Geisterfahrer: ADAC-Studie
— 20.12.2012
Die gefährlichsten Autobahnen
Die meisten Falschfahrer sind auf kurzen Zubringer-Autobahnen unterwegs. Das hat eine aktuelle Studie des ADAC ergeben. Hier das Ranking der Geister(fahr)bahnen!
Kurze, oft nur wenige Kilometer lange Autobahnabschnitte bergen offensichtlich das größte Risiko, auf einen Geisterfahrer zu treffen oder selber in falscher Richtung aufzufahren. Dies zeigt eine aktuelle ADAC-Auswertung aller Falschfahrermeldungen aus den Jahren 2010 und 2011. Der Club registrierte auf den Autobahnen A255, A980 und A643 im Verhältnis zur Streckenlänge die mit Abstand meisten Falschfahrermeldungen. Insgesamt konnten rund 30 besonders auffällige Autobahnen identifiziert werden. Die meisten davon sind Zubringer oder Verbindungsstrecken in Ballungsräumen und haben eine dreistellige Autobahn-Nummer.
A661 Darmstadt – Bad Homburg (37 km)
50 Falschfahrermeldungen 2010/2011; 67,0 Falschfahrermeldungen pro Jahr und pro 100 Kilometer.
A391 Braunschweig Südwest - Gifhorn (13,4 km)
18 Falschfahrermeldungen 2010/2011; 67,2 Falschfahrermeldungen pro Jahr und pro 100 Kilometer.
A516 Oberhausen - Oberhausen-Eisenheim (5,3 km)
Acht Falschfahrermeldungen 2010/2011; 75,5 Falschfahrermeldungen pro Jahr und pro 100 Kilometer.
A293 Oldenburg-West - Oldenburg-Nord (8,6 km)
13 Falschfahrermeldungen 2010/2011; 75,6 Falschfahrermeldungen pro Jahr und pro 100 Kilometer.
A98 Weil am Rhein - Tiengen (19,8 km)
30 Falschfahrermeldungen 2010/2011; 75,8 Falschfahrermeldungen pro Jahr und pro 100 Kilometer.
A 562 Bonn-Rheinaue - Bonn-Ost (3,8 km)
Sieben Falschfahrermeldungen 2010/2011; 92,1 Falschfahrermeldungen pro Jahr und pro 100 Kilometer.
A559 Köln-Porz - Köln-Gremberg (3,7 km)
Acht Falschfahrermeldungen 2010/2011; 108,1 Falschfahrermeldungen pro Jahr und pro 100 Kilometer.
A643 Mainz - Wiesbaden (8,1 km)
23 Falschfahrermeldungen 2010/2011; 142,0 Falschfahrermeldungen pro Jahr und pro 100 Kilometer.
A980 Waltenhofen - AD Allgäu (5,1 km)
16 Falschfahrermeldungen 2010/2011; 156,9 Falschfahrermeldungen pro Jahr und pro 100 Kilometer.
A255 Hamburg-Süd - Neue Elbbrücken (2,4 km)
Acht Falschfahrermeldungen 2010/2011; 166,7 Falschfahrermeldungen pro Jahr und pro 100 Kilometer.
Wenn nötig, legt die Polizei so genannte Stop Sticks aus. Überquert der Geisterfahrer diese, entweicht kontrolliert die Luft aus seinen Reifen.
Auffällig: Berlin, Hamburg und Bremen sowie das Saarland kommen – bezogen auf die Länge des Autobahnnetzes – auf deutlich mehr Falschfahrermeldungen als die übrigen Bundesländer. Der ADAC vermutet, dass dies auf die höhere Anschlussstellendichte zurückzuführen ist. Auffällig ist auch, dass die ostdeutschen Länder besser abschneiden als die Länder im Westen. Dies liegt laut Club daran, dass die Autobahnen im Osten neuer und nach aktuelleren Richtlinien gestaltet sind als die Fernstraßen im Westen. Auch die Wegweisung und Beschilderung dürfte in Ostdeutschland vielerorts in einem besseren Zustand sein, glaubt man beim ADAC.
