GM-Opel-Logo

GM berät über Opel-Verkauf

— 03.11.2009

Daumen hoch für Magna?

In Detroit berät der GM-Verwaltungsrat erneut über den geplanten Verkauf von Opel an Magna. Kommt der Deal zustande, wird Carl-Peter Forster dem neuen Autobauer offenbar nicht vorstehen.

(dpa/cj) In der monatelangen Hängepartie um die Zukunft von Opel steht am Dienstag (3. November 2009) erneut eine Entscheidung an. Der Verwaltungsrat des bisherigen Mutterkonzerns General Motors (GM) kommt in Detroit zusammen, um erneut über den geplanten Verkauf des deutschen Autobauers an den Zulieferer Magna und dessen russische Partner zu beraten. Manager von Opel und Magna sowie der Betriebsrat hatten sich zuletzt zuversichtlich gezeigt, dass das Gremium an seiner Empfehlung vom September festhält, Opel an Magna zu verkaufen. Auch der US-Konzern hatte mehrfach betont, dass an der Entscheidung zugunsten des Zulieferers nicht gerüttelt werde.

Hier geht es zur Geschichte der Adam Opel GmbH

Allerdings schrieb das "Wall Street Journal" in seiner Online-Ausgabe, es sei unklar, ob der GM-Verwaltungsrat angesichts der Bedenken der EU nicht seine Position ändere. Insidern zufolge ist das Gremium gespalten. "Die einen würden Opel gern ganz behalten, die anderen stehen zum vereinbarten Teilverkauf", sagt ein ranghoher GM-Mann. "Und für beides gibt es gute Argumente." In jedem Fall aber seien die Hersteller aufeinander angewiesen: GM brauche Opel wegen der modernen Technologie der Deutschen und deren Zugangs zum europäischen Markt. Opel allein sei wiederum zu klein zum Überleben. Daher will GM bei einer Übernahme durch Magna 35 Prozent an Opel behalten und auch künftig großen Einfluss haben.

Schon im September hatte der GM-Verwaltungsrat eigentlich die klare Empfehlung abgegeben, Opel mehrheitlich an Magna zu verkaufen. Nun befasst er sich aber abermals mit dem Thema, nachdem die EU-Kommission Zweifel an der Entscheidung vom September geäußert hatte. Die Wettbewerbsbehörde verlangt eine schriftliche Klarstellung, dass das Votum für Magna allein aus wirtschaftlicher Überzeugung und nicht auf politischen Druck hin erfolgte. Es wird spekuliert, GM könne den Beschluss überdenken und Opel möglicherweise doch behalten. Magna fordert Staatshilfen von 4,5 Milliarden Euro, die von der EU-Kommission genehmigt werden müssen.

Dem "Wall Street Journal" zufolge haben die Mitglieder des GM-Verwaltungsrates einen Brief des Vorstands um Konzernchef Fritz Henderson erhalten, in dem die Vorzüge eines Verkaufs an Magna betont werden. Zudem werde der Zeitdruck stärker: Magna wolle den Deal neu verhandeln, wenn bis zum 30. November 2009 kein Vertrag unterzeichnet werde. Der Zulieferer argumentiere, jeder Monat Verzögerung koste die Seiten 100 Millionen Dollar, schrieb das Blatt unter Berufung auf eine informierte Person.

Zeitung: Forster nicht NewOpel-Chef

Laut einem anderen Medienbericht kommt Magna Kurz vor dem Kaufabschluss der Opel-Spitzenmann abhanden. Der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Carl-Peter Forster werde nicht die Führung von NewOpel übernehmen, berichtet die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" (Dienstagausgabe) unter Berufung auf Unternehmenskreise. Forster habe Magna informiert, dass er für Opel nicht zur Verfügung stehe. Nun solle Magna-Manager Herbert Demel die Opel-Führung übernehmen. Er war bereits Chef bei Audi und kurzzeitig bei Fiat.

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.