Gepanzerter Truck Pit Bull XL: Fahrbericht

Gepanzerter Truck Pit Bull XL: Fahrbericht

— 22.05.2015

Der kommt fast überall durch

Komme, was wolle! Den gepanzerten und 8,5 Tonnen schweren SWAT Truck Pit Bull XL hält so schnell nichts auf. Naja, fast nichts. Hier unser Fahrbericht!

Gepanzerte SUVs, Vans und Trucks sind in. Nicht nur VIPs in krisengeschüttelten Staaten sitzen lieber in schusssicheren Fahrzeugen. Mittlerweile sind sogar Stars wie Rapper Jay-Z, Kanye West in Hollywood mit den Stahlkolossen unterwegs. Gesetze, breite Straßen und große Parkplätze machen es natürlich in den USA leichter, sich mit einem fünf bis zehn Tonnen schweren rollenden Panzer zu bewegen. Deswegen haben wir auch dort den Pit Bull XL von Alpine Armoring getestet. Ein Truck für Spezialeinheiten in der ganzen Welt, vorzugsweise in Afrika und Südamerika. Im Jahr 2013 waren wir bereits mit seinem Vorgänger und kleineren Bruder Pit Bull VX unterwegs, der es dank seines futuristischen Designs 2014 sogar in den Superheldenfilm "The Avengers" schaffte. Der XL ist, wie es der Name nahe legt, größer, schwerer und monströser. Mit Platz für 14 Mann plus Fahrer und Beifahrer erfüllt er die Kundenwünsche mehr als der zehnsitzige VX. Damit er seine Insassen überall sicher ans Ziel bringt, muss der Pit Bull XL auch im Alltag bestehen. Wir haben mit dem 6,68 Meter langen, 2,48 Meter breiten sowie 8,5 Tonnen schweren Prototypen den ersten Test gemacht.
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Kroko-Haut auf dem Blech

Video: Alpine Armoring Pit Bull XL

Panzermaschine Pit Bull XL

Pit Bull XL ist sein Name und der ist auch Programm. Von außen wirkt der schwarze Truck furchteinflößend. Absicht. Ob die mexikanische Drogenmafia oder afrikanische Rebellen, sie sollen sich erst gar nicht mit ihm anlegen wollen. Und wenn doch, hält er ihren Waffen seine raue gepanzerte "Krokodilhaut" entgegen. So wird die mattgraue Lackierung bezeichnet, die ziemlich unempfindlich ist. Flaschen, Steine oder Munition hinterlassen kaum Spuren an ihr. Explosionen von Minen oder zwei Granaten sollen dank des dicken Panzerstahls nicht zu den Passagieren durchdringen. Wie die sich allerdings im Inneren fühlen dürften, wenn es an den Fahrzeugwänden knallt, möchte man ungern nachempfinden. Doch in der Regel sind es erfahrene Polizisten oder Soldaten, nicht selten Spezialeinheiten, die im Pit Bull Platz nehmen. Für jeden Normalo dürften die Sitzbänke, Schießscharten und der ausfahrbare Scharfschützenturm jedoch wie aus einem Hollywood Actionstreifen wirken.
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"Machen Sie lieber Platz!"

Der knapp sieben Meter lange Truck wird von einem 6,7-Liter-V8-Diesel angetrieben.

Recht vertraut hingegen dürfte besonders vielen Amerikanern das Cockpit sein. Hier erkennt man die Basis des Pit Bull XL noch sehr gut. Antrieb, Fahrwerk, Sitze, Lenkrad und Instrumente stammen vom Ford Super Duty F-550. So braucht es keine großen Einweisungen für den Fahrer des 8,5 Tonnen schweren Ungetüms. Beim Lenken muss man lediglich beim Prototypen noch oft korrigieren und das Biest fest am Zügel führen. Auch beim Bremsen sollte man vorsichtshalber die doppelte Strecke bis zum Stillstand einrechnen, sonst knallt es. Allerdings dürfte das in der Regel zum Nachteil des Unfallgegners ausfallen. Fairerweise könnte man den Typ an der Ampel über die Lautsprecher warnen, wenn er ohnehin noch nicht durch das Blaulicht auf den Pit Bull aufmerksam wurde. Neben der Handhabung ist ein weitreichendes Wartungsnetz ein wichtiges Kaufkriterium: Ersatzteile für den Antrieb sind in aller Welt verfügbar und viele Reparaturen simpel. Selbst der Stückpreis von ungefähr 350.000 Euro wird in der Branche als moderat angesehen.

Ab in den Stealth-Modus

Handys haben im Pit Bull kaum Empfang.

Natürlich ist im Cockpit des Pit Bull nicht alles gewöhnlich. Außengeräusche dringen erst gar nicht in den Innenraum. Es ist so still wie in einem Tresor. Nur das Grollen des 6,7 Liter großen V8-Diesels mit seinen 304 PS dringt dumpf an die Ohren. Und dann gibt es da noch diese spannenden Schalter und Knöpfe in der Mittelkonsole. Damit kommt James-Bond-Feeling auf. Ein roter abgedeckter Schalter ist allerdings nicht für Nebelgranaten oder ein Maschinengewehr: Er lässt alle Lichtquellen am und im Fahrzeug sofort erlöschen, damit er in der Dunkelheit verschwindet. Stealth-Modus heißt das. Außerdem findet man bei der Zusatzausstattung ein Funkgerät (Handys haben in dem gepanzerten Fahrzeug kaum Empfang), Blaulicht für außen, Rotlicht für innen und eine 360-Grad-Kamera, die im Straßenverkehr sowie beim Rangieren verdammt hilfreich ist. Schließlich lassen sich die gepanzerten Fenster nicht für einen Kontrollblick öffnen und die Seitenspiegel werden zum Teil von der Türpanzerung verdeckt. Hier könnte in der Serienversion eine höhere Sitzposition Abhilfe schaffen. Und noch etwas fiel AUTO BILD bei dem nicht ganz ernst gemeinten Alltagstest auf: Obwohl den Pit Bull XL so schnell nichts stoppen kann, an der Höhenbegrenzung zur Mc-Drive-Einfahrt blieb der 2,54 Meter hohe Truck hängen.

Gepanzerter Truck Pit Bull XL: Fahrbericht

 
Robin Hornig

Fazit

Kaum ist der Trend von gepanzerten SUVs und Trucks in aller Munde, da könnte er schon wieder vorbei sein. Zu auffällig sind die dicken Dinger gerade in westlichen Staaten. Auch Unauffälligkeit ist ein Schutz. So dürfte es kaum verwundern, dass allmählich gepanzerte Toyota Camry boomen. Aber da hätten wir an einem Test weniger Spaß. Sieht man davon ab, wofür der Pit Bull XL gebaut wird, dann vermag der rollende Tresor durchaus zu faszinieren.

Stichworte:

Achtzylinder Panzer V8

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