21. Oktober 2012:
Ein 24-Jähriger fährt in Selbsttötungsabsicht in falscher Richtung auf der A46 im Sauerland. Bei Meschede rast er in ein entgegenkommendes Auto mit vier Insassen, die auch alle sterben.
15. Oktober 2012:
Zwei Kinder und ihr 31 Jahre alter Vater werden beim Zusammenstoß mit einer Geisterfahrerin auf der A1 bei Rivenich (Rheinland-Pfalz) getötet. Die 60-Jährige überlebt schwer verletzt.
2. Oktober 2012:
Eine 31-Jährige, die nackt am Steuer sitzt, sowie ihre beiden Töchter kommen ums Leben, als die psychisch verwirrte Falschfahrerin auf der A73 bei Bamberg in ein Auto prallt. Auch dessen Fahrer (25) und Beifahrer (54) sterben.
6. November 2011:
Auf der A96 rammt im Unterallgäu ein 82 Jahre alter Geisterfahrer frontal das Auto einer 49-Jährigen, die ebenfalls stirbt.
5. November 2011:
Ein 48-Jähriger wendet nachts auf der A3 bei Idstein (Hessen). Danach rast er frontal gegen ein Auto, dessen 56 Jahre alter Fahrer stirbt. Der Falschfahrer flieht zu Fuß und stellt sich erst einen Tag später der Polizei.
18. September 2011:
Ein 81-Jähriger baut als Geisterfahrer auf der A14 von Leipzig nach Dresden einen schweren Unfall, bei dem drei Menschen sterben.
Die meisten Geisterfahrer sind laut ADAC am Wochenende unterwegs.
Wie die Auswertung des ADAC weiter zeigt, passieren an Wochenenden die meisten Geisterfahrten. 23 Prozent aller gemeldeten Falschfahrten wurden am Sonntag, 20 Prozent am Samstag registriert. Die anderen Wochentage kamen auf Anteile von elf bis zwölf Prozent. Zwischen fünf und neun Uhr morgens besteht das geringste Risiko, einem Falschfahrer zu begegnen, zwischen 20 und 5 Uhr ist die Gefahr am größten. Eine Zunahme von Geisterfahrten in der dunklen Jahreszeit ist nicht zu erkennen: Die meisten Meldungen gehen zwischen August und Oktober ein, die wenigsten im Februar und März. Laut ADAC liegt die Zahl der Falschfahrermeldungen auf Autobahnen in diesem Jahr mit rund 1900 auf dem Vorjahresniveau.
Wie oft gibt es Geisterfahrer?
Laut ADAC werden im Jahr bundesweit 2800 Fälle gemeldet, davon 2000 auf Autobahnen. Die allermeisten gehen glimpflich aus. Geisterfahrer verursachten gerade einmal drei Prozent der tödlichen Unfälle auf Autobahnen.
Was treibt Geisterfahrer an?
Den typischen Geisterfahrer gibt es nicht. Es gibt verschiedene Ursachen, warum jemand dazu wird. In einigen Fällen sind es Selbstmordabsichten, oft ist es aber auch ein reines Versehen oder Zerstreutheit, dass jemand in falscher Richtung auf eine Autobahn fährt oder dort wendet. Manchmal sind auch Drogen oder Alkohol im Spiel. Der Auto Club Europa (ACE) weist darauf hin, dass manche Auffahrten einfach auch schlecht beschildert sind.
Kann man Geisterfahrer verhindern?
Der ACE sieht in einer besseren Beschilderung an Auffahrten die einzige Stellschraube, mit der man etwas verbessern könne. Auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) erwägte zuletzt, durch neongelbe Warnschilder die Auffahrten besser zu kennzeichnen. Es gibt auch Forderungen, an den Auffahrten Krallen zu installieren, die Fahrzeuge, die in falscher Richtung auffahren wollen, stoppen würden. Das wäre aber sehr aufwendig und teuer.
Was tun, wenn vor einem Geisterfahrer gewarnt wird?
