Gebrauchtwagennmarkt

Die zehn besten Gebrauchtwagen Die zehn besten Gebrauchtwagen

Gebrauchtwagenmarkt

— 26.06.2003

Die ersten Zehn

Autos im Angebot: Modellwechsel und schleppende Konjunktur machen diese Erfolgs-Wagen zu Rennern am Gebrauchtwagenmarkt. Also: zugreifen, aber nicht blind!

Wer jetzt kauft, fährt günstig

Wenn die Wirtschaft hustet, windet sich der Automarkt vor Schmerzen. Und genau das erleben wir zurzeit: Die Verkaufszahlen fahren im Rückwärtsgang. Die Besitzumschreibungen von Gebrauchten ließen im letzten Jahr um 5,3 Prozent nach, die Neuzulassungen um 2,7 Prozent; so das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe. Doch keine Krise ohne Gewinner, seit Monaten pokert der Kunde im Spiel um Marktanteile, Zulassungsstatistiken und das nackte Händlerüberleben mit guten Karten.

Gebrauchtwagenpreise sind heute günstig wie schon lange nicht, denn die Autos binden Kapital und müssen vom Hof. Kein Händler bezahlt einen Gebrauchtwagen noch bar, alle nehmen dafür Kredite auf. Die Zinsen stehen zwar tief, müssen aber dennoch beglichen werden. Wer jetzt kauft, fährt günstig. Vor allem, wenn er die Spielregeln beachtet. Was der Wagen über die Zeit wirklich kostet, kann erst nach dem Wiederverkauf errechnet werden.

Um nach einigen Jahren wieder einen guten Preis zu erzielen, sollte die Auto-Auswahl unter möglichst vernünftigen Gesichtspunkten erfolgen. Also keinen individuellen Schnickschnack wie ein besonders teures Spoilerpaket oder exotische Farben. Beliebt sind Schwarz und Silbermetallic, Rot geht nur noch bei Kleinwagen, Weiß senkt den Wert.

Erst überlegen, dann clever kaufen

Die Ausstattung sollte komplett und der Fahrzeugklasse angemessen sein. Klimaanlage ist ein Muss, Navigationssysteme dürfen ab Mittelklasse nicht mehr fehlen. Die Frage nach dem richtigen Motor beantwortet in erster Linie der Auto-Alltag. Diesel spart nur bei Kilometerfressern, holt aber beim Werterhalt im Vergleich zum schwachen Benziner auf. Finger weg von Topmotorisierungen, auch wenn die Angebote noch so verlockend erscheinen. Denn ob Diesel oder Benziner – diese Autos haben neben großem Kraftstoffverbrauch auch den höchsten Wertverlust. Und dann wäre der Bonus der aktuellen Marktschwäche wieder dahin.

Kommentar von Nikolaus Eickmann, AUTO BILD-Redakteur "Wann kaufen Sie Ihr nächstes Auto?", wollten wir bei einer Umfrage auf unserer Internet-Seite von Ihnen wissen. Das Ergebnis: Nur 17,5 Prozent beabsichtigen eine Anschaffung in den nächsten drei Monaten, 20,7 Prozent innerhalb des nächsten halben Jahres. 61,8 Prozent meinen, sie hätten kein Geld für ein Auto. Die Folge: Gebrauchtwagen stehen sich im Händler-Hof die Reifen platt, Neuwagenhändler kämpfen ums Überleben, tausende Deutsche zittern um ihren Arbeitspatz.

Hilfe von der Regierung? Wäre schön, wenn sie in Zukunft nicht noch größeren Schaden verursacht. Aber wie wäre es mit Zuversicht? Schluss mit Schwarzmalen, Mut zum Konsum! Wer heute ein Auto kauft, sichert Arbeitsplätze, kurbelt die Wirtschaft an und liefert Steuern ab. Warum noch lange warten? Ihr Autohändler hat zurzeit für das Ersparte bestimmt attraktivere Angebote in petto als der Anlageberater Ihrer Bank.

