Unfallwagen

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Gebrauchtwagenkauf

— 04.03.2008

So erkennen Sie einen Unfallwagen

Unfallfrei oder nicht – beim Autokauf ist der Unterschied bares Geld wert. Damit man Ihnen kein faules Ei ins Nest legt – Pardon, in die Garage stellt – hier unsere Tipps.

Glänzender Lack, keine verräterischen Dellen im Blech – ein Unfallschaden an diesem Suzuki? Nie und nimmer. Wie man sich täuschen kann. Das Lackstärken-Messgerät spürt eine winzige Unregelmäßigkeit in der Haut des kleinen Japaners auf: 634 μm misst der Lack am Radlauf. Klarer Fall: Hier wurde die Farbe dick aufgetragen – nachträglich. Ab Werk ist die Lackschicht nämlich rund 100 bis 200 μm dünn – wie auch am restlichen Suzuki. Kombiniere: Der rote Flitzer hatte einen Unfallschaden. Kein Problem, solange dieser im Kaufvertrag festgehalten wird. Entdeckt der ahnungslose Käufer den Unfallschaden erst später, hat er im Zweifel ein Problem. Deshalb gilt beim Gebrauchtwagenkauf: Genau hinschauen ist besser als vertrauen. Sind einem Verkäufer Vorschäden oder Mängel am Fahrzeug bekannt, hat er sie ungefragt zu offenbaren. Auch wenn Schäden handwerksgerecht repariert wurden. Unterlässt er es, muss er damit rechnen, dass ihm der Käufer den Wagen wieder vor die Tür stellt und sein Geld zurückfordert.

Dann hilft dem Verkäufer auch die übliche Vertragsklausel "Gekauft wie besehen, unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung" nicht. Denn die Klausel ist gemäß Paragraf 476 Bürgerliches Gesetzbuch nichtig, wenn der Verkäufer "arglistig" gehandelt hat. Das Problem: Der Käufers muss beweisen, dass dem Verkäufer der Schaden bekannt war. Hilfsmittel für die Spurensuche: 1) Gute Karosseriebauer reparieren Unfallschäden so, dass selbst Profis Mühe haben, die Reparaturstelle aufzuspüren. Die sicherste Methode ist ein Lackstärkenmessgerät mit digitaler Anzeige. Es kostet ab 390 Euro, lohnt sich also nur für Profis. 2) Preiswerter und da mit für Hobbybastler interessant sind Geräte mit Diodenanzeige, ab 70 Euro. 3) Grün heißt: alles okay, gelb: dickere Lackschichten als üblich, rot: Spachtelmasse. Ein Magnet erkennt nur dicke Spachtelstärken. 4) Taschenlampe ist immer Pflicht.

Tipp von Gebrauchtwagen-Experte Bernd Volkens

Schnäppchenpreise hin oder her: Keiner hat was zu verschenken. Wird ein Auto marktschreierisch angeboten, sollten die Alarmglocken läuten. Wer sich mit der Technik nicht auskennt, dem helfen allerorten Gutachter. Bei TÜV oder DEKRA sowie anderen Sachverständigen kostet der sogenannte Vertrauenscheck ab 35 Euro – gut angelegtes Geld, alles andere wäre teurer.

Autor: Bernd Volkens

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