GM-Bilanz für 2012
— 14.02.2013Opel in tiefroten Zahlen
General Motors hat die Jahresbilanz 2012 bekannt gegeben. Das Europageschäft mit Opel und Vauxhall schreibt 700 Millionen Dollar Verlust.
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Allein im Schlussquartal verloren die Amerikaner auf dem schwierigen europäischen Markt rund 700 Millionen Dollar – und damit genauso viel wie im gesamten Jahr 2011. Das dürfte den Druck auf die Arbeitnehmer weiter verstärken, Zugeständnisse bei der Sanierung von Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall zu machen. Immerhin: General Motors verbuchte dank eines gut laufenden Nordamerika-Geschäfts unterm Strich noch einen Gewinn von 4,9 Milliarden Dollar verbuchen. Im Vergleich mit dem Jahr 2011 war das allerdings ein Rückgang um ein Drittel. "Wir haben 2012 ein weiteres solides Jahr mit wachsendem Umsatz und dem dritten Gewinn in Folge hinter uns gebracht", sagte GM-Chef Dan Akerson. In Europa ist die Lage allerdings ernst. Die IG Metall sieht gar Opels Existenz bedroht. Die Werke seien nur zur Hälfte ausgelastet. Nach den Zahlen vom 14. Februar 2013 produzierte GM in Europa 2012 nur 927.000 Fahrzeuge – nach 1,1 Millionen im Vorjahr. Der Absatz ging von 1,22 Millionen auf 1,05 Millionen zurück, der Marktanteil von 8,7 auf 8,5 Prozent. Auch 2013 rechnet Opel nicht mit Rückenwind vom Markt. "Wir erwarten einen leicht schrumpfenden Markt, wollen unseren Anteil aber stabilisieren", sagte ein Sprecher und hob den Januar-Absatz in Deutschland hervor: Zwar sank der Opel-Verkauf abermals um fast sechs Prozent, der Gesamtmarkt schrumpfte aber um 8,6 Prozent – die Rüsselsheimer schlugen sich besser als Peugeot, Citroën, Renault, Fiat oder Ford. Zudem musste GM in Europa im vierten Quartal Wertberichtigungen auf Anlagevermögen wie Gebäude, Maschinen oder Werkzeuge in Höhe von 5,2 Milliarden Euro verbuchen. Opel betonte, dass die Abschreibung nicht kassenwirksam sei und das Barvermögen nicht berühre. "Dies ändert nichts an unserem Ziel, zur Mitte der Dekade wieder die Gewinnschwelle zu erreichen", sagte ein Sprecher der Adam Opel AG in Rüsselsheim und bestätigte, dass das Ergebnis 2013 besser ausfallen wird als im vergangenen Jahr.PSA: Peugeot/Citroën mit Milliardenverlust
Dazu muss Opel die Kosten senken. Seit Monaten verhandeln Management und Arbeitnehmer in Deutschland über ein Sparprogramm. Unter anderem hatte Aufsichtsratschef Steve Girsky gefordert, dass die Mitarbeiter etwa auf Tariferhöhungen verzichten, bis Opel wieder in den schwarzen Zahlen ist. Betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen sind bis 2014 ausgeschlossen, über die Verlängerung bis 2016 wird verhandelt.Auch die enge Kooperation mit PSA Peugeot-Citroën soll helfen, die Kosten in den Griff zu kriegen. Die kriselnden Hersteller legen den Einkauf zusammen und wollen gemeinsam Fahrzeugplattformen entwickeln. Die ersten Autos sollen bis Ende 2016 auf den Markt kommen.
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Kommentare zum Artikel (13)
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Ob es unter der Regie von MAGNA + russichen Investoren besser gelaufen wäre ist reine Spekulation! Es gibt da ja durchaus in der jüngsten Vergangenheit auch Negativbeispiele in anderen Industriebranchen!
Fakt ist: Opel ist für GM extrems wichtig und das Zahlenwerk ist relativ weil nur als GM-Gesamtkonzern ernsthaft zu interpretieren. Die Gründe wurden ja schon ausreichend genannt!
Ein gewisser Anteil ist schon der negativen Berichterstattung anzurechnen. Hier ist allerdings das oft viel zu lange Stillhalten und Nichtdementieren des Managements sicherlich auch mit schuld. Ganz vorn auf der Schuldigenliste sehe ich persönlich aber auch die Gewerkschaft!
Großes Getöse wie ein Elephant im Porzelanladen passt da in meinen Augen treffend!
Das wusste man anno 2009 geschickt zu verhindern. Ein freies "Opel 2.0" wäre langfristig eine zu grosse Gefahr für den Quasi-Staatskonzern VW geworden.
LtLTSmash ist nahe an dem, was man herausfinden kann, wenn man mit Opelanern, die Einblick haben, spricht. Natürlich will keiner zitiert werden. Aber klar ist: das operative Geschäft läuft trotz der Behinderung der Opel-Exporte durch GM (nicht nach Asien und USA, die beiden großen Märkte) besser als bei den meisten anderen. Auch wg der besseren Qualität. Die Opel-Teilbilanz bei GM ist (wie schon früher) mit den von LtLTSmash erwähnten Stellschrauben manipuliert. Die Afa war buchtechnisch nötig. Natürlich zahlen GM Divisions für die fast nur von Opel erbrachten Entwicklungen null Lizenzgebühr. Für kreative Ingenieurleistungen hält man sich ja die Deutschen. Was hätte aus der tollen Marke Opel werden können, wenn Magna+Sberbank mit Händlern und Mitarbeitern den Laden übernommen hätten.
Und zur Entwicklung neuer Fzg: Opel investiert hier nicht, sondern GM. Opel führt dann dafür Lizenzgebühren ab für die gebauten Autos (so weit ich weiß). Ob Buick für die Opel Astras und Insignias, die in China und USA wohl gut laufen, die gleichen Gebühren zahlt, weiß man nicht. Aber hier ergibt sich natürlich eine einfache Stellschraube um den Gewinn zielorientiert über die Marken zu verteilen.
Abschließend möchte ich nur sagen, das es momentan bestimmt nicht rosig aussieht bei Opel und definitiv weitere Maßnahmen erforderlich sind, bin aber überzeugt das 1. Die Zahlen stark übertrieben sind und 2. GM ohne Opel schlechter dastehen würde.
Und zur Entwicklung neuer Fzg: Opel investiert hier nicht, sondern GM. Opel führt dann dafür Lizenzgebühren ab für die gebauten Autos (so weit ich weiß). Ob Buick für die Opel Astras und Insignias, die in China und USA wohl gut laufen, die gleichen Gebühren zahlt, weiß man nicht. Aber hier ergibt sich natürlich eine einfache Stellschraube um den Gewinn zielorientiert über die Marken zu verteilen.
Abschließend möchte ich nur sagen, das es momentan bestimmt nicht rosig aussieht bei Opel und definitiv weitere Maßnahmen erforderlich sind, bin aber überzeugt das 1. Die Zahlen stark übertrieben sind und 2. GM ohne Opel schlechter dastehen würde.