Die Automobilclubs raten dazu, sich rechts zu halten, langsamer zu fahren und im Ernstfall auf dem Seitenstreifen anzuhalten. Damit man die Warnung überhaupt mitbekommt, ist es natürlich wichtig, im Auto den Verkehrsfunk zu hören.
Diese Autobahnauffahrt lädt zum Falschfahren ein. Der ADAC fordert eine bessere Verkehrsführung.
Um die Gefahr durch versehentliche Falschfahrten zu reduzieren, fordert der Club, alle Autobahn-Anschlussstellen und Rastanlagen mit neonfarbenen Warntafeln nach österreichischem Vorbild auszustatten. Da etwa die Hälfte aller Falschfahrten ihren Ausgangspunkt an Anschlussstellen hat, seien dort durch Ummarkierungen die Autofahrer eindeutiger auf die Autobahn zu führen. Zudem müssten alle Autobahnanschlussstellen und -kreuze sowie die Auf- und Abfahrten an Rastanlagen regelmäßig von den zuständigen Behörden bei Nacht überprüft werden, so der ADAC.
Kommentare zum Artikel (5)
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Wenn man schon einmal beim Thema sind,sollte man auch mal an die Vernunft vieler Autofahrer auf den Autobahnen appelieren.Die Flucht nach vorne heißt der Slogen derer, die Tag täglich die Autobahne befahren.Ein Fluchtverhalten das uns angeboren ist.Sollte man nicht mal darüber nachdenken,dass es auch anders möglich gemacht werden kann.Fischen heißt dieses menschliche
Verhalten.Wichtig wäre jetzt koordiniertes Handeln,schnell und synchron wie Fischen im Schwarm.
Also;Alle Verringern gleichzeitig Tempo und ihren Abstand,schaffen dadurch zusätzliche Kapazitäten.Doch nichts da;Dem Menschen kommt genau das ins Gehege seine Natur,die Evolution,Selbstbehauptung,Kampf und Fluchtverhalten.Man sollte mal darüber Nachdenken.....
Man kann schon sagen,dass eine bessere Verkehrsführung von Nöten ist.Anschlußstellen sollten
übersichtlicher gestaltet werden.Eine durchgehende Markierung die einem den Verlauf anzeigt.
Bei uns in der Stvo sind festgelegte Markierungen leider ein Standard.Für die Sicherheit müßte
mehr getan werden.
Mit einem Kurzfristigen Fürerscheinentzug und ein PaarTausend € Strafe, die milde verhängt wurden, weil er aus einem Land mit schlechteren Verhältnissen stammte, wird nicht mal dem Verursacher klar, das seine Handlungsweise verantwortungslos und Hirnrissig war und er damit grobfahrlässig das Leben einer ganzen Familie auf ewig ruiniert hat.
Man kann von einem Profi im Straßenverkehr weitaus mehr Einsicht, Voraussicht und entsprechendes Handeln erwarten. Andernfalls hat so jemand einfach nichts im Straßenverkehr zu suchen.
Jemandem, der, wie neulich Neujahr der LKW-Fahrer, auf der Autobahn wendet gehört allerdings lebenslänlich der Führerschein abgenommen.
Hat er, wie in Diesem Fall, derart gobfahrlässig den Tod anderer Menschen verursacht, sollte eine Freiheitsstrafe nicht unter 5 Jahre, nicht ausbleiben.
Als vor einiger Zeit ein LKW-Fahrer seinen Ladungskontainer nachts unbeleuchtet auf einer ebenfalls unbeleuchteten Landstraße abgestellt hatte, was ebenfalls zu einem tödlichen Unfall füehrte, war dies ebenso unverantwortlich.
Schlecht beleuchtete, schlecht gekennzeichte Auffahrten können bei schlechter vWitterung schon ein Problem sein. Logischerweise wäre eine große, grelle Hinweistafel in Augenhöhe frontal auf den Fahrer gerichtet da schon eine gute Sicherheitsbarke und Marke . Mit Sicherheit weit effektiver als Pfeile in Fahrtrichtung auf der Fahrbahn.