Gerichtsverhandlung zum Sand-Unfall auf der A 19

Gerichtsverhandlung zum Sand-Unfall auf der A 19

— 15.01.2015

Sandwolken-Prozess hat begonnen

Eine 53-Jährige ist in Rostock wegen fahrlässiger Tötung angeklagt worden. Ihr wird vorgeworfen, im April 2011 bei einem Horror-Crash auf der A19 in einer Sandwolke zu schnell gewesen zu sein.

Eine 53-Jährige aus Brandenburg ist angeklagt. Der Vorwurf: fahrlässige Tötung.

(dpa/jb) Die Sandsturmwolke auf der A19 bei Rostock, die vor vier Jahren eine Massenkarambolage mit acht Toten ausgelöst hatte, ist laut Aussage einer Angeklagten urplötzlich aufgetaucht. Die 53-Jährige aus Eisenhüttenstadt (Brandenburg) bestritt am Donnerstag (15. Januar 2015) vor dem Rostocker Amtsgericht den Vorwurf der Anklage, die Wolke sei aus mindestens 650 Metern zu erkennen gewesen: "Dann hätte ich reagiert. Ich wurde von dieser Wand von jetzt auf gleich erwischt."

Der 53-Jährigen wird fahrlässige Tötung vorgeworfen. Sie soll in die Wolke, die südlich von Rostock über die Autobahn fegte, mit einem Tempo von 78 bis 94 Stundenkilometern gefahren sein, ohne das Tempo zu drosseln. Dort fuhr sie den Ermittlungen zufolge auf ein Auto auf, in dem dann ein älteres Ehepaar starb. Die Frau selbst wurde schwer verletzt.

"Bis zum Unglück unfallfrei gefahren"

"Ich möchte die Chance nutzen, den Verlauf klarzustellen", sagte die Angeklagte vor Gericht. Sie sei von Berlin kommend mit ausreichend Sicherheitsabstand zum Auto vor ihr unterwegs gewesen. Ihr eigenes Tempo habe etwa 80 Stundenkilometer betragen. Sie sei in einer Kolonne unterwegs gewesen, die Autos vor ihr hätten das gleiche Tempo gehabt. Die 53-Jährige betonte, sie sei eine vorausschauende Fahrerin. Bis zu dem Unglück auf der A19 habe sie keinen Unfall gehabt.

Dauer des Verfahrens unklar – 30 Zeugen geladen

Viele Autos verbrannten im April 2011 auf der A19. Der starke Wind, der auch den Sand aufgewirbelt hatte, hatte das Feuer angefacht.

Die Staatsanwaltschaft stützt den Vorwurf, dass die Wolke aus einer großen Distanz zu sehen war, auch auf Zeugenaussagen der Besatzung eines Mannschaftswagens der Bundespolizei. An dem Unfall am 8. April 2011 waren auf beiden Fahrspuren in Richtung Berlin und Rostock mehr als 80 Fahrzeuge beteiligt. Acht Menschen starben, rund 130 wurden verletzt. In der Wolke lag laut Anklage die Sicht bei teilweise unter fünf Metern. Wie lange der Prozess dauern wird, ist nicht abzusehen. Es sind rund 30 Zeugen geladen, die Gutachten sollen sehr umfangreich sein. Der Richter schloss nicht aus, dass sich das Verfahren bis zum Jahresende hinziehen könnte.

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