Gemballa-Mörder verurteilt

Gemballa-Mörder verurteilt Gemballa-Mörder verurteilt

Gemballa-Mörder verurteilt

— 01.11.2010

20 Jahre Haft wegen Mordes

Der Mörder von Edeltuner Uwe Gemballa ist verurteilt. In einem Blitzverfahren erhielt der Mann 20 Jahre Haft. Dennoch bleiben Fragen offen, Experten vermuten eine Absprache zwischen Täter und Polizei.

(dpa/sb) In einem Blitzverfahren ist der Mörder des Stuttgarter Porsche-Veredlers Uwe Gemballa verurteilt worden. Der 28-jährige Thabiso Mpshe aus Pretoria wurde am Freitag (29. Oktober) vom Obersten Gericht in Johannesburg schuldig befunden. Dies bestätigte Polizeisprecher Oberst Vishnu Naidoo am Sonntag (31. Oktober) in Kapstadt. Mpshe wurde demnach nach seinem Geständnis zu einer 20-jährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Er sei erst am Morgen des Freitags festgenommen worden. Der Leichnam des 54-jährigen Gemballa war am 28. September in Atterdigeville nahe Pretoria in einem Plastiksack gefunden worden. Gemballa war am 8. Februar kurz nach seiner Ankunft in Johannesburg verschwunden. Als letztes Lebenszeichen galt ein Telefonanruf bei seiner Frau Christine, in dem er offenbar sehr aufgewühlt auf Englisch um die Überweisung von einer Million Euro bat.

Neue Köpfe, frisches Geld: Die Gemballa GmbH macht weiter

Mit dem Mistrale auf Basis des Porsche Panamera versuchte Gemballa Anfang 2010 noch einmal sein Geschäft anzukurbeln.

"Solche Schnell-Verfahren sind in Südafrika ungewöhnlich, kommen aber immer wieder mal vor", sagte Naidoo. Polizei und Justiz wollten das Verfahren gegen Mpshe möglichst rasch abschließen, um nicht andere Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Fall Gemballa zu gefährden. "Wir müssen andere Untersuchungen schützen, wir sind glücklich und zufrieden mit der Verhaftung, die wir gemacht haben", sagte er der "Sunday Times", die am Sonntag exklusiv über den Blitz-Prozess berichtet hatte. Strafrechtsexperte William Booth meinte gegenüber der Zeitung, es scheine, als ob die Polizei eine Art Handel mit dem Verurteilten gemacht habe, dessen Aussagen zur Festnahme von "einem großen Fisch" führen könnte.

Rückblick: Der Fall Gemballa

Die näheren Umstände des Todes von Gemballa seien noch immer unklar, hatte Naidoo der "Sunday Times" gesagt. Der Unternehmer aus Stuttgart sei erstickt, er habe keine sichtbaren Verletzungen gehabt. Gemballa war südafrikanischen Medien zufolge tief in das international organisierte Verbrechen involviert. Er soll den Export seiner Fahrzeuge genutzt haben, um Devisen in Länder wie Südafrika zu schmuggeln, hatte die "Sunday Times" berichtet. Bei den kriminellen Aktivitäten, die sich demnach auf Geldwäsche und Steuerhinterziehung konzentrierten, soll Gemballa mit dem tschechischen Millionär Radovan Krejcir zusammengearbeitet haben, der in seiner Heimat wegen Betrugs und versuchten Mordes gesucht werde. Ein Ex-Geschäftsfreund Krejcirs, Juan Meyer, habe berichtet, dass in einem von Gemballa gelieferten Sportwagen nach Südafrika in der Türverkleidung nicht – wie erwartet – eine Million Euro versteckt gewesen seien. Daraufhin sei es zwischen Gemballa und Krejcir zum Streit gekommen.

Der Porsche-Tuner sei schließlich mit falschen Versprechungen nach Südafrika gelockt worden. Krejcir befindet sich in Südafrika trotz mehrerer Ermittlungen auf freiem Fuß. Ein Gericht hat einen Auslieferungsantrag aus Tschechien abgewiesen. Die südafrikanischen Behörden hatten zunächst vermutet, Gemballa habe sich wegen der Insolvenz seiner Firma Gemballa Automobiltechnik GmbH & Co. mit Sitz in Leonberg bei Stuttgart aus Deutschland absetzen wollen. Das Unternehmen hatte kurz nach Gemballas Verschwinden im Februar Insolvenz angemeldet, die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen den Firmenchef wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung.

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