Genfer Salon 2009, Teil 3

Die starken Jungs von Genf 2009 Die starken Jungs von Genf 2009

Genfer Salon 2009, Teil 3

— 04.03.2009

Die starken Jungs von Genf

Jetzt mal Schluss mit Krise. Natürlich gibt es auf dem Genfer Salon auch Autos, die einfach nur Spaß machen sollen. Und dürfen. Groß, klein, teuer, günstig. Alles da. Alles zu haben.

"Das Automobil hat seine besten Zeiten noch vor sich", verkündete VW-Chef Martin Winterkorn am Vorabend des Genfer Salon trotzig – und liegt damit gar nicht so falsch. Die großen und kleinen Marken mögen unter der Last der Wirtschaftskrise stöhnen – sie bauen nach wie vor Autos. Mit vier Rädern, Verbrennungsmotoren und dem einen oder anderen hübschen Knick im Blech. Aus Mangel an Alternativen. Und weil die Menschen noch immer Spaß an Kraftfahrzeugen haben. Alles wie immer also? Fast. Verschoben haben sich vor allem die Prioritäten. Im Rampenlicht steht das grüne Gewissen. Wer Unvernunft, armdicke Endrohre und lange V12-Motorhauben erleben will, wird auf dem Genfer Salon 2009 dennoch fündig. Er muss nur etwas genauer hinsehen.

Auf einen Blick: Die Stars des Genfer Autosalon 2010

Nicht allerdings, wenn man bei Alfa Romeo vorbeikommt. Grün sind bei den Italienern nur die Oliven im Drink. Ganz selbstverständlich funkelt ein 8C Competizione im Scheinwerferlicht – nur noch überragt vom Alfa MiTo GTA Concept, das sich den Platz an der Sonne mit einem schicken Alfa GTA 1300 Junior teilt. Wer eine 240 PS starke Kleinwagen-Studie am Start hat, will von einer Krise nichts wissen. Was zählt, sind Rekorde. Und die hat der aufgepumpte MiTo reichlich zu bieten. Schon jetzt ist der MiTo GTA auf der Alfa-Teststrecke fast so schnell wie ein 8C Competizione. Zum Verkaufsstart 2010 wird es den stärksten Serien-Kleinwagen der Welt mit oder ohne Rückbank geben – aus Gewichtsgründen. Der nächste Italo-Knaller im Kleinformat steht bei Abarth, ein paar Stände und eine Ebene weiter. Der Grande Punto SuperSport basiert auf dem mit 180 PS nicht gerade ärmlich motorisierten Grande Punto esseesse und hat seinem Genspender den grauen Hochglanz-Lack, Leder-Schalensitze und ein DVD-Navi voraus. Sehr schnell, sehr cool und sehr unvernünftig. Herrlich.

Schnelle Autos, schöne Frauen: Männer treffen sich bei Lamborgini

Dickes Ding: Aston Martin lässt Lagonda wiederauferstehen. Basis für den dicken V12-Allradler ist der Mercedes GL.

Attribute, die auch für Lamborghini gelten. Entsprechend potenziert, natürlich. Murciélago LP 670-4 Super Veloce (SV) heißt das rattenscharfe V12-Lustobjekt, das Lambo-Chef Stephan Winkelmann mit nach Genf gebracht hat. Leichter (minus 100 Kilo), stärker (plus 30 PS) und entsprechend schneller (342 km/h Spitze) als ein Stier von der Stange. Ein Lambo für 350 echte Kerle. Mehr SV-Murciélago werden nicht gebaut. So viel Exklusivität wirkt anziehend. Vor allem auf Männer. Das ist praktisch für Partnerinnen und Ehefrauen. Die finden Kerle, die im Messe-Getümmel verloren gegangen sind, garantiert bei Lamborghini wieder. "Der große Paul kann im Lambo-Wunderland abgeholt werden!"

Renault reitet die GTI-Attacke

Schneller Flankenwechsel nach Frankreich. Renault macht auf Familie. Allerdings nicht nur in Sachen Scénic, auch in Sachen Sportlichkeit. Sauber aufgereiht funkeln die knallgelben Sport-Versionen von Mégane Coupé (250 PS), Clio (203 PS, ab 22.800 Euro) und Twingo (133 PS, ab 14.800 Euro) im Rampenlicht. Alle mit TomTom-Navis, schwarzem Sport-Schnauzer im Kühler, dicken Auspuff-Endrohren und in Jaune Sitron – einem Gelbton, der extra für die Messe angerührt wurde. Volle Attacke auf die GTI-Familie von Volkswagen. Mutig. Und überaus attraktiv. Verstecken muss sich auch Audi mit dem neuen TT RS nicht. Fünfzylinder-Turbo, 340 PS. Sehr lecker. Wenn der Preis nicht wäre. 55.800 Euro müssen zusammenkommen, bevor die quattro GmbH einen TT RS vom Hof lässt. So viel Geld hat, laut Audi-Marketing, wer männlich, beruflich erfolgreich und gut 40 Jahre alt ist. Dann ist der Zug für mich ja noch nicht ganz abgefahren.

Hier geht's zum ersten Teil des Rundgangs über den Genfer Salon!

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