Genfer Salon 2006, Teil 2

Genfer Salon 2006, Teil 2

— 28.02.2006

Neues vom See

Gas geben und grn denken, PS-starke Coups und sparsame Hybrid-Diesel: Die Auto-Welt in Genf bleibt aufregend!

Vorsicht, Tren schlieen automatisch! Klingt nach S-Bahn, pat aber hervorragend zur jngsten Studie 101EX aus dem Hause Rolls-Royce. Auf Tastendruck weichen die riesigen, an der B-Sule angeschlagenen und unglaublich luxuris mit Leder verkleideten Tren wie hfliche Rinder zur Seite.

Ein Traum? Fast, denn die pompse Erscheinung trgt den Titel Studie. Und das bedeutet in diesem Fall: Rolls-Royce denkt sehr ernsthaft ber einen sportlichen Phantom-Ableger nach. Dafr legten die Designer Fingerbungen hin, die sehenswert sind. Sie hatten dafr reichlich Raum, denn der Zweitrer aus der Feder von Ian Cameron ist eindrucksvolle 5,6 Meter lang und knapp zwei Meter breit. Damit ist er aber immer noch 24 Zentimeter krzer als die Phantom-Limousine. Ein gigantisches Schiff, dessen Dimensionen den normalverdienenden Betrachter einschchtern.

Ein Zweitrer der ganz anderen Art ist das neue BMW Z4 Coup, in Genf als M mit 343 PS und 3,2-Liter-Reihensechszylinder zu bestaunen sowie als "ziviler" 3.0 mit 265 PS. Der Vorgnger galt ja nicht unbedingt als Erfolgskapitel der BMW-Geschichte. Entsprechend die Erwartungen an den geschlossenen Z4. Die Zeit der Poser ist vorbei, der M kommt ohne das extrem breite Heck frher Tage aus, wirkt aber auch so mehr als durchtrainiert. Beweise? Sprint auf Tempo 100 in fnf Sekunden (3.0: 5,7 Sekunden), in Sachen Hchstgeschwindigkeit ist grundstzlich bei 250 km/h Schlu. Kraftvoll auch die 18-Zoll-Compound-Bremsanlage, sie stammt aus dem M3 CSL und verzgert binnen 34 Meter aus Tempo 100 bis zum Stillstand.

Interessante Nachricht: BMW will in Zukunft wieder vermehrt auf Turboaufladung bei Benzinmotoren setzen. Ein Dreiliter-Reihensechszylinder ist die Basis, mittels Bi-Turbo soll die Leistung um 15 Prozent auf 306 PS steigen, das Drehmoment wchst um 30 Prozent auf 400 Newtonmeter.

Ein Bestseller wird bestimmt der Peugeot 207. Die Verarbeitung sollte dafr aber noch besser werden. Ist ja schn, da der Kleinwagen eine Klimaanlagen-Dse im Handschuhfach hat leider fiel das Teil bereits wenige Minuten nach der Prsentation ab. Hoffentlich ein Leiden der Vorserie, denn das Raumgefhl und die interessant strukturierten Cockpit-Kunststoffe machen auf den Kleinen ganz schn neugierig. Der 207 wirkt erwachsen, immerhin knackte er mit 4,03 Metern Lnge die psychologisch wichtige Vier-Meter-Marke und wirkt mit 1,46 m Hhe ziemlich stattlich.

Ebenso neu am Peugeot-Stand: der 307 CC Hybrid HDI mit einer Kombination aus 109-PS-Diesel und Elektromotor. Seine Technik beruht auf der bereits im Januar vorgestellten Limousine und gilt als erstes Cabrio mit Hybridantrieb. Schn, aber einstweilen noch Zukunftsmusik: Auch das ko-Cabrio gilt nur als Studie. PSA-Partner Citron zieht mit und prsentiert das neue Hybrid-Konzept in einem Prototyp auf Basis des C4.

Hyundai sorgt mit der zweiten Generation des Santa Fe fr Aufsehen, ebenso drehen sich viele nach der Studie Genus um. Kleinserienhersteller sind wie immer sehr prominent in Genf vertreten, der Indentity i1 ist nur eine Studie von vielen wie alle anderen Neuheiten zu sehen in unserer Bildergalerie. Mehr aus Genf gibt es in den nchsten Teilen unserer Serie sowie in Teil 1: Im Frhtau zu Berge.

Autor: Nikolaus Eickmann

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