Genfer Salon 2006, Teil 4

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Genfer Salon 2006, Teil 4

— 01.03.2006

Lecker Radarfallenfutter

Gib Gas, ich will Spaß! So lautet das Motto der Genfer Muskelmobile. Diese hier fahren zwar im roten Drehzahl-, aber im grünen Preisbereich.

Klar, Supersportler sind eine gute Sache, entsprechendes Kleingeld vorausgesetzt. Doch die Realität sieht anders aus: "Opel statt Ferrari" lautet das Gebot für ehrliche Steuerzahler. Die Fahrfreude kommt dennoch nicht zur kurz, wie die bezahlbaren Kraftprotze auf dem Genfer Salon 2006 beweisen.

Ein typischer Vertreter der Gattung "Hemmungslose Spaßmaschine" ist der 260 PS starke Opel GT, dessen legendärer Name zu Erfolg verpflichtet. Seine markante Karosserie ist auf Leichtbau getrimmt, entsprechend agil soll er mit Heckantrieb durch die Kurven zirkeln. Bald herrscht in diesem Punkt Klarheit, denn der Rüsselsheimer Roadster, soll im Frühjahr 2007 beim Händler stehen. Wer's partout nicht abwarten kann: "Reservierungen werden ab sofort entgegengenommen", sagt Marketing-Chef Alain Visser. Preis: ab 29.900 Euro.

Bei Mini herrscht wie gewohnt ausgelassene Lifestyle-Stimmung wie bei einer Modenschau. Die Studien sind nicht unbekannt, neben der aktuellen Kombi-Variation rollten die erfolgsverwöhnten Mini-Macher den 218 PS starken Cooper S mit John Cooper Works GP Kit auf die Bühne. Graphitgrauer Lack, rote Seitenspiegel und ein mächtiger Carbon-Heckspoiler am Zweisitzer-Dach zeigen deutlich: Bescheidenheit sieht anders aus. Immerhin, dieser Traum ist schon bald beim Händler bestellbar, wenn auch nur in kleiner Stückzahl.

Und genau das unterscheidet den Mini vom Peugeot 207 RCup, der noch als Studie im Scheinwerferlicht steht. Er könnte bald den Ruhm vergangener Tage für die nächste Kleinwagen-Generation der Franzosen ernten, man erinnere sich nur an den 205 GTI der Achtziger oder die eiligen Versionen des späteren 206+. Der Serienstart eines Über-207 scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, ein Gespräch mit dem Kreditberater darf bereits vereinbart werden.

Etwas größer und nicht weniger eilig ist der Mazda3 MPS, der sportlichste Dreier aus Japan. Er muß mit Frontantrieb auskommen, Allrad bleibt dem großen Bruder Mazda6 MPS vorbehalten. Ab Herbst geht es los, so Mazda. Ebenfalls auf der Starter-Liste steht der VW Polo GTI, dessen Charakter starkt an den ersten und mehr als erfolgreichen Golf GTI erinnert. Oder der Honda Civic Type R, vermutlich ein notorischer Punktesammler im Flensburger Sündenregister.

Aber auch die Leidenschaft kommt in dieser Preisregion nicht zu kurz. Wer Zweifel hat, möge einen Blick auf den neuen Alfa Spider werfen, den es in der aktuellsten Generation auch mit Allrad-Antrieb gibt. Nicht unstolz berichtet Alfa Romeo, daß man eben die Auszeichnung "Cabrio des Jahres" für den Spider mitgenommen habe. ARTIKEL:Suzuki ist dieses Jahr besonders gemein: Der Swift Swiss Edition mit Flügeltüren sieht zwar richtig scharf aus, wird allerdings nur in der Schweiz angeboten – nomen est omen.

Fakt ist: Der Genfer Salon ist nicht nur Schauplatz der schnellen Superlative für einige wenige Superreiche, sondern auch eine Bühne für Leistbares. Schön, wenn dabei auch die Leistung stimmt. Mehr aus Genf gibt es in den ersten drei Folgen unserer Serie: Im Frühtau zu Berge, Neues vom See, Bollerwagen und Donnerkeile.

Autor: Nikolaus Eickmann

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