Genf-Studie Volvo YCC

Genf-Studie Volvo YCC Genf-Studie Volvo YCC

Genf-Studie Volvo YCC

— 03.03.2004

Was Frauen wünschen

Was für Frauen gut ist, kann für Männer nicht schlecht sein, meint Volvo – und präsentiert in Genf ein Auto für weibliche Ansprüche.

Automobiler Handtaschen-Ersatz

Frauen – ein wichtiges Thema bei Volvo, immerhin sind allein in den USA 54 Prozent aller Volvo-Käufer weiblich. Grund genug für die Schweden, ein Auto zu entwickeln, das ausschließlich feminine Bedürfnisse erfüllen soll. Das zahlt sich auch für den Rest der Menschheit aus, getreu der Maxime: "Wenn man die Erwartungen von Frauen erfüllt, übertrifft man oft die der Männer."

Nach diesem Grundsatz entwickelte ein neunköpfiges Team von Volvo-Expertinnen die Studie YCC (Your Concept Car), die "auf die Bedürfnisse moderner Frauen" abgestimmt ist. Bekanntlich zählt oft schon der erste Eindruck: Schöne, fließende Linien sollten mit einem kraftvollen Aussehen kombiniert werden. "Die starke Frontpartie vermittelt den Eindruck von Geschwindigkeit, die Linien fließen über die Vorderräder und fallen zum Heck hin ab", erklärt Anna Rosén, die für das Karosseriedesign verantwortlich ist. Dazu kommt die Lackierung im Chamäleon-Look, die je nach Lichteinfall von Grün zu Gold oder von Blau zu Gelb wechselt.

Nicht weniger wichtig: viel cleverer Stauraum, leichter Ein- und Ausstieg, ein gutes Sichtfeld, minimaler Wartungsaufwand und leichtes Einparken. All dem wird das YCC tatsächlich gerecht. Die Flügeltüren stehen geöffnet nur 60 Zentimeter vom Fahrzeug ab, der Schweller schwenkt zum leichteren Einstieg gleichzeitig nach außen und nach unten. Die Mittelkonsole wird zum Handtaschen-Ersatz – für Schlüssel, Handy und "andere Kleinigkeiten", sogar ein Notebook kann hier untergebracht werden.

Ergovision scannt die Fahrerin

Konfektionsgrößen spielen keine Rolle – ein YCC passt wie angegossen. Das liegt am so genannten "Ergovision-System", das den ganzen Körper der Fahrerin scannt und die optimale Sitzposition ermittelt. Die Rundumsicht ist mustergültig: Der Motorhaubenbereich wurde abgesenkt, die Kotflügel als "Visiereinrichtung" gleichzeitig bewusst ins Blickfeld gerückt. Hinten sind die Fenster weit heruntergezogen, so sind alle vier Ecken des Fahrzeugs einsehbar. Zum leichten Einparken gibt es eine automatische Hilfe. Sie prüft zunächst, ob der anvisierte Platz überhaupt ausreicht, anschließend kommt die Autopark-Funktion zum Einsatz. Das YCC unterstützt dann über das Lenkrad beim Manövrieren, die Kontrolle über Gaspedal, Bremsen und Schaltung bleibt erhalten.

Service-Termin verschwitzt? Das gehört der Vergangenheit an. Ist eine Inspektion fällig, benachrichtigt das YCC automatisch die vorher ausgewählte Werkstatt, die der Fahrerin wiederum einen Termin vorschlägt. Die Motorhaube braucht praktisch nie geöffnet zu werden, da sich der Einfüllpunkt für die Scheibenwaschanlage an der Fahrerseite befindet. Auch wenn der Blick unter die Haube verwehrt bleibt – darunter steckt tatsächlich ein Motor. Der hat 215 PS, erfüllt "strengste Emissionsnormen" bei "niedrigem Benzinverbrauch". Ein "Integrated Starter-Generator" schaltet das Triebwerk bei unnötigem Leerlauf automatisch ab und sorgt für mehr Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen. Die Schaltung wurde ebenso wie die elektronische Handbremse am Lenkrad platziert und steuert ein Sechsgang-Powershift-Getriebe.

Die Idee vom perfekten Frauenauto ist nicht neu, erst vor kurzem hat Alfa das Sondermodell 147 Shape vorgestellt. Anders als bei den Italienern soll die YCC-Studie allerdings "Impulse bei der Realisierung künftiger Modelle" liefern. Das Aus fürs Männer-Auto? Volvo-Chef Hans-Olov Olsson beruhigt: "Wir können uns auf die schnell wachsende weibliche Kundengruppe konzentrieren, ohne dass dabei die Männer auf der Strecke bleiben." Glück gehabt. Die Schweden haben eben ein Herz für Männer.

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