Gewerkschaftsstreit in Spanien

Gewerkschaftsstreit in Spanien

— 27.09.2002

Bekommt Bratislava Ibiza?

20.000 Seat Ibiza sollen künftig in Bratislava gebaut werden. Weil die Spanier keine Sonderschichten fahren wollen.

Die spanische Volkswagen-Tochter Seat will zehn Prozent der Produktion des Modells "Ibiza" ab Januar 2003 von Spanien nach Bratislava auslagern. In der slowakischen Hauptstadt sollen pro Jahr 20.000 Autos hergestellt werden, wie ein Sprecher des Unternehmens am Freitag auf dem Internationalen Automobilsalon in Paris bestätigte.

Seat reagiere damit auf die Weigerung eines Teils der Gewerkschaften, in dem spanischen Werk bei Barcelona im laufenden Jahr an fünf zusätzlichen Tagen zu arbeiten. Damit sollten angesichts der großen Nachfrage 5000 weitere Wagen des Modells gebaut werden. Die Gewerkschaft UGT fürchtet durch die Verlagerung den Verlust von bis zu 5500 Arbeitsplätzen: 500 im Werk Martorell bei Barcelona, 5000 bei spanischen Zulieferern.

Ein Sprecher forderte Seat-Präsident Andreas Schleef auf, die Entscheidung zu überdenken. Nach Ansicht der Regionalregierung Kataloniens ist der Entschluss noch nicht endgültig, da er noch nicht vom Volkswagen-Konzern abgesegnet worden sei. UGT machte die anderen zwei Gewerkschaften bei Seat, CCOO und CGT, für die Auslagerung verantwortlich. Diese hatten die Sonderschichten abgelehnt, UGT hatte sie dagegen befürwortet.

Seat kritisierte nach spanischen Presseberichten die mangelnde Flexibilität und warnte, künftige Investitionen in das Werk bei Barcelona seien nun in Frage gestellt. In Bratislava baut VW den neuen Geländewagen Touareg, den Polo sowie alle allradgetriebenen Golf-Fahrzeuge.

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