Gebrauchtwagenkauf: Betrügerische Blender
— 20.01.2012
Darauf müssen Sie achten
Das Auto blitzt und funkelt, steht auf den ersten Blick da wie neu. Das muss ein guter Kauf sein. Denkste! Doch einen Blender wie dieses Audi Cabrio kann auch der Laie entlarven.
Die Sonne scheint und wirft ein freundliches Licht auf den Gebrauchtwagenhändler im Gewerbegebiet. Große Tafeln künden von Garantie und Barankauf, Glitzer-Fähnchen schmücken den kargen Verkaufscontainer. Ein Händler wie viele in Deutschland. Auf dem Hof stehen Autos aller Marken, die meisten deutlich angejahrt. So wie das 13 Jahre alte
Audi Cabrio. Für 5.990 Euro steht es in der ersten Reihe, mit frischem TÜV und scheckheftgepflegt. Was sind da schon 161.500 Kilometer? Für das Baujahr 1999 sogar eine unterdurchschnittliche Laufleistung. Doch auf den zweiten Blick kommen Zweifel an der Seriosität des
Gebrauchtwagen-Angebots. Die Spaltmaße zwischen Kofferraumdeckel und den Seitenteilen verlaufen ungleichmäßig, das gesamte Heck wurde außerdem neu lackiert – in Hinterhof-Qualität. An einigen Stellen hat der Lack eine Oberfläche wie eine Mandarine. Damit nicht genug: Eine hängende Fahrertür, ein durchgescheuerter Teppich, ein deutlich verschlissener Fahrersitz und Steinschlagschäden lassen vermuten, dass der Audi viel mehr gelaufen ist als versprochen. Wir lassen uns die Zulassungsbescheinigung zeigen – und merken uns Name und Wohnort des Vorbesitzers. Am Telefon erzählt er: "Ich hatte einen Heckschaden und habe das Cabrio bei Audi in Zahlung gegeben. Es war ja auch schon über 315.000 Kilometer gelaufen." Ein Tacho-Trickser hat mehr als 150.000 Kilometer verschwinden lassen! Bei diesem Betrug fällt es kaum noch ins Gewicht, dass der Audi kein ESP hat, obwohl das auf dem Verkaufszettel steht. Den Schleuderschutz bot Audi erst im Nachfolgemodell an. Wie Sie sich vor betrügerischen Blendern schützen, lesen Sie in der Bildergalerie.
| Checkliste Gebrauchtwagenkauf |
| Karosserie |
Ja |
Nein |
| Farbnebel an Anbauteilen, Farbunterschiede? |
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| Blick entlang Flanke: ungleichmäßige Lackoberfläche
("Mandarinenhaut", Wellen)? |
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| Steinschlagschäden, matter Lack an der Front? |
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| Ungleichmäßige Fugen von Türen zur Karosserie? |
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| Hängende Fahrertür? |
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| Knickstellen am Unterboden (Unfallschaden)? |
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| Nachträgliche Schweißnähte? |
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| Magnet-Test: Spachtel-Reparaturen? |
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| Innenraum |
Ja |
Nein |
| Fahrersitz durchgesessen, Sitzwangen aufgerissen? |
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| Lenkrad, Schaltknauf, Schalter: stark abgegriffen? |
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| Pedale: Gummis abgenutzt? |
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| Sicherheitsgurt Fahrersitz: ausgefranst? |
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| Bodenteppiche/Kofferraum: feucht? |
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| Unterboden |
Ja |
Nein |
| Frischer Unterbodenschutz? |
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| Starker Ölverlust an Motor, Getriebe, Achsen? |
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| Bremsscheiben: Rost, Riefen? |
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| Abgasanlage: Rost, Dichtigkeit? |
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| Motor |
Ja |
Nein |
| Zahnriemen: Wechselintervall eingehalten? |
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| Ölzettel: regelmäßig gewechselt, passen Datum
und Kilometerstand? |
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| Ölverlust oder Ölschlamm am Einfülldeckel? |
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| Flüssigkeiten: genug Wasser, Öl, Bremsflüssigkeit? |
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| Bei laufendem Motor: auffällige Geräusche? |
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Lars Busemann
Fazit
Tacho-Manipulation und vertuschte Unfall schäden kommen in jeder Preisklasse vor. Aber nicht überall. Seriöse Händler verkaufen mit Prüfsiegel und Garantie, gehen offensiv mit Schäden um. Vorsicht: Hinter einigen Privat-Annoncen stecken gewerbliche Verkäufer, die sich um die gesetzliche Gewährleistungspflicht drücken wollen. Im Zweifel zum Kfz-Sachverständigen fahren!
Kommentare zum Artikel (1)
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Wer sein Auto beim Strassenhändler kauft, dem ist nicht mehr zu helfen...
Die selben Personen würden sich vermutlich auch in Italien am Strand ne Rolex andrehen lassen und sich danach wundern, warum das Teil nicht echt ist! ;)