General Motors: Rüge von der NHTSA

General Motors: Zündschloss-Skandal

— 10.04.2014

GM beurlaubt zwei Ingenieure

GM-Chefin Marry Barra hat nach dem Zündschloss-Skandal zwei Ingenieure beurlaubt. Dies sei ein "Zwischenschritt bei der Suche nach der Wahrheit".

(dpa/sb) General Motors (GM) zieht erste personelle Konsequenzen aus dem für mehrere Menschen tödlichen Zündschloss-Skandal. Zwei Ingenieure seien beurlaubt worden, erklärte Konzernchefin Mary Barra heute (10. April 2014) auf einer Mitarbeiterversammlung. "Das ist ein Zwischenschritt bei der Suche nach der Wahrheit", sagte sie dort laut einer Firmenmitteilung. "Es war eine schwere Entscheidung, aber ich denke, es ist das Beste für GM."  
Auch deutsche Autos sind betroffen: Opel GT muss in die Werkstatt

Der Opel-Mutterkonzern ruft weltweit 2,6 Millionen Autos aus den Jahren 2003 bis 2011 zurück, weil Zündschlösser zu schwach ausgelegt sind. Die Schlüssel können deshalb bei voller Fahrt in die "Aus"-Position zurückspringen. Das schaltet nicht nur den Motor, sondern auch Servolenkung, Airbags und Bremskraftverstärker ab. Der Hersteller selbst bringt 13 Unfalltote mit dem Defekt in Verbindung, US-Verbraucherschützer kommen auf weit höhere Zahlen. Es laufen zahlreiche Klagen gegen den Konzern von Unfallopfern und Autobesitzern, die den Wert ihrer Wagen geschmälert sehen. Auch die Behörden ermitteln. Barra musste gleich zweimal vor Ausschüssen des US-Kongresses auftreten, konnte dabei jedoch nur wenig zur Aufklärung beitragen. Die Firmenveteranin steht erst seit Jahresanfang an der GM-Spitze.
Wegen defekter Zündschlösser: GM-Rückruf wird zum Flächenbrand

In Deutschland betroffen: 4223 Opel GT Roadster.

"GM muss eine Firmenkultur entwickeln, in der Sicherheit und Qualität ganz oben stehen", sagte Barra jetzt. "GM-Mitarbeiter sollten Sicherheitsbedenken rasch und mit Nachdruck ansprechen und dafür auch belohnt werden." GM hatte gegenüber der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA eingeräumt, dass es schon in der Autoentwicklung Probleme mit den Zündschlössern gegeben habe. Auch später gab es demnach Hinweise auf einen technischen Mangel, was jedoch nie zu einem Rückruf führte. Erst nachdem Barra die Konzernführung übernahm, kam der Fall ins Rollen. GM weitete den Zündschloss-Rückruf zweimal aus. Barra ernannte einen eigenen Beauftragten für die Fahrzeugsicherheit und verpflichtete zudem Staranwalt Anton Valukas, die Gründe für den späten Rückruf zu untersuchen. Die Beurlaubungen der beiden Ingenieure gehen nach Firmenangaben auf erste Ergebnisse von Valukas zurück. General Motors beorderte vorsichtshalber weitere Modelle wegen diverser anderer Defekte in die Werkstätten. Weltweit müssen nun insgesamt 6,3 Millionen Wagen repariert werden, was nach Firmenschätzungen 750 Millionen Dollar (540 Millionen Euro) kostet. In Deutschland sind von den defekten Zündschlössern ein paar Tausend Roadster vom Typ Opel GT betroffen. 

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde hat General Motors eine Geldstrafe auferlegt, weil der Opel-Mutterkonzern einen Fragenkatalog zu seinen fehlerhaften Zündschlössern nicht rechtzeitig beantwortet hat. Die von der NHTSA gesetzte Frist war am 3. April 2014 abgelaufen. Für jeden Tag, den die vollständigen Antworten auf sich warten lassen, soll GM bis zu 7000 Dollar (rund 5075 Euro) zahlen.

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