Genfer Autosalon 2011: Die Öko-Autos

Renault Twizy Z.E. Concept Renault Zoe Z.E. Concept

Genfer Autosalon 2011: Die Öko-Autos

— 03.03.2011

Elektro-Renault für 7000 Euro

Auf dem Genfer Salon 2011 gibt es jede Menge Elektro-Studien, Serientaugliches ist Mangelware. Immerhin: Renault bringt 2012 den kleinen Stromer Twizy – für 6990 Euro!

Irgendwie hat der Besucher den Eindruck, die grüne Revolution im Automobilbau mache auf dem Autosalon Genf 2011 eine kleine Verschnaufpause. Okay, es gibt wieder zahlreiche Studien und Konzepte, aber nur wenig Handfestes. Aufhorchen lässt allerdings die jüngste Preisansage von Renault: Das kleine Elektroauto Twizy kommt Anfang 2012 auch in Deutschland auf den Markt und soll nur 6990 Euro kosten. Einen kleinen Haken gibt es aber, denn es handelt sich um eine Art Leasingkonzept. "Hinzu kommen 45 Euro Monatsmiete bei einer jährlichen Fahrleistung von 7500 Kilometern", präzisieren die Franzosen ihre Preisvorstellung für das Elektro-Schnäppchen. Der Renault Twizy wurde für den Stadtverkehr entwickelt, bietet zwei Personen Platz und schafft mit einer Akkuladung bis zu 115 Kilometer. Das Designkonzept wurde erstmals auf der IAA 2009 vorgestellt.

Auf einen Blick: Alle Stars beim Autosalon Genf 2011

Der krasse Gegensatz zum kleinen Elektro-Stadtfloh ist der Rolls-Royce 102EX. Die Studie ist nicht mehr als das, wofür die beiden Buchstaben EX stehen – nämlich ein Experiment. Wer den auf E umgebauten Phantom mit geöffneter Motorhaube sieht, stellt fest, dass sich hinter der blau leuchtenden "Sprit of Exctasy" ein mehr nach Bastelbude aussehender Motorraum befindet. Auch der Nissan Esflow, ein auf der Antriebstechnik des Leaf basierender E-Sportwagen, sieht zwar sehr nett aus, in Serie gehen wird dieses Modell aber nie. Mit ihm will Nissan wohl nur zeigen, dass man neben dem Brav-Design eines Leaf unter E aus Emotion versteht.

Build Your Dreams: Die ewige Warteschleife

Running Gag aus China: Seit Jahren steht der e6 kurz vor seinem Marktstart.

Ein Running Gag ist inzwischen der e6 des chinesischen Batterieherstellers "Build Your Dreams" (BYD). "Die Zukunft beginnt jetzt" lautet das an sich schon alberne Motto der Chinesen, das allerdings dadurch noch lachhafter wirkt, als das BYD seit Jahren den Marktstart des Elektro-Viertürers ankündigt. Und immer wieder verschiebt. Auch in Genf lautet die Antwort in gebrochenem Englisch nur "bald". Zurückversetzt in die Anfänge der modernen Diskussion über Elektromobilität – also zurück in die Jahre 2007 oder 2008 – fühlt sich der Gast im "Grünen Salon", einem Zelt in der Größe eines Handballfeldes, in dem sich auf Mini-Ständen Exoten wie GreenTech präsentieren. Die Chinesen zeigen eine schlechte Jeep-Kopie mit E-Motor und Touchscreen-Bedienfeld, die in Europa für 9500 Euro verkauft werden soll, sobald das kantige Ding ein Typgenehmigung erhält.

Greencars auf autobild.de

Der deutsche Mittelständler EDAG aus Fulda zeigt seine mutige Vision der modernen Mobilität in Metropolen gar nur per Film auf einer Videoleinwand. Immerhin: Das Konzept des Light Car Sharing, eines 3+3-Sitzers mit E-Antrieb, ist interessant. Das Auto wird gemietet und minutengenau abgerechnet. Die Farbe der Lichtes an Front und Heck zeigen an, ob der Wagen "besetzt", "frei" oder "reserviert" ist. Im Innenraum befinden sich nur Lenkrad, Pedale, Blinker; der Car-Sharing-Wagen ist auch von Innen "kärcherbar".

Nicht viel weniger visionär, aber ernst zu nehmen und das grüne Highlight der Messe ist die Mia, so, wie sie am Juni bei Heuliez in Frankreich vom Band läuft. Der E-Dreisitzer mit den beiden Schiebetüren und dem 1+2-Sitzsystem ist auch innen richtig schick geworden. Der Minibus Mia nimmt das Downsizing der E-Mobilität vorweg. Weniger Reichweite (90 Kilometer), aber auch weniger Ladezeit (3 Stunden) und vor allem geringere Kosten. Die Mia, die es in drei Versionen gibt, kostet ab 19500 Euro. Einen Ausblick auf die nähere Zukunft zeigte Renault mit dem Kleinwagen Zoe, der zwar schon länger bekannt ist, sich in Genf aber ein bisschen so zeigte, wie er ab Sommer 2012 auf die Straßen kommen soll. Mit verspielten Details und einem Quick-Drop-System, das einen Akkuwechsel in drei Minuten ermöglichen soll. Auf Zoe und Mia darf man sich freuen. Vieles andere in Genf schnell wieder vergessen.

Autor: Hauke Schrieber

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