Audi A3 und BMW 5er-Reihe

Audi A3 Mit dem A3 startete Audi erstmals in der Kompaktklasse, und zwar ziemlich erfolgreich. Die ersten Fahrzeuge konnten den Premiumanspruch noch nicht stützen, doch ab dem Baujahr 98 wurde der A3 zu einem echten Vollwert-Auto. Mit dem Golf teilt er zwar einen Großteil seiner Technik, allerdings gilt er als wesentlich besser verarbeitet und zuverlässiger als der VW. Keinen Spaß versteht der Zahnriemen, deshalb sollte der Verkäufer den Wechsel belegen können. Andernfalls droht ein teurer Motorschaden. Defekte Fensterheber und streikende Sitzheizungen sind bis zum Baujahr 01 ein Thema. Eine gute Kombination ist der Diesel-Direkteinspritzer mit Allradantrieb. Doch die Vernunft legt wohl eher bodenständige Standardmotorisierungen nahe.

BMW 5er Ein Fünfer wird älter, aber niemals alt. Zum Modellwechsel wirkt er noch immer agil, und manche werden einen der letzten suchen, nur um dem neuen Design zu entgehen. Materialien und Verarbeitung sind nicht anders, als man es von so einem BMW erwartet: top. Die Motoren halten bei regelmäßiger Wartung mehrere 100.000 Kilometer, nur die Bosch-Einspritzpumpen der Common-Rail-Diesel (520d, 530d) sorgten wiederholt für Ärger. Vor dem Kauf sollte die Lenkung geprüft werden, die Gelenke schlagen relativ rasch aus. Bei Fahrzeugen mit Automatik und hoher Laufleistung während der Probefahrt darauf achten, ob das Getriebe auch sanft schaltet. Den M5 besser nur vom Markenhändler kaufen, denn Reparaturen kommen enorm teuer.

Mercedes-Benz C- und E-Klasse

Mercedes-Benz C-Klasse Eine gebrauchte C-Klasse findet sich leicht, die Mercedes-Organisation ist bestens im Internet aufgestellt, zum Beispiel bei autobild.de. Weniger gut finden manche die wenig hochwertig anmutenden Kunststoffe im Innenraum sowie die launenhafte Elektronik. Vor allem die Multifunktionsanzeige ist ein Problemfall, bei bestimmten Lenkrad-Einschlagwinkeln kommt es oft zu Fehlfunktionen. Abgesehen davon gilt der W203 als ausgereift und leistet sich keine Allüren. Vorausgesetzt, der Motor gibt seine Kraft an ein Automatikgetriebe ab, denn die manuellen sind bei Mercedes traditionell hakelig. Bleibt noch die Motorwahl: Der 180 wirkt etwas schwächlich, der leider im Betrieb eher teure 240 mit V6- Motor gilt als ausgesprochen laufruhig. Renner am Markt sind die CDI-Diesel, vor allem der 220 CDI ist begehrt und empfehlenswert. Bei unserem Dauertest C 220 CDI T-Modell fiel bislang nur das Schiebedach auf. Es verhakte sich mit der Kunststoffabdeckung der Führungsschienen und zerlegte diese.

Mercedes-Benz E-Klasse Wer einen gebrauchten E der Baureihe W210 sucht, sollte gut aufpassen. Rost macht sich an Kanten und am Unterboden breit, oft klärt schon ein Blick unter das Reserverad im Kofferraum, wie es um den Wagen steht. Der Kombi wurde vor kurzem abgelöst und kommt nun in größeren Stückzahlen zum Händler. Meist zu attraktiven Preisen – vergleichen lohnt. Mechanisch gilt die E-Klasse als sehr ausgereift, wie zahlreiche Taxifahrer gerne bestätigen. Der Taxieinsatz bringt es auch mit sich, dass Ersatzteile billiger kommen, als man denkt. Diese Kunden-Klientel würde überzogene Preise nicht bezahlen. Vielfahrern empfehlen wir den E 270 CDI, der E 240 ist bis etwa 15.000 Kilometer Jahresfahrleistung die bessere Wahl.

