Genfer Salon 2007, Teil 2

Brilliance BC3 Brilliance BC3

Genfer Salon 2007, Teil 2

— 06.03.2007

Neues aus Fernost

Ob Chinesen oder Koreaner: Die Player aus Fernost haben Ihre Hausaufgaben gemacht. Und strotzen in Genf vor Selbstbewusstsein.

Wirkte der Auftritt mancher Hersteller aus Fernost in den letzten Jahren noch etwas ungeübt, so treten die jungen Hersteller ziemlich selbstsicher und mit voller Kraft auf. Bestes Beispiel: Brilliance. Die Chinesen rollen mit dem BS6 eine Oberklasse-Limousine auf die Bühne, die mit der Qualität der ersten Fahrzeuge dieses Herstellers nichts gemeinsam hat. Klar, wir sprechen hier nur von einem handgeschnitzten Bühnenfahrzeug, doch das ist nahezu perfekt gearbeitet. Keine unschönen Spalten mehr, selbst die Materialien im Innenraum wirken wesentlich edler, als wir es noch vor einem Jahr bei Brilliance sehen konnten. Chinesen lernen schnell – meist mit Hilfe. Bei der Fahrwerksoptimierung stand das Porsche-Entwicklungszentrum Pate. Die 2,0 und 2,4-Liter-Benziner mit 122 und 130 PS stammen von Mitsubishi, bei der Errichtung der Fertigungslinie half BMW. 2007 haben die Chinesen eindrucksvolle Pläne für Europa: Dem BS6 folgen die Mittelklasselimousine BS4 und später das Coupè BC3. Ende des Jahres wird neben den Benzinern auch ein Dieselmotor für Interesse sorgen. Von wegen Interesse: Die Preisliste des BS6 wird bei etwa 20.000 Euro liegen, für die Qualität garantiert der Hersteller drei Jahre.

Harmonie auf der Drehscheibe

Facelift Nissan 350Z: Der V6 drückt nun 313 PS auf die Kurbelwelle.

Am Mitsubishi-Stand dreht eine interessante rote Studie auf einer Drehscheibe ihre Runden: Der Prototype-X gibt eine Idee, wie denn der neue Lancer Evolution aussehen kann. Und mit etwas Vorstellungskraft erkennt man auch die zivile Version des neuen Lancer. "Die Front zeigt eine Haifisch-Nase, das Heck erinnert an einen Jet", so fabuliert Mitsubishi über das Design. Der neue Evo wirkt wesentlich braver, einfach harmonischer. Aluräder mit 20 Zoll werden wohl nicht in die Serie eingehen, der neue 2,0-Liter-Benziner hingegen schon. Leistung? Es darf noch spekuliert werden, doch die 300-PS-Marke scheint sehr greifbar. S-AWC ist der unschöne Name des neuen Antriebsystems. Es vereinbart die bereits bekannten Mitsubishi-Systeme ACD, AYC und ASC. Klingt langweilig? Wird aber auch der Fahrbahn der Freudenspender schlechthin sein. Dagegen wirkt der Outlander am Mitsubishi-Stand ziemlich gewöhnlich, nach dem neuen Rußpartikelfilter dreht heute keiner mehr den Kopf um.

Selbstverständlichkeiten haben in Genf einen schweren Stand. Das spürt auch Nissan. Zwar gab man sich hier mit Infos sehr zurückhaltend (kein Material vor der Pressekonferenz). Der Überraschungsgehalt war danach allerdings überschaubar: Der 350Z bekam ein Facelift, allerdings werden es nur Nissan-Verkäufer auf den ersten Blick erkennen. Die Motorhaube ziert nun ein sogenannter Power-Buckel, der 3,5-Liter-V6 drückt nun 313 PS auf die Kurbelwelle, also zwölf PS mehr als früher. Mit mehr Änderungen wartet der X-Trail auf: Neues Fahrwerk, zwei neue Turbodiesel (150 und 173 PS), Diesel gibt es nun auch mit Automatikgetriebe.

Mazda spielt mit der tudie Hakaze, die ihren Ursprung in einem Designzentrum nahe Frankfurt hat. Ein kompaktes SUV mit interessanten Designanregungen. Design ist bei Mazda stark auf der linken Spur, wie auch der neue Mazda2 zeigt: Endlich baut Mazda auch Kleinwagen mit Charme, wir wollen an dieser Stelle an den Vorgänger Demio erinnern. Honda holte für die Reise nach Genf die Sportschuhe aus dem Schrank. Der aktuelle Formel 1-Wagen gibt die Richtung an, der Civic Type R (201 PS) macht den Sport auch für die breite Masse möglich. Oder der etwas mildere Type S mit Diesel oder Benzinmotor, beide leisten 140 PS. Große Geheimnisse dürfen auch bei Lexus vermutet werden. Nur ein Schnittmodell ist zu sehen, der Rest wird erst am Nachmittag enthüllt. Keine Sorge, wir werden berichten (siehe Bildergalerie). Bei Kia kommt der cee'd Sporty Wagon groß raus. Der Name klingt vielleicht etwas kindlich, doch der Kombi hat das Zeug zum Erfolgstypen. Ein solides Auto mit nahezu europäischem Design und sieben Jahren Herstellergarantie. Klingt doch vertrauenserweckend, oder?

Autor: Nikolaus Eickmann

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