Glühlampenwechsel

Glühlampenwechsel Glühlampenwechsel

Glühlampenwechsel

— 24.02.2004

Warum ist das bloß so schwer?

Unsere Autos sind mittlerweile elektronische Superhirne. Doch beim simplen Lampenwechsel scheitern viele kläglich. Ein Praxistest.

Frust schon unter der Motorhaube

Die Tage werden wieder länger – endlich! Der Winter liegt (hoffentlich) in den letzten Zügen. Die Scheinwerfer vieler Autos leider auch. Nach mehr als vier Monaten Dauereinsatz kommen uns jetzt viele Einäugige entgegen. Warum nur? Tankstellen und Supermärkte helfen doch gerne mit frischen Birnen aus. Und so schwer kann ein Lampentausch ja wohl nicht sein, oder?

Wir machten die Probe aufs Exempel – bei 34 Autos. Der Frust beginnt schon beim Blick unter die Motorhaube: Wo hat der Konstrukteur nur den Zugang zu den Scheinwerfern versteckt? Ist der endlich gefunden, beginnt meist ein schmerzhafter Weg durch das tückische Labyrinth Motorraum.

Vorbei an messerscharfen Graten, sperrigen Metallträgern und fiesen Steckern. Wer den Scheinwerferdeckel schließlich mit veröltem Ärmel ertastet, stellt oft frustriert fest: Nichts geht mehr, die Sicherungsbügel bewegen sich keinen Millimeter. Zu wenig Platz!

Kostenloser Service? Wer´s glaubt ...

Vor allem bei Ford wird der Werbeslogan zum Stoßgebet: "Besser ankommen!" Trotz detaillierter Anleitung scheitern bei Focus, C-Max und Fiesta alle Versuche. Die Scheinwerfer müssen ganz raus. Schwacher Trost: Ford liefert Bordwerkzeug für die Montage. Vorsicht: Nach dem Aus- und Einbau müssen die Scheinwerfer neu eingestellt werden.

Defekte Glühlampen sollte man deshalb besser gleich in der Werkstatt tauschen lassen. Bei Audi, Renault und Smart sind Motorträger oder Serviceklappen so konstruiert, dass man die Scheinwerfer erahnen, aber nicht erreichen kann. Klarer Fall für die Werkstatt! Und die Kosten? Alle getesteten Händler versprachen einen kostenlosen Tausch. Berechnet werde nur die neue Halogenlampe, so die einhellige Aussage. Aber ob das überall so ist? Wir haben da doch Zweifel ...

Dass man defekte Glühlampen auch problemlos selber wechseln kann, zeigten unsere Stichproben bei BMW, Mercedes, Peugeot und VW: Die getesteten Modelle boten im Motorraum genügend Platz, der Tausch der Lampen war einfach. Besonders VW hat hier offensichtlich aus Fehlern der Vergangenheit gelernt. Musste der Golf IV noch für jeden Lampenwechsel in die Werkstatt, ist man beim Golf V zum simplen Golf-II-Prinzip zurückgekehrt. Diesem guten Beispiel sollten alle Hersteller folgen.

Das sagt der Rechtsanwalt

AUTO BILD-Rechtsexperte Rolf-Peter Rocke "Vorgeschriebene Beleuchtungseinrichtungen müssen an Fahrzeugen, ihren Anhängern sowie an Fahrrädern vorhanden und betriebsbereit sein (§ 23 StVO). Leichter gesagt als getan, setzt doch der Lampenwechsel oft einiges handwerkliches Geschick voraus.

Zudem hat kaum jemand Ersatzlampen an Bord. Eine "blinde" Leuchte kostet nach Bußgeldkatalog zehn Euro. Vorausgesetzt, dem Fahrer kann zumindest Fahrlässigkeit nachgewiesen werden. Dabei ist jeder verpflichtet, vor Fahrtbeginn zu prüfen, dass alle vorgeschriebenen Außenleuchten funktionieren. Wer das nicht tut, fährt volles Risiko.

Er haftet etwa bei einem nächtlichen Unfall, wenn dieser auf das Versagen der Beleuchtung zurückzuführen ist. Außerdem macht er sich möglicherweise strafbar, wenn bei dem Unfall ein Mensch verletzt oder getötet worden ist."

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