Genesis G90 (2016): Fahrbericht

Genesis G90 (2016): Fahrbericht

— 21.01.2016

S-Klasse auf Koreanisch

Mercedes S-Klasse und Co sind die erklärten Gegner des Genesis G90. Der erste Fahrbericht zeigt, was der Koreaner draufhat!

G90, das ist der Gipfel. Nein, nicht ein Gipfeltreffen der 90 wichtigsten Wirtschaftsnationen, sondern Hyundais neue Spitze. Das Topmodell, ein Angriff auf die etablierte Luxusklasse. Mercedes S-Klasse, BMW 7er und Audi A8 nimmt die neue große Limousine made in Korea also ins Visier. Und weil Hyundai wohl niemand auf der Welt einen solchen Luxusdampfer abnimmt, gründet der koreanische Industrie-Gigant gleich eine neue Marke fürs Topmodell: Genesis. Ähnlich wie es die japanischen Hersteller Toyota, Honda und Nissan mit Lexus, Acura und Infiniti schon vor Jahren getan haben. 
Alle Infos zu Hyundais Luxusmarke Genesis

Genesis G90 also, ganz ohne Hyundai im Namen. Ein Typ, der der Welt zeigen soll, dass koreanische Hersteller nicht nur graue Mäuse können, sondern ebenso gut Luxus mit viel Technik und Bling-Bling für die Reichen und Wichtigen.

Fürstliche Platzverhältnisse auf der Rückbank inklusive Fond-Entertainment.

Was die Ingenieure dafür auf die Räder gestellt haben, zeigt vor allem Größe. Gesamtlänge 5,20 Meter – und damit rund 20 Zentimeter mehr als eine kurze S-Klasse. Hyundai will sogar noch einen langen Genesis G90 mit rund 5,50 Meter nachschieben. Platz bietet der aktuelle Genesis reichlich, er muss sich hinter dem deutschen Luxustrio selbst in ihren Langversionen nicht verstecken. Lange Beine können im Fond bequem übergeschlagen werden, der Rücken versinkt angenehm in weichen Polstern, die sich notfalls bis zur Liegeposition verstellen lassen.

Unter der Haube arbeitet ein Sechszylinder-Turbo

Auch vorne gibt es reichlich Luxus: Elektrisch summen die großen Sessel in die passende Position, lassen sich in alle erdenklichen Himmelsrichtungen verstellen. Viel Holz und Leder sind natürlich ebenfalls in der Hütte, sie soll ja schließlich ein Luxuspalast sein. Ein Palast, der nachts mit einer Ambientebeleuchtung illuminiert wird, die wie ein Chamäleon die Farbe wechseln kann. Das ist ganz großes Kino und erinnert an den Konkurrenten von Mercedes. Wie heute üblich, startet der G90 auf Knopfdruck – der Schlüssel kann in der Hosentasche bleiben. Wenn sie groß genug ist, der Klotz hat nämlich das Format eines kleinen Handys. In unserem Testwagen summt der neu entwickelte 3,3-Liter-Turbo-Sechszylinder mit 370 PS. Reden wir nicht lange um den heißen Brei herum: Big-Hyundai fährt gut, wie wir es von einem anständigen Audi-BMW-Mercedes-Gegner erwarten. Ganz leise rollt der G90 und presst die Passagiere sanft in ihre Sitzkissen.

Genesis G90 (2016): Fahrbericht

Die Koreaner sind Elektronik-Spezialisten

Die Connectivity passt! Das Display des G90 ist hochauflösend und warnt sogar vor Blitzampeln.

Wozu braucht man da noch einen Elektromotor oder einen Achtzylinder? Beide können kaum schneller oder leiser fahren. Zum Motor passt das verstellbare Genesis-Fahrwerk, es rollt wie auf Samtpfötchen ab, schluckt vor allen in der soften Position viele Unebenheiten elegant weg. Über lange Wellen schaukelt der G90 sogar geradezu elegant und anmutig hinweg. Hut ab – ist schon beeindruckend gut, was die Techniker hier gebaut haben. Auch zahlreiche Assistenzsysteme sind an Bord. Vieles ist hier drin, was wir von einer Luxusklasse erwarten: Spurhalter mit aktivem Lenkeingriff für die Autobahn, Bremsassistenten, Totwinkelwarner. Der Weg zum autonomen Fahren ist nicht mehr weit, auch in Korea. Ehrensache, dass sich der G90 ebenfalls mit seiner Umwelt vernetzen kann – mit Navi, Apps und Telekommunikation. Schließlich kommt er aus der Heimat der Samsung- und LG-Handys und Fernseher, die zur absoluten Weltspitze gehören. Koreaner sind echte Elektronik-Spezis. Und so bringt der G90 ein kristallklares Display mit hübsch gezeichneten Karten und warnt, zumindest in Korea, vor den Staus und Blitzampeln.
Andreas Borchmann

Andreas Borchmann

Fazit

Der Abstand zu den deutschen Luxuswagen ist unterm Strich minimal. Viele Fahrer und Passagiere werden den Unterschied wohl gar nicht spüren. Das hat aber noch einen anderen Grund: Nach Europa findet der Genesis G90 seinen Weg nicht. Zuerst bleibt er in Korea, kommt dann nach China und in die USA. Zumindest geografisch bleibt der Abstand damit erst noch gewahrt. Genau wie bei den Preisen: Die liegen umgerechnet zwischen 55.000 und 86.700 Euro, je nach Ausstattung und Motorisierung. Der von uns gefahrene 3,3-Liter-Turbo beginnt bei etwa 58.000 Euro. Damit ist der Genesis G90 ein Schnäppchen.

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