Gebrauchtwagen Seat Ibiza (ab 2002)

Gebrauchtwagen-Check Seat Ibiza (ab 2002) Gebrauchtwagen-Check Seat Ibiza (ab 2002)

Gebrauchtwagen Seat Ibiza (ab 2002)

— 06.12.2005

Ibiza – eine gute Adresse?

Seat, Skoda und VW teilen sich die Technik. Warum einen Ibiza statt eines Fabia oder auch Polo wählen?

Karosserie und Antrieb

Seat Ibiza? Das war doch der ... Selbst in unserer Konferenz erinnerten sich die älteren Kollegen nur an die unschöne Vergangenheit des kleinen Spaniers. Die ersten Jahre des Kleinwagens waren böse: Der Ur-Ibiza aus 1984 stammte aus der Feder von Design-Guru Giorgetto Giugiaro und teilte zahlreiche Baugruppen mit Fiat 127, Ritmo und Regata – Fahrzeuge mit fraglichem Leumund. Der Motor wurde von Porsche mitentwickelt, die Verarbeitung war mehr als mäßig.

Letzteres galt auch für den Nachfolger, der bereits Polo-Gene in sich trug. Und heute? Teilt sich der Ibiza mit der internen Bezeichnung 6L, die übrigens nichts mit Verbrauch oder gar Hubraum zu schaffen hat, seine Plattform mit dem Polo 9N und dem Skoda Fabia. Wenn das keine Empfehlung ist.

Gut, der Polo 9N ist ein notorischer Vergleichstestgewinner, legte bei uns aber einen miserablen Dauertest hin. Mit dem Fabia waren wir über 100.000 Testkilometer wesentlich zufriedener. Und unsere Leser? Sie erkennen den Ibiza als echtes Mitglied der VW-Familie, mit allen Stärken und Schwächen.

Motor und Technik

Eis im Motor gab es auch unter der Ibiza-Haube, unserer Redaktion sind zehn Fälle bekannt; ein Motor schaffte nur 10.000 Kilometer. Defekte Luftmassenmesser, auch eine typische Konzern-Krankheit, kennt man nur zu gut im Hause Seat. Dabei verschmutzt ein Meßfühler, und der Wagen verliert so lange an Leistung, bis er endgültig steht. Weitere Erbkrankheiten sind streikende Fensterheber, deren Austausch das komplette Zerlegen der Türverkleidung erfordert, was eine gute Stunde Arbeit bedeutet.

Damit sind die typischen Problemzonen aber auch bereits abgehandelt. Die schlechte Verarbeitung des Vorgängers kennt der aktuelle Ibiza nicht mehr, in der Blindverkostung ist er von einem wesentlich teureren Polo kaum zu unterscheiden. Nervig ist der Lärmpegel des Diesels im Innenraum, hier hätte etwas Schallschutz gutgetan. Unser Tip für Ruhebedürftige: Immer an den Preis denken, der klebt ein dickes Trostpflaster über die Geräuschkulisse. Ein Ibiza TDI liegt stets etwa 600 Euro unter einem vergleichbaren Polo.

Wenn wir schon beim Geld sind: Der Seat Ibiza ist zwar billiger als ein VW Polo, aber meist etwas teurer als ein Skoda Fabia. Dafür bemüht sich das Design redlich um eine Rechtfertigung, der Ibiza will alles andere, als billig wirken. Er wurde mehr als Sportler verstanden, auch von seinen Käufern. Deshalb raten wir an dieser Stelle mal wieder von den zahlreich am Markt befindlichen Autos mit Chiptuning oder anderen Tuningmaßnahmen ab. Denn nur ein ungetunter Ibiza ist ein guter Seat.

Historie, Schwächen, Kosten



Modellgeschichte:10/93 Start für den Seat Ibiza 6K10/96 Erster TDI-Motor im Ibiza mit 90 PS08/99 Letztes Facelift des Ibiza 6K • 03/02 Einführung des aktuellen Seat Ibiza mit folgenden Motoren: 1.2 12V (64 PS), 1.4 16V (75 oder 100 PS), 1.9 SDI (64 PS), 1.9 TDI (100 oder 130 PS), 1.4 TDI (55/75 PS) • 03/04 1.9 TDI Cupra mit 160 PS • 01/04 Neuer 1.8 20V T mit 150 PS • 04/04 Neuer 1.8 20V T Cupra mit 180 PS.

Schwachstellen: Elektrische Komfortfunktionen (Foto: Fensterheber) arbeiten nicht immer zuverlässig, meist liegt es an wackeligen Steckverbindungen. Ibiza-Fahrer hatten schon immer ein Faible für Chiptuning, was nicht selten die Ursache für Getriebeschäden ist. Oft zu sehen: breite Aluräder, lassen Sie sich die ABE dafür vorlegen. Defekte Luftmassenmesser sind ebenso wie gerissene Zahnriemen typisch für einige Autos aus dem VW-Konzern – der Ibiza zählt auch dazu. Die Basis-Benziner machten in der Vergangenheit oft Ärger im Winter: Der Motor fror ein, in vielen Fällen war ein kompletter Tausch fällig. Gut im Griff hat Seat inzwischen die Verarbeitung: Klappern ist nur selten zu hören.

Reparaturkosten: Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Seat Ibiza 1.4 16V, 55 kW/75 PS, Baujahr 02. Nicht alle Teile sind günstig im Tausch zu bekommen, Motor und Getriebe wurden so unnötig teuer. Preisgünstig kalkuliert sind die Arbeitszeiten.

Fazit und Modellempfehlung:



Fazit von Nikolaus Eickmann, Kfz-Mechaniker und AUTO BILD-Redakteur: "Da haben sich die Marketing-Meister des VW-Konzerns ein Eigentor geschossen: So ähnlich wie Seat Ibiza, Skoda Fabia und VW Polo waren drei Autos noch nie. Da spricht nicht viel gegen den günstigen Seat, der bis an die hinterste Stelle im Motorraum voll mit VW-Aufklebern ist. Der Preis stimmt, und die Qualität ist mit der des Polo vergleichbar: Eis-Motorschäden sollten heute eine Seltenheit sein, defekte Fensterheber und Luftmassenmesser gelten als Zeichen falsch verstandener Sparsamkeit. Also: Warum nicht Ibiza?"

Modellempfehlung: Seat Ibiza 1.4 16V (55 kW/75 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 94 Euro im Jahr/Euro 4 Testverbrauch: Werksangabe 6,4 Liter, gemessen 7,1 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (17/500 Euro SB): 863 Euro. Teilkasko (17/150 Euro SB): 92 Euro. Haftpflicht (15): 856 Euro (Basis: Ontos-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion: 15.000 Kilometer. Kosten: etwa 300 bis 400 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 41 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis).

Autor: Nikolaus Eickmann

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