Gebrauchtwagenverkauf

Lieber ohne Schilder

Gebrauchtwagenverkauf

— 28.03.2003

Lieber ohne Schilder

Wer seinen Gebrauchtwagen abgemeldet verkauft, erspart sich eine Menge Ärger.

Steuer, Bußgeld, Versicherung

Fast jeder von uns hat schon mal einen Gebrauchtwagen verkauft. Von privat an privat. Dabei gibt es in der Regel das meiste Geld. Aber leider oft auch den meisten Ärger. Zum Beispiel wenn das Auto zugelassen verkauft wird und der neue Besitzer es nicht sofort ummeldet. Denn das merkt erstmal keiner. Weder Polizei (gültige Kfz-Kennzeichen sind ja am Auto), noch Versicherung oder Zulassungsstelle. Da kann es teure Überraschungen geben, wie wir auch aus vielen Leserbriefen wissen. Mal muss ein Leser Steuer und Versicherung für ein Auto bezahlen, das er schon vor Monaten verkauft hat. Mal drohen Bußgeld und Punkte in Flensburg, weil der Käufer beim Überfahren einer roten Ampel geblitzt wurde. Ärgerlich auch, wenn die Versicherung den Beitrag erhöht, weil das nicht umgemeldete Auto nach einem Unfall in eine schlechtere Schadenfreiheitsklasse rutscht. Was kann man tun?

Steuer: Das Finanzamt kassiert sie so lange vom Verkäufer, bis die Zulassungsstelle dem Fiskus einen anderen Halter meldet. Das kann teuer werden: Steuerschulden verjähren erst nach 30 Jahren. Deshalb den Verkauf sofort der Zulassungsstelle melden. Das geht per Brief plus Kopie des Kaufvertrags.

Bußgelder: Ob falsch geparkt oder rote Ampel überfahren, die Polizei fragt stets den letzten gemeldeten Halter. Der Verkauf des Fahrzeugs sollte deshalb bei Bußgeldstelle und Kraftfahrtbundesamt umgehend per Post anzeigt werden. Kopie vom unterschriebenen Kaufvertrag beilegen. Bei glaubhaftem Verkauf muss der Vorbesitzer natürlich nicht die Knöllchen zahlen.

Schadenfreiheitsrabatt: Die Versicherung kann man nicht so einfach kündigen. Sie haftet so lange für alle Schäden, bis der neue Besitzer eine eigene Police abschließt. Das soll verhindern, dass bei Unfällen in der Zeit zwischen Verkauf und Ummeldung mögliche Unfallopfer leer ausgehen. Also, am besten das Auto gleich abgemeldet verkaufen. Zwar haften Käufer und verkäufer für die Prämie gemeinsam. Doch ist der Käufer unauffindbar oder ins Ausland abgewandert, zahlt der Vorbesitzer ganz allein.

Auto weg, Käufer unauffindbar? Dann hilft nur noch die Zwangsstilllegung bei der Zulassungsstelle. Da kann es hilfreich sein, wenn im Kaufvertrag festgehalten wurde, ob der Käufer die alte Versicherung übernehmen oder umschreiben lassen will. Denn bei einem schriftlich angekündigten Wechsel, kann die Versicherung einfacher gekündigt werden. Und damit schneller stilllegelegt werden. Das liegt im Ermessen der Zulassungsstelle – bei einigen geht es einfach, bei anderen ist Ausdauer gefordert.

So gibt es keinen Ärger

Wer seinen Gebrauchtwagen verkaufen will, sollte einige Regeln beachten, damit er nicht über den Tisch gezogen wird:

• Das Auto nie per Handschlag kaufen oder verkaufen! Immer einen schriftlichen Kaufvertrag abschließen, dessen Inhalt später notfalls eingeklagt werden kann. Den "Vertrag zum Vertragen" gibt es unter www.autobild.de im Internet.

• Unbedingt Datum und Uhrzeit der Übergabe im Vertrag festhalten. Damit das erste Bußgeld nach dem Kauf gleich an die richtige Adresse geschickt werden kann.

• Keine einseitigen Streichungen zulassen. Wenn etwas unklar ist, in jedem Fall schriftlich darauf hinweisen, was der Verkäufer tatsächlich bestätigen kann. Keine Zusicherungen wie "unfallfrei" machen, wenn der Verkäufer dies nicht sicher weiß.

• Nur Bares ist Wahres. Akzeptieren Sie keine Schuldscheine, Überweisungen, Raten- und Teilzahlung oder Kreditkarten. Und nicht von einem Geld-Bündel täuschen lassen – sind die Scheine echt? (mit eigenem Geld vergleichen).

• Besser ist es, den Gebrauchten vor dem Verkauf abzumelden und dies allen Interessenten mitzuteilen. Mögliche Käufer können dann die nötigen Kurzzeit-Kennzeichen (§ 28 StVZO) mitbringen. Sie gelten fünf Tage (inkl. Tag des Antrags) und kosten mit Gebühren ab etwa 20 Euro. Wichtig: Auf die Deckungszusage achten!

• Die Abmeldung sofort der Zulassungsstelle und der Versicherung mitteilen. Dann endet die Steuerpflicht, und der Versicherungsvertrag ruht bis zur Anmeldung eines neues Wagens – in der Regel ein Jahr lang ohne Verlust des Schadenfreiheitsrabatts. Tipp: Diese Ruhezeit bei der Versicherung erfragen.

• Wird ein zugelassenes Fahrzeug verkauft, muss das sofort der Zulassungsstelle gemeldet werden, sonst läuft die Kfz-Steuer weiter. Ein formloser Brief mit Kopie des Kaufvertrags genügt.

• Immer Personalausweis und Führerschein (unabdingbar für die Probefahrt!) des Käufers überprüfen und miteinander vergleichen. Bei Abweichungen oder fadenscheinigen Erklärungen lieber auf den Verkauf des Autos verzichten.

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