alles.

Klapptop ist Technikflop

Vor fast fünf Jahren kam der Peugeot 206+ CC auf den Markt. Fazit der ersten Tests: eine echte Bereicherung auf dem Markt der Offenen – gab es doch vorher nur den Mercedes SLK mit einem vandalensicheren Klappdach aus Blech. Heute denken viele CC-Fahrer anders über ihren kleinen Liebling, pflegen sie doch engen Kontakt zur Werkstatt. Denn vor allem das Klapptop (Fachjargon für ein Blech-Faltdach) macht immer wieder Probleme.

Es funktioniert – nach vorherigem Entriegeln – zwar ähnlich wie beim SLK, aber längst nicht so zuverlässig. Auf dem ersten Platz der Dachschäden liegen defekte oder gelöste Mikroschalter. Einer genügt, und der Bewegungsablauf beim Öffnen oder Schließen gerät aus dem Takt. Doch in deren Reparatur sind die Peugeot-Werkstätten geübt, auch gab es diesbezüglich bereits einen Rückruf.

Teurer wird es, wenn einer der Hydraulikzylinder Öl verliert. Abdichten geht nicht, dann wird die komplette Dachkonsole ersetzt. Kosten: um 1000 Euro. Erstes Anzeichen ist ein sinkender Ölstand in der Hydraulikeinheit, außerdem läuft das Öl meistens in die Regenablaufrinne und läst dort die Gummiteile auf. Fehlt schon mehr Öl, gibt es Probleme beim Schließen – das Dachteil kommt nicht mehr aus dem Kofferraum. Ärgerlich, wenn's regnet. Aber richtig dicht ist ein 206 CC auch mit intaktem Dach nicht, irgendwo sickert immer Wasser durch die wie gebastelt wirkenden Dichtungen. Oft werden sie von den beweglichen Teilen gequetscht oder den Schließzapfen des Kofferdeckels aufgespießt.

Motor und Fahrwerk

Der Kofferraumdeckel ist übrigens auch nicht frei von Problemen. Seine beim Öffnen behilflichen Gasfedern versagen schon früh den Dienst. Daß auch die Haltebändchen der Hutablage dauernd abreißen, spielt dann kaum noch eine Rolle.

Also: Vor dem Kauf eines 206 CC das Dach eingehend prüfen. Mehrfach öffnen und schließen sowie am besten auch durch die Waschanlage fahren. Und natürlich eine ausgiebige Probefahrt unternehmen, schließlich ist auch die Basis des CC, der 206, nicht gerade für Zuverlässigkeit berühmt. Bekannt sind vor allem Fahrwerkprobleme: Bis einschließlich Baujahr 2002 schlagen die Querlenkerbuchsen schnell aus, teilweise klopfte es schon nach 20.000 Kilometern an der Vorderachse. Einige Werkstätten tauschten deshalb auch die Motoraufhängungen aus – überflüssigerweise.

Die Motoren an sich sind sehr standfest, reagieren allerdings allergisch auf Ölmangel. Selbst wenn der Ölstand noch oberhalb der Minimum-Marke auf dem Peilstab steht, kann bereits Luft in die hydraulischen Ventilstößel geraten – sie beginnen zu tickern. Teuer: Ölverlust an Motor und Getriebe – laut TÜV keine Seltenheit. Reißende Abgaskrümmer, ausgehängte Schalthebel oder defekte Zündschlüssel sind dagegen das kleinere Übel. Sie zeigen aber, daß Peugeot bei der Verarbeitung kräftig schludert. Trotzdem ist der 206 CC eine Bereicherung auf dem Gebraucht-Cabriomarkt – aber nur, wenn der Preis stimmt.

Historie, Schwächen, Kosten



Modellgeschichte: • 9/00 Vorstellung des 206 CC mit elektrohydraulisch betätigtem Blechklappdach. ABS und vier Airbags Serie, zunächst nur mit Zweilitermotor (136 PS) lieferbar • 4/01 206 CC 110 mit 1,6-Liter (109 PS) bestellbar 10/01 Bordcomputer serienmäßig • 2/02 Außentemperatur-Anzeige serienmäßig für alle Modelle • 1/03 Verkaufsstart diverser Sondermodelle • 4/03 ESP serienmäßig in allen Modellen • 4/05 1,6-l-Diesel (109 PS) lieferbar, Rußfilter serienmäßig

Schwachstellen: • Elektrik ist der wunde Punkt des 206 CC, viele Leser klagen über durchbrennende Sicherungen (Foto) oder defekte Relais. • Klappdach mit seiner elektrohydraulischen Betätigung ist anfällig, oftmals ist der Bewegungsablauf von Dach und Kofferdeckel gestört. Schuld sind undichte Hydraulikzylinder, lockere Mikroschalter oder gerissene Seilzüge der Entriegelung. • Motoren sind im wesentlichen solide, leiden mitunter an tickernden Ventilstößeln und sind oft undicht. Überhitzungserscheinungen wie durchgebrannte Zylinderkopfdichtungen werden oft von Wasserverlust oder defekten Thermoschaltern und Kühlerlüftern verursacht. • Verarbeitung ist kein Ruhmesblatt, der CC neigt sehr zum Klappern.

Reparaturkosten: Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Peugeot 206 CC 110, 80 kW/109 PS, Baujahr 2002. Mit den Ersatzteilpreisen liegt Peugeot am oberen Rand der Kompaktklasse. Nur der Auspuff erscheint auf den ersten Blick günstig, hält allerdings nicht lange.

Fazit und Modellempfehlung



Fazit von Peter Winkler, Gutachter TÜV Süd: "Größter Schwachpunkt des Peugeot 206 CC ist seine Vorderachse, deren Querlenkerbuchsen und Traggelenke überdurchschnittlich schnell ausschlagen. Aber auch die Scheinwerfer stehen oft in der Kritik des TÜV, die Einstellung des Abblendlichts muß häufig korrigiert werden. Und gelegentlich läßt die Vorderachse Bremswirkung vermissen. Lob verdient der 206 hingegen für seinen guten Rostschutz und die stabile Lenkung."

Modellempfehlung: Peugeot 206 CC 110 (80 kW/109 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 108 Euro im Jahr/Euro 3 Testverbrauch: 8,5 Liter. Werksangabe: 7,0 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (18/500 Euro SB): 737 Euro. Teilkasko (21/150 Euro SB): 195 Euro. Haftpflicht (14): 552 Euro (Basis: HUK-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion: 30.000 Kilometer. Kosten: etwa 200 bis 400 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 33 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 900 Euro Verlust.

Autor: Hendrik Dieckmann

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