Gelände-Fahrschule (8. Teil)

Gelände-Fahrschule (8. Teil) Gelände-Fahrschule (8. Teil)

Gelände-Fahrschule (8. Teil)

— 30.09.2003

Hilfe, ich sitze fest!

Jeder, der im Gelände unterwegs ist, hat es schon erlebt: Der Offroader hat sich festgefahren und nichts geht mehr – jetzt sollte man sich zu helfen wissen.

Wenn das Ende gekommen ist ...

Je schwieriger das Gelände, desto größer auch die fahrerische Herausforderung. Aber dann passiert es – und zwar jedem und immer wieder: Das Auto hat sich festgefahren, hilflos drehen die Räder traktionslos durch. Ende und aus, nichts geht mehr.

Wenn man jetzt nicht gerade in den abgelegensten Wüstengebieten unterwegs ist, naht in aller Regel sofort (in der Kiesgrube) oder nach mehr oder weniger langem Warten (auf Pisten oder Waldwegen) Hilfe in Form anderer Offroader.

Und da wir ja bereits in der letzten Lektion der Gelände-Fahrschule gesehen haben, was alles bei einem Gelände-Ausflug dabei sein sollte, hängen wir einfach unseren Bergegurt an der Abschleppöse ein und warten, bis uns ein Kollege befreit. Doch beim Abschleppen und Abschleppenlassen gibt es einige Dinge zu beachten, damit die Bergungsaktion gelingt.

Mit Spannung und Schmackes

Zuerst sollte man größere Hindernisse unter dem Havaristen und auch in Zugrichtung – die möglichst gerade sein soll – entfernen, denn sie erschweren die Bergung. Nachdem der Bergegurt an beiden Fahrzeugen befestigt ist, legen beide den ersten Gang der Untersetzung ein. Der Ziehende bringt nun langsam den Bergegurt auf Spannung. Sobald dieser straff gezogen ist, wird in beiden Fahrzeugen mit Schmackes Gas gegeben.

Reicht die Vortriebskraft nicht aus, um den Festgefahrenen zu befreien, folgt der nächste Versuch mit etwas mehr Schwung. Jetzt gibt der Fahrer des Zugfahrzeuges bereits Vollgas, ehe der Gurt völlig gespannt ist – die Masse des fahrenden Offroaders reißt nun mit Wucht am Bergegurt und der zieht schlagartig am festgefahrenen Geländewagen an.

Das geht natürlich nur bis zu einer gewissen Grenze, ohne die Fahrzeuge zu beschädigen – also immer erst vorsichtig und langsam anfangen und dann die Vehemenz des Anreißens steigern. Diese Übung funktioniert auch nur mit speziellen Bergegurten oder Bergebändern, da diese elastisch sind – ein Stahlseil z. B. gibt nicht nach, und die Gewalt des Anziehens würde nur die Fahrzeuge beschädigen.

Eigenbergung mit richtigem Gerät

Verschiedenste Hilfsmittel erleichtern oder ermöglichen erst die Eigenbergung. Mechanische Greifzüge gibt es mit unterschiedlichen Zugkräften selbst für schwere Geländewagen. An modernen SUVs mit ihren runden Fahrzeugkanten und weichen Stoßstangen lässt sich der HiLift nicht mehr ansetzen. Dieses Problem löst ein spezieller Felgen-Adapter, mit dem der HiLift direkt in den Felgen- Löchern angesetzt wird.

Die effektivsten Bergehilfen sind die altbewährten, aber sperrigen "Sandbleche", mit denen man sich aus fast jeder Situation wieder befreien kann, und elektrische Seilwinden. Letztere sind zwar schwer und teuer, helfen aber in den schwierigsten Situationen weiter. Doch der Umgang mit ihnen erfordert Vorsicht.

Nächste Folge: Fahren auf Schnee – ab 17. Oktober in AUTO BILD alles allrad.

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