General-Motors-Chefin Mary Barra

GM-Chefin Mary Barra: Detroit Auto Show 2014

— 14.01.2014

GM ab jetzt in Frauenhand

Auf Mary Barra kommt viel Arbeit zu. Die frischgebackene GM-Chefin soll den gerade der Pleite entronnenen Autokonzern zu neuen Erfolgen steuern – und einen Kulturwandel bei General Motors herbeiführen.

(dpa) Es ist nur ein Satz, den Mary Barra bei ihrem ersten Auftritt nach ihrer Berufung zur neuen GM-Chefin über sich selbst sagt. "Ich fühle mich geehrt, hier zu stehen", sagt die bisherige Produktionsleiterin auf der Bühne im Russell Industrial Center, wo sie zur Auto Show in Detroit 2014 den Pick-up-Truck GMC Canyon vorstellt. Den Rest der Zeit spricht sie darüber, wie stolz sie auf ihr Team sei und wie wichtig sie die Kunden nehme. Vor allem aber spricht sie über das neue Auto.

GMC Canyon: Detroit Auto Show 2014

GMC Canyon: Detroit Auto Show 2014
Mary Barra ist ein GM-Urgestein. Sie hat das Autobauen bei General Motors von der Pike auf gelernt. Nun soll ausgerechnet sie den Wandel im Unternehmen vorantreiben. Sie soll dafür sorgen, dass GM nicht mehr in den gleichen Trott zurückfällt, der vor fünf Jahren in die Beinahepleite führte: in eine Mischung aus mittelmäßigen Autos, überbordenden Kosten und Ignoranz gegenüber der Konkurrenz.

Im Dezember hatte Vorgänger Dan Akerson verkündet, aufzuhören. An diesem Mittwoch (15. Januar) ist sein letzter Arbeitstag. Es ist ein Generationenwechsel. Akerson ist 65, Barra 52. Akerson kam aus der IT- und Finanzbranche und stieß erst 2009 bei der Insolvenz zum Konzern. Barra arbeitet bei GM, seitdem sie 18 Jahre alt ist.

Aus Fehlern gelernt

Mary Barras Generation im Unternehmen habe aus den Fehlern der früheren Chefs gelernt, versicherte Akerson jüngst in einem Interview mit dem US-Magazin "Businessweek". "Mary mag seit 30 Jahren hier sein", sagte er. "Aber Mary steht für den Wandel." Unter Barra lernten die Teams in den verschiedenen Ländern und bei den verschiedenen Marken, stärker zusammenzuarbeiten. Heraus kamen bessere Autos, die nach langer Zeit wieder Preise für Design und Qualität abräumten. "Es ist eine aufregende Zeit bei der heutigen GM", sagte Barra bei ihrer Ernennung.

Detroit Auto Show 2014: Tops und Flops

Sie startete als Werksstudentin, machte zunächst ihren Abschluss als Elektroingenieurin und später als Betriebswirtin. Barra arbeitete sich rasch hoch, wird Leiterin des Detroiter Werks Hamtramck und Personalchefin. 2011 übertrug ihr Akerson die Verantwortung für die Entwicklung neuer Autos, später auch für den Einkauf.

Eine der 100 mächtigsten Frauen der Welt

Mary Barra (52) arbeitet seit ihrem 18. Lebensjahr bei GM. Als GM-Chefin sitzt sie auch im Opel-Aufsichtsrat.

Schon vor ihrer Beförderung zur GM-Chefin schaffte es Barra in die "Forbes"-Liste der 100 mächtigsten Frauen der Welt  - und landete mit Platz 35 noch vor Schauspielerin Angelina Jolie und Queen Elizabeth II. Trotz der unterschiedlichen Lebenswege der beiden Chefs sind die Experten des Auto-Marktforschers IHS zuversichtlich, dass der angestoßene Kulturwandel weitergeht - schließlich seien genau jene Manager zusammen mit Barra befördert worden, die am härtesten am Comeback des Konzerns gearbeitet hätten. Das "unterstreiche die Bereitschaft des Unternehmens, den Wandel durchzuziehen".

Einer dieser Tüchtigen ist Dan Ammann. Der bisherige Finanzchef hat die Rückkehr des Konzerns an die Börse organisiert. In seiner neuen Rolle als GM-Präsident wird er nun unter anderem für die wichtigsten Marken Chevrolet und Cadillac verantwortlich sein. Ebenfalls zum engsten Führungszirkel gehört Mark Reuss. Als Nordamerika-Chef sorgte er mit dafür, dass die Verkäufe in der Heimat florieren und Geld in die Kasse spülen. Der groß gewachsene Ingenieur galt selbst als Anwärter auf den Chefposten. Stattdessen übernimmt er nun Barras alte Funktion als Produktionschef. Sie sei "eine gute Freundin, die jetzt auch mein neuer Boss ist".

GM verdient wieder Geld

Barra übernimmt eine General Motors, deren Verkäufe steigen, die seit drei Jahren wieder Geld verdient und jüngst auch den Makel der Staatsbeteiligung abgestreift hat, als die Regierung ihre letzten Anteile verkaufte. Selbst das Langzeit-Sorgenkind Opel ist auf dem Weg der Besserung, die Verluste fielen hier zuletzt. Mit harten Einschnitten wie der Schließung der Fertigung in Bochum will GM bis zur Mitte des Jahrzehnts in Europa wieder Gewinn machen. Barra kennt die Lage: Sie sitzt im Aufsichtsrat der Adam Opel AG .

"Mein Ziel war es", sagte Vorgänger Akerson zur Bekanntgabe seines Abgangs, "aus GM ein Unternehmen zu machen, auf das Amerika wieder stolz sein kann." General Motors sei dabei schon ein gutes Stück weit gekommen. "Ich ich bin sicher, dass das neue Team uns weiterhin in die richtige Richtung führen wird." Ob das tatsächlich stimmt, wird sich schon bald zeigen.

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