Gebrauchtwagenmarkt

Krisenstimmung und Schnäppchenpreise Krisenstimmung und Schnäppchenpreise

Gebrauchtwagenmarkt

— 02.08.2002

Krisenstimmung und Schnäppchenpreise

Des einen Freund, des anderen Leid: Die geringe Nachfrage auf dem Gebrauchtmarkt ermöglicht derzeit Schnäppchenkäufe.

Die schlechte Marktlage ...

Niemand will Gebrauchte: Autos aus zweiter Hand stehen sich in Deutschland momentan die Reifen platt. Im ersten Halbjahr 2002 wechselten laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) nur 3,49 Millionen Pkw den Besitzer. Das sind fast 300.000 oder 6,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Vor allem der Juni, traditionell ein guter Monat, erlebte einen dramatischen Einbruch: Nur 551.000 Gebrauchte wurden umgeschrieben, 52.000 weniger als im Vorjahresmonat und sogar 140.000 weniger als 1999.

Aus der Talfahrt der letzten beiden Jahre (minus 3,6 bzw. 1,5 Prozent) hat sich längst ein Absturz entwickelt. Schuld an der Mega-Flaute ist die miese Wirtschaftslage. "Die täglichen Hiobsbotschaften über Pleiten und Entlassungen bremsen die Konsumlust", sagt Professor Ferdinand Dudenhöffer vom Center of Automotive Research (CAR) der Fachhochschule in Gelsenkirchen. "Gerade beim Autokauf, wo viel Geld im Spiel ist." Immerhin: Wer jetzt ein gebrauchtes Auto kaufen will, hat gute Chancen auf hohe Rabatte. "Es ist Schnäppchenzeit", so Dudenhöffer. "Ein Überangebot auf dem Markt gibt es aber nicht," sagt Jürgen Schönleber von der Deutschen Automobil Treuhand (DAT). "Die Zahl der Gebrauchten stagniert bei einer Million Fahrzeuge. Momentan nehmen die Händler kaum noch Autos in Zahlung." Und das wiederum bremst das Neuwagengeschäft.

... und was man dagegen tun kann

Autos aus zweiter Hand sind momentan so begehrt wie harte Brötchen. Wer jetzt einen guten Preis erzielen will, muss alle Register ziehen: Am Anfang steht die Auto-Aufbereitung. Waschen, Saugen, Polieren – vor allem Private lassen sich von der Optik beeindrucken. Mit dem zweiten Schritt erreicht das Auto-Angebot den Käufer. Internet-Börsen bieten kostenlos die Möglichkeit, das Auto einem Millionenpublikum zu zeigen. Bei www.autobild.de kann auch ein Foto eingestellt werden. Mehr Kaufinteressenten als hier sind schwer zu erreichen – und damit steigt die Chance auf einen guten Erlös. Aber: Ein verschmutzter Wagen am Schrottplatz zieht weniger Blicke auf sich als ein gepflegtes Fahrzeug vor neutralem Hintergrund.

Versteigern statt verkaufen, diese Regel gilt bei Online-Auktionen. Der Anbieter nennt für sein Auto einen Rufpreis, den Wagen bekommt nach der Versteigerung der Höchstbietende. Billig-Autos sind stärker gefragt als teure Ware. Blutige Auktions-Anfänger üben zuvor besser mit anderem Kleinkram, denn mit Autos wird online viel Unfug getrieben. Bei all den Vorteilen der Internet-Welt ist der Anzeigenteil der Lokalzeitung nicht zu verachten. Hier blättern Interessenten aus der Nachbarschaft, die keine lange und kostspielige Anfahrt zur Besichtigung auf sich nehmen möchten. Die überregionalen Schnäppchenjäger bleiben einem erspart, Handeln ist aber auch unter Nachbarn üblich.

In Berlin, Hamburg oder München gastieren Auto-Großmärkte am Wochenende. 25 Euro kostet die Möglichkeit, den Wagen einen Tag anzubieten. Findet sich tatsächlich ein Interessent, ist Vorsicht gefragt. Hier wurde schon viel betrogen, daher besser nur Kontakte knüpfen und Telefonnummern austauschen. Das neue Gewährleistungsrecht macht es Privaten schwer, denn der Profi haftet nach dem neuen Recht mindestens ein Jahr für Mängel. Der Private nicht. Das lockt Käufer. Private Verkäufer können mitziehen und eine Garantieversicherung abschließen. Sie kommt für Schäden an den wichtigsten Baugruppen auf. Preis: je nach PS-Zahl, mindestens aber 190 Euro. Interessiert sich noch immer keiner für den Wagen, liegt es an der Preisvorstellung. Dann hilft nur Nachlass.

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