Gewinnprognose DC

Gewinnprognose DC

— 16.07.2002

Schwäbische Rechenspiele

Im Februar reduzierte DaimlerChrysler (DC) seine Gewinnerwartung für 2002. Doch die Geschäfte laufen besser als erwartet. Die Schwaben machen vermutlich vier Milliarden Euro Gewinn.

Deutschlands größter Industriekonzern DaimlerChrysler (DC) wird bei der Vorlage der Quartalszahlen am Donnerstag wohl kaum um eine Erhöhung der eigenen Gewinnprognose herumkommen. Analysten gehen fest davon aus, dass der Konzern seinen im Februar dramatisch reduzierten Ergebnisausblick für 2002 wieder anheben wird. Erwartet wird ein operativer Gewinn von vier Milliarden Euro – mehr als das Dreifache des Vorjahreswerts von rund 1,3 Milliarden Euro. Gegenüber dem Nachrichtendienst Reuters lehnte DaimlerChrysler eine Stellungnahme zu den Spekulationen um eine neue Vorhersage ab. Auch die von Analysten erwartete "Hausmarke" von plus/minus vier Milliarden Euro wollte ein Sprecher nicht kommentieren.

Erst im Februar hatte der Konzern hatte die Märkte mit einer massiven Senkung der Prognose schockiert. Anstatt des erwarteten Gewinns von 5,5 bis 6,5 Milliarden Euro werde in diesem Jahr nur noch mit "deutlich mehr" als 2,6 Milliarden Euro gerechnet, hatte es geheißen." Jetzt sieht die wirtschaftliche Situation freundlicher aus. Die Deutsche Bank sagt sogar ein operatives Ergebnis von 4,2 Milliarden Euro voraus. Die Februar-Prognose des StuttgarterKonzerns sei doch "extrem vorsichtig" gewesen, hieß es.

Motor des zunächst nicht erwarteten Aufschwungs bei DaimlerChrysler ist das zusehends besser laufende US-Geschäft, vor allem die steigenden Ergebnisse der Tochter Chrysler, die noch im vergangenen Jahr Milliardenverluste schrieb und Unsummen für Restrukturierungsmaßnahmen verschlang. Von Reuters befragte Analysten rechnen bei Chrysler im zweiten Quartal im Schnitt mit einem operativen Plus von 257 Millionen Euro nach einem Fehlbetrag von 148 Millionen Euro im Vorquartal. So optimistisch sich die Auto-Experten zumindest in Sachen Chrysler auch zeigten, warnten sie zugleich vor übertriebener Zuversicht. "Die Unsicherheiten in den USA bleiben, die Konjunkturdaten sind noch sehr ambivalent", urteilte Analyst Stefan Greifeneder von der Bayerischen Landesbank. Die Trendwende zeichne sich bisher nur ab, habe sich aber noch nicht endgültig durchgesetzt, fügten andere Experten mahnend hinzu. (Reuters)

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