Getunte Golf-Karts — 08.08.2008

Stilvoll einlochen

Wenn sich beim Blick auf den Fuhrpark des heimischen Golf-Clubs eine gewisse Langeweile einstellt, kann eventuell der Amerikaner Michael Hruby weiterhelfen: Der Mann motzt Golf-Karts auf.

Während Otto-Normalautofahrer an der Tanke genervt die Zapfpistole in den Einfüllstutzen des durstigen Spritfressers steckt, haben die Schönen und Reichen ganz andere Sorgen. Was sich zum Beispiel mit dem gut gefüllten Konto so alles anstellen lässt, zum Beispiel. Der dicke Schlitten steht bereits in der alarmgesichterten Garage, die 25-Meter-Yacht liegt bewacht im Hafen des Drittwohnsitzes und am Heli ist gerade die Jahresinspektion erledigt – Mobilität für allen Lebenslagen, sollte man meinen. Spätestens beim täglichen Ausflug zum Golf-Club müssen sich die meisten der solventen Relax-Sportler dann aber mit automobiler Standardware zufrieden geben. So ein Golf-Kart ist nicht wirklich hübsch. Zumindest nicht ab Werk. Abhilfe gibt es natürlich in Amerika. Im Sonnenparadies Hawaii baut ein findiger Geschäftsmann schnöde Golf-Karren zu exklusiven Rasen-Kreuzern um.

In Amerika durfen die Golf-Karts auch auf die Straße

Der Liebling bei Michael Hrubys Kundschaft ist der Cadillac Escalade. Auf Wunsch mit 17-Zoll-Rädern.

Michael Hurby hat es sich mit seiner Firma Luxury Carts zur Aufgabe gemacht, gelangweilten Golfern  ihr persönliches Luxus-Schnauferl auf den Leib zu schneidern. Seine Rechnung geht auf. Die Geschäfte mit den ökologisch korrekten Elektro- oder Gasmobilen laufen bestes. Seit zehn Jahren liefert Hruby schicke Kopien edler und teuerer Luxusautos in alle Welt. Zahlreiche Custom Karts, wie Michael Hruby seine rollenden Wägelchen nennt, surren über Golfplätze in Europa und Asien. Alle ein bisschen kleiner als das Original. Dafür aber genau so aufsehenerregend. Wer im Dodge Ram oder Hummer H1 übers Grün flitzt, ist der King im Klubhaus. Da nimmt man gerne auch Preise in Kauf, die mindestens so exklusiv sind, wie die Idee selbst: Die eingelaufene Kopie eines Mercedes CLK "La Benz" beispielsweise gibt es ab 16.000 Dollar, ein Cadillac Ecalade ist für etwa 20.000 Dollar zu haben – nach oben sind kaum Grenzen gesetzt. In den USA dürfen die Schrumpfautos übrigens auch im Stadtverkehr gefahren werden. Die laut Gesetz als "Neighborhood Electric Vehicle" eingestuften Spaßmobile lassen den amerikanischen Traum von grenzenloser Mobilität und dicken Autos also auch in schweren Zeiten weiterleben. Wenn auch nur mit einer handvoll PS unterm Sitz.

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