Gerichtsurteil

Gerichtsurteil

— 24.09.2002

Stille Wasser sind tief

Ein Händler hat ein Auto verkauft, das ein Jahr lang im Rhein lag. Dem Käufer verschwieg er das. Der klagte auf Schadenersatz. Mit Erfolg.

Ein rheinland-pfälzischer Autohändler hat einem Kunden einen Gebrauchtwagen verkauft, der ein Jahr im Rhein gelegen hatte. Da er dies dem Käufer verschwiegen hatte, klagte dieser auf Schadenersatz. Mit Erfolg.

Nach Auffassung des Koblenzer Oberlandesgerichts (OLG) muss ein Autohändler einen Käufer darüber aufklären, dass ein Wagen nach einem Unfall längere Zeit im Wasser gelegen hat. Diese Pflicht bestehe auch dann, wenn der Händler den Wagen vor dem Verkauf überprüft und keine greifbaren Mängel festgestellt habe (Az.: 5 U 44/02).

In den Vertragsunterlagen zum Autokauf war vermerkt, dass der Wagen unter Ausschluss von "Mängelgewährleistungsansprüchen" erworben werde. Als Unfallschaden war zudem ein Frontschaden erwähnt. Von der "Zwischenlagerung" im Rhein berichtete der Händler dagegen nicht, obwohl ihm dies bekannt war. Daher sahen die Richter in dem am Dienstag veröffentlichten Urteil in dem Verhalten des Händlers eine bewusste Täuschung des Käufers. Als unerheblich werteten sie, ob der Händler wusste, wie lange das Auto im Wasser lag.

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