Opel Zafira, Peugeot 206+, Renault Sénic

Opel Zafira Mit dem Zafira kam für Opel der Erfolg zurück. Vor allem bei Familien punktet der Siebensitzer mit seinem einzigartigen Sitzkonzept (die beiden Stühle der letzten Reihe können in den Kofferraumboden geklappt werden). Und Familien, notorisch knapp bei Kasse, suchen preiswerte Gebraucht-Zafira wie die Nadel im Heuhaufen. Vor allem, wenn ein Diesel unter der Haube werkt. Einziger Nachteil: der Öl-Durst. Beim TÜV punktet der Zafira sonst mit guten Zahlen, im AUTO BILD-Dauertest erarbeitete er sich einen soliden Ruf. Gute Verarbeitung, strapazierfähige Innenraummaterialien und ein für Opel guter Werterhalt sind Zafira-Vorzüge. Wer ein gutes Exemplar mit 1,8-Liter-Benziner oder 2,0- Liter-Diesel zum Listenpreis findet, sollte zugreifen.

Peugeot 206 Von Kleinwagen verstehen sie was, die Franzosen. Der Peugeot 206 trifft den Geschmack aller, die keinen braven Polo, sondern ein pfiffigeres Auto mit solider Technik wollen. Wer es in der Kurve wissen will, kann Probleme mit dem Heck bekommen; gefährlich ist das Fahrverhalten aber deshalb noch lange nicht. Die Verarbeitung hat Peugeot bei den jüngeren Fahrzeugen ab 2001 im Griff, Klappern wird hier nur noch auf Kopfsteinpflaster als störend empfunden. Besonders begehrt sind die drehmomentstarken, aber teuren HDi-Diesel. Schlauer ist es deshalb, sich mit einem sparsamen Basis-Benziner zu begnügen, dessen 60 PS und Serienausstattung für den Auto-Alltag voll und ganz genügen.

Renault (Mégane) Scénic Bis September 1999 war der Scénic noch ein Mitglied der Mégane-Familie, danach wurde er ein eigenständiges Modell. Typisch sind die nicht besonders langlebigen Verschleißteile wie Bremsen und Auspuff. Ihr regelmäßiger Austausch sollte deshalb in die Kilometer-Kalkulation eingehen. Die Verarbeitung ist nicht immer einwandfrei, nach drei Jahren zeigen diese Autos deutliche Gebrauchsspuren an den wenig haltbaren Innenraummaterialien. Launenhafte Elektronik, eine streikende Wegfahrsperre, rasch durchgesessene Sitze – wir wollen hoffen, dass der Scénic II besser hält. Begehrt ist der Vorgänger dennoch, vor allem jüngere Fahrzeuge mit Diesel. Finger weg von Billig-Autos, sie kommen mit der Zeit ganz schön teuer.

Skoda Fabia, VW Golf und Passat Variant

Skoda Fabia Der Preis macht heiß, denn im Vergleich zu VW-Produkten ist der Skoda ein Sonderangebot. Schlechter ist er indes kaum. Unser Dauertest-Fabia enttäuschte allerdings mit einem Getriebeschaden. Die Materialien wirken billiger als beim Bruder Polo, die Verarbeitung ist durchaus vergleichbar. Ein Geheimtipp ist der Skoda schon lange nicht mehr, deshalb werden Sonderangebote seltener. Doch ein günstiger Vorführ- oder Jahreswagen mit wenig Kilometern kann ein guter Kauf sein, der sich rechnet.

VW Golf Im Herbst startet der neue Golf, das aktuelle Modell steht zum Abverkauf bereit. Wer noch Zeit hat, sollte noch ein wenig warten. Denn sobald sich der Newcomer auf den Straßen blicken lässt, sinken die Preise des Vormodells. So solide wie sein Ruf ist der Golf leider schon lange nicht mehr, wie TÜV-Report und die Zuschriften unserer Leser zeigen. Elektrikprobleme, reißende Zahnriemen, Getriebeschäden – die vierte Generation Golf hat an Glanz verloren. Heiß begehrt sind dennoch die TDI-Diesel und der Benziner mit 75 PS.

VW Passat Variant Bald feiern wir 30 Jahre VW Passat, doch so problembeladen wie der 3B oder das nur leicht geänderte aktuelle Modell war kein anderer zuvor. Wassereinbruch bei der Klimaanlage, defekte Elektrik, Motor- und Getriebeschäden, knarrende Vorderachsen, Bremsprobleme auf salznasser Fahrbahn – kaum ein Leiden, das der Passat und unsere Leser noch nicht kennen. Gefragt ist der betagte Wolfsburger am Gebrauchtwagenmarkt dennoch, vor allem in Topausstattung mit starkem TDI-Diesel.

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