Genfer Salon 2009, Teil 2

Die Familienkutschen von Genf 2009 Die Familienkutschen von Genf 2009

Genfer Salon 2009, Teil 2

— 04.03.2009

Ein Hoch auf die Familie

Was nicht bezahlbar und zeitnah lieferbar ist, spielt auf diesem Genfer Salon keine Rolle. Die Leute sollen und wollen jetzt Autos kaufen. Klein oder kompakt - egal, Hauptsache Platz.

Die Autoindustrie ist auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Zukunftsferne Studien, Antriebe ohne Aussicht auf Umsetzung, interessiert keinen Menschen auf diesem Genfer Salon. Die Autokrise ist greifbar hier in Genf. Der Stand von Pleite-Kandidat Saab ist kleiner als die Ausstellungsfläche von Tata. Chevrolet reicht der Platz in der kleinsten Hütte neben dem Notausgang. Lösungen müssen her. Reale Kaufanreize, keine Fantasien. Rabatte und Verbrauchswerte, kleine Preise und große Kofferräume, darum geht es. Um Autos für Familien. Fahrzeuge für Leute, die zwangsläufig mit beiden Beinen auf dem Boden stehen. "Auf Statussymbole für Bonus-Hasardeure scheißt der Hund", grummelt ein Kollege am Stand von Aston Martin. Naja, Träumen muss schon noch erlaubt sein. Aber dazu später mehr.

Auf einen Blick: Die Stars des Genfer Autosalon 2010

Zum besten Freund der Familie hat sich dieses Jahr Renault erklärt. Neuer Clio, neuer Mégane Grandtour, neue Scénic-Familie. Alle was für die Papa-Mama-Kinder. Mama oder Tochter kriegen den Clio, Papa darf die Raumwunder bewegen, Sohnemann auf die sportlichen Ableger der Franzosen schielen: Clio Renault Sport und Mégane Coupé Sport stehen auch auf dem Stand, 203 PS und 250 PS stark. Als Kontrast sozusagen. Praktischen Nutzen bietet die neue Navigations-Philosophie der Franzosen: Alle Neuen können mit herausnehmbaren TomTom-Systemen ausgerüstet werden. Die praktischen mobilen Lotsen haben prominente Steckplätze mittig auf dem Armaturenbrett. Da kann sie jeder Mitfahrer gut sehen. Preis dafür: "Unter 500 Euro", verspricht Renault-Mann Jérome Stoll. Serienmäßigen Spielkram für Ästheten haben die Franzosen ebenfalls an Bord: Die neue Instrumenten-Generation funktioniert nicht mehr analog, sondern wird als Computergrafik auf einem TFT-Display angezeigt. Schick. Solange es störungsfrei funktioniert.

Nissan zeigt sich abenteuerlustig

Nebenan gibt sich traditionell Konzern-Schwester Nissan die Ehre. Im Mittelpunkt dort: die Studie Qazana. Die ist zwar nicht im April (Grand Scénic) bzw. Juni (Mégane Grandtour, Scénic; Mégane Sport folgt im Herbst) 2009 lieferbar wie die neuen Renault-Modelle, aber "sie gibt einen klaren Hinweis darauf, wie ein künftiger kompakter Stadtwagen von Nissan aussehen könnte", so Alfonso Albaisa, Vice President Nissan Design Europa. Vier Meter lang, Schmetterlingstüren, abenteuerlustige Front, riesiges Infodisplay in der Mitte des Armaturenbretts. So darf ein kleiner Bruder des Qashqai gern kommen. In greifbarerer Nähe: der Nissan Cube. Die kantige Kultkiste ist in den USA und Japan längst am Start. Jetzt kommt sie auch nach Europa. Heureka. Mehr dazu und über weitere Neuheiten in Kürze. In unserem Genf-Twitter und in der Bildergalerie.

Hier geht's zum dritten Teil des Rundgangs über den Genfer Salon!

Autor: Ralf Bielefeldt

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