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Geely kauft Volvo

— 29.03.2010

Volvo wird chinesisch

Jetzt ist der Deal perfekt: Der chinesische Autobauer Geely kauft Volvo für 1,8 Milliarden Dollar. Gerade auf dem asiatischen Markt will Volvo gewaltig wachsen und seinen Absatz verdoppeln.

Nun ist es amtlich: Der chinesische Autobauer Geely übernimmt die Ford-Tochter Volvo für 1,8 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro). Der Name Volvo kommt vom lateinischen "ich rolle" und Geely vom chinesischen "Glück". Ob die schwedischen Autobauer nun nach elf Jahren als Ford-Tochter und der endgültigen Übernahme durch den Geely-Konzern einer glücklichen Zukunft entgegenrollen, gilt als offen. "Dies ist ein Meilenstein", freute sich Geely-Chef Li Shufu bei der Unterzeichnung des Kaufvertrages mit der bisherigen US-Konzernmutter. Und sicher ist tatsächlich schon jetzt: Mit der Volvo-Übernahme steigen die Chinesen in Sachen Technologie erstmals als Eigner in die prestigeträchtige Spitzenliga der Autoindustrie auf. Zur Besiegelung des Kaufvertrages in Göteborg gelang es Li Shufu, skeptisch gewordene Betriebsräte mit neuen Informationen zur bisher geheim gehaltenen Kredit-Finanzierung optimistisch zu stimmen. "Jetzt fühlen wir uns viel besser. Wir stehen hinter diesem Verkauf", sagte Betriebsratssprecher Glenn Magnusson am Volvo-Stammsitz Torslanda.

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Schwedens Wirtschaftsministerin Maud Olofsson stellte sich bei der Vorstellung des Deals zwischen Ford-Finanzchef Lewis Booth und Li Shufu, um die Unterstützung durch die Regierung zu demonstrieren. Ford und der zweitgrößte chinesische Autokonzern hatten sich bereits im Dezember 2009 prinzipiell geeinigt. Je länger sich die Unterschriften aber hinauszögerten, desto unruhiger wurden die Schweden: Hat die Zhejiang Geely Holding Group tatsächlich genug Kapital hinter sich, um neben dem Kaufpreis von 1,8 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro) auch die hohen Kosten für die Entwicklung neuer Modelle, Investitionen, die angekündigte Expansion in Fernost und für neue Krisenschwankungen zu tragen? Für Peking ist die Übernahme des schwedischen Autoherstellers mit weltweit bewunderter Spitzentechnologie auch ein Prestigeprojekt. Die 1927 gegründete Edelmarke Volvo steht für eine ganz und gar andere Autotechnologie als der junge Emporkömmling Geely mit seinem noch recht simplen Modellprogramm und zwölf Jahren Produktionserfahrung.

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Dass Geely von der eigenen Regierung hoch subventioniert wird, könnte noch zu einem Stolperstein für Volvo werden: Die Schweden haben kurz nach der Ankündigung des Verkaufs durch Ford eine Kreditzusage über 445 Millionen Euro von der Europäischen Investitionsbank (EIB) für Neuentwicklungen bekommen. Ob die auch für den staatlich gestützten China-Konzern gilt, ist noch unsicher. Li Shufu dürfte diese Hilfe trotz diverser Kreditzusagen aus Fernost und Europa ebenfalls benötigen. Mit 10.000 Beschäftigten und einer Jahresproduktion von 300.000 Autos ist die künftige Volvo-Mutter kleiner als die Tochter. Die Schweden produzierten 2008 mit mehr als doppelt so vielen Mitarbeitern im eigenen Land sowie im belgischen Gent 375.000 Wagen. Vor allem die Aussicht auf direkten Zugang zum gigantischen Wachstumsmarkt China gilt als die große "Glücksverheißung" – wie der Name Geely auch nahelegt. Li Shufu hat den Schweden eine Verdoppelung ihrer Absatzzahlen in Aussicht gestellt und will dafür auch eine neue Produktionsanlage bei Peking bauen. Andererseits hat er hoch und heilig versprochen, die Forschung und Entwicklung ebenso in Göteborg zu belassen wie die Produktion für Volvos Stammmärkte.

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