Genfer Salon 2009, Teil 5

Orchideen und Schattengewächse in Genf 2009 Orchideen und Schattengewächse in Genf 2009

Genfer Salon 2009, Teil 5

— 08.03.2009

Orchideen und Schattengewächse

Über Geschmack lässt sich immer streiten. Zum Glück. Wäre ja auch langweilig, wenn auf dem Genfer Salon 2009 nur Weichgespültes zu finden wäre. Hier die schönsten und die schrägsten Autos.

Licht und Schatten liegen eng beieinander. Im Leben. Und auf dem Genfer Salon. Diese Erkenntnis kommt nicht überraschend, sorgt aber für überaus unterhaltsame Nachbarschaften. Hier der protzig-braune Messestand von Mercedes. Edle Materialien, verschiedene Lichtkonzepte und mittendrin das flammneue E-Klasse Coupé. Eine echte Orchidee unter den Messeneuheiten. Exklusiv, stilsicher eingerichtet und elegant in Szene gesetzt. Und dort das Präsentations-Viereck von Fornasari. Ohne Großkonzern-Schnickschnack, ohne gleißendes Scheinwerferlicht und ohne Orchideen. Bei Fornasari gedeiht sportliche Brutalität. Der Gruppo B zum Beispiel. Ein kompromissloses Allrad-Coupé mit einem mindestens 700 PS starken GM-V8 unter der Haube. Alles Handarbeit. Und alles offensichtlich ohne die Unterstützung eines Designers. Ein Jammer.

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700 PS, GM-V8, Handarbeit – was den Allrad-Coupés von Fornasari fehlt, ist ein guter Designer.

Der hat beim nur 92 Zentimeter hohen Radikal-Roadster ERA Sonderschichten eingelegt. Garantiert. Die Väter des ERA arbeiten für die italienische Design-Schmiede IDEA, die nach zehn Jahren Abstinenz ihr Genf-Comeback feiert. 4,30 Meter lang, 1,84 Meter breit und mit Vier- oder Sechszylinder-Motoren unter der langen Haube. Sehr lecker. Aber leider auch seeeehr exklusiv. Wenn er denn je in Serie gebaut werden würde. Ganz anders der Fiat 500C. Die Cabrio-Version des Frauenverstehers Cinquecento kommt mit einem günstigen Retro-Faltdach, das anfangs in drei Farben zu haben sein wird: elfenbeinfarben, dunkelrot oder schwarz. Rund 13.500 Euro wird der Basispreis betragen. Ab Juni 2009 ist der 500C zu haben. In Genf wird er auf Kunstrasen und mit jeder Menge Vogelgezwitscher präsentiert. Die Frauenquote rund um das Cinquecento-Gärtchen: fast 100 Prozent – von den Jungs mit den Staubwedeln mal abgesehen.

Dacia zeigt mit dem Duster, wohin die Reise nicht gehen darf

Kein kleiner Italiener: Der DR2 ist eine Kopie des Fiat Panda und wird in Italien aus einem chinesischen Bausatz zusammengesetzt.

Von so viel weiblichem Interesse können Sie bei Dacia nur träumen. Der rumänische Renault-Ableger steht für erschwingliche Mobilität ohne teure Luxus-Einbauten. Alles richtig gemacht, sollte man meinen. Und doch führt der eigentliche Start des Dacia-Events in Genf eher ein Schattendasein. Duster heißt das optisch eigentlich überaus gelungene Crossover-Coupé, bei dessen Konzeption die Dacia-Designer wohl das Bild eines geschrupften BMW X6 vor Augen hatten. Der coole Rumäne steht auf 21-Zoll-Stelzen, glüht mit LED-Beleuchtung und öffnet seine Türen gegenläufig. Schick, modern und auf Augenhöhe mit der teuren Konkurrenz (vom 1,5-Liter-Diesel mal abgesehen) – und damit leider völlig am Thema vorbei. Das gilt übrigens auch für den Namen. Duster heißt auf englisch Staubtuch. Licht aus, Schwamm drüber.

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