Geräte- und Produktsicherheitsgesetz

Geräte- und Produktsicherheitsgesetz

— 06.08.2004

Neue Rückruf-Regeln

Die Zahl der Rückrufe explodiert. Und damit das Risiko für Käufer. Das Produktsicherheitsgesetz verspricht besseren Schutz.

Die Motoren drohten während der Fahrt abzusterben. Und mit ihnen auch die Servos von Bremse und Lenkung – eine reichlich brenzlige Angelegenheit. Deshalb rief BMW Mitte Juli rund 4000 betroffene Fahrzeuge in die Werkstätten zurück.

Ein vergleichsweise kleines Malheur, auch wenn sich bei BMW Rückrufe häufen. Nach den V8-/V12-Benzinern, dem M3 und dem 1er müssen jetzt weltweit 11.900 BMW X3 in die Werkstatt: Probleme mit der Hydraulikleitung für die Servolenkung. Betroffen sind alle Modelle, die vom Dreiliter-Diesel mit 204 PS angetrieben werden (Serienstart Januar 2004).

Allein 2003 wurden in Deutschland 939.884 Autos mit 144 Rückrufen in die Werkstätten zurückgeholt. Die Zahl hat sich seit 1997 mehr als verdoppelt. "Steigender Kostendruck und immer kürzere Modellzyklen", erklärt TÜV-Experte Bert Korporal den bedauerlichen Boom, "lassen kaum noch Raum für eine vernünftige Abstimmung einzelner Bauteile mit dem Gesamtfahrzeug." So werden Kunden zu Testfahrern, Mängel treten oft erst nach Auslieferung zutage.

Besseren Schutz verspricht das seit Mai geltende neue Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (GPSG): • Jedem Fahrzeug und Zubehörteil sind klare Betriebshandbücher mit Risikohinweisen beizufügen. Und zwar in der Sprache aller Länder, in die ausgeliefert wird. • Hersteller und Händler müssen ihre Modelle auch nach Auslieferung beobachten. Und falls Mängel auftauchen, sofort das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) informieren. Andernfalls drohen ihnen Sanktionen: 3000 bis 30.000 Euro Bußgeld, in besonderen Fällen sogar Freiheitsstrafen. • Das KBA ist berechtigt, Fahrzeuge und Zubehör zu prüfen, Rückrufe zu veranlassen und Endverbraucher umfassend über Mängel und Risiken zu informieren. Derzeit wird in Flensburg eifrig eine entsprechende Internet-Datenbank eingerichtet.

"Rückrufe werden transparenter und effektiver", meint ADAC-Juristin Silvia Schattenkirchner, "doch leider enthält auch das neue GPSG keine Regelung, wer die Kosten der Nachbesserung tragen muss." Die übernehmen zwar in der Regel die Hersteller, jedoch ist der Kunde nach Ablauf von Gewährleistung und Garantie auf Kulanz angewiesen. Auch dann, wenn ein Konstruktions- oder Fertigungsfehler des Herstellers vorliegt.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.