Geisterfahrer in Deutschland

— 23.11.2012

"Sehr seltenes Phänomen"

Der Verkehrsexperte Ralf Roos warnt nach dem schweren Unfall auf der A5 vor übertriebenem Geisterfahrer-Aktionismus. Autobahnen seien "die sichersten Straßen in Deutschland".



(dpa) Der Karlsruher Verkehrsexperte Ralf Roos (Bild oben) hat die Politik aufgefordert, nach dem schweren Unfall auf der Autobahn bei Offenburg ruhig Blut zu bewahren. "Autobahnen sind die mit Abstand sichersten Straßen in Deutschland, und Geisterfahrer sind ein sehr seltenes Phänomen", sagte der Leiter des Instituts für Straßen- und Eisenbahnwesen der Nachrichtenagentur dpa.

Geisterfahrt auf der A5: Fahrer war betrunken

"Mehr als fraglich": Feldversuch in Bayern mit speziellen Straßenschildern gegen Geisterfahrten.

Der Sinn von zusätzlichen Straßenschildern oder Pfeilen auf der Fahrbahn sei mehr als fraglich. "Wer aus Unachtsamkeit die falsche Abzweigung nimmt, oder weil er gerade eine SMS schreibt oder anderweitig im Nebel stochert, der ist nicht aufzuhalten. Da kann man noch so große Schilder aufstellen." Wirkungsvoll wären in der Fahrbahn integrierte Krallen, die hochschnellen und die Reifen zerstechen, wenn jemand aus der falschen Richtung darüber fährt. "Aber angesichts der großen Zahl von Autobahnauffahrten und Rastanlagen in Deutschland wäre das eine irrsinnige Investition. Dieser Aufwand ist angesichts des geringen Risikos nicht gerechtfertigt."

Positive Entwicklung: Unfallstatistik September 2012

Verkehrsexperte Ralf Roos sieht elektronische Warnsysteme als wirkungsvolle Hilfe gegen Falschfahrer.

Nach Einschätzung von Roos gibt es in Deutschland durchaus Trassierungsfehler, die Autofahrer dazu verleiten, einen falschen Weg einzuschlagen. "Allerdings ist mir ein solcher Fehler bei Autobahnauffahrten nicht bekannt", sagte der Wissenschaftler. Eine wirkungsvolle Hilfe gegen Geisterfahrer werde es wohl erst mittel- bis langfristig geben: mit elektronischen Warnsystemen. "Das GPS kann heute schon erkennen, ob ein Auto in verkehrter Richtung auf eine Autobahn oder in eine Einbahnstraße fährt", erklärte der Wissenschaftler.

Es werde bereits an Systemen geforscht, die den Fahrer in solchen Fällen auf seinen Fehler aufmerksam machen. "Ziel muss aber sein, dass auch die anderen Verkehrsteilnehmer gewarnt werden und sich in Sicherheit bringen können", sagte Roos. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass alle Autos mit einer Car-to-Car-Kommunikation ausgestattet sind, also mit Sensoren und Sendern, die sich ständig über den Verkehrsfluss austauschen und diese Informationen den Fahrern weitergeben.
Fotos: Direktor ISE Ralf Roos

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