GM fährt harten Sparkurs

GM fährt harten Sparkurs GM fährt harten Sparkurs

GM fährt harten Sparkurs

— 22.11.2005

30.000 Jobs weg

General Motors streicht jeden zehnten Arbeitsplatz und hat zwölf Standorte auf der roten Liste. Sparziel: sieben Milliarden Dollar.

GM-Aktie sinkt auf Rekord-Tief

Der weltgrößte Automobilhersteller General Motors (GM) hat den Abbau von 30.000 Stellen in Nordamerika bis 2008 angekündigt. Das sind 5000 Arbeitsplätze mehr als bislang geplant und fast zehn Prozent der Beschäftigten. Der Konzern wird zwölf Standorte in Nordamerika schließen, um Überkapazitäten abzubauen und Kosten zu senken. Betroffen sind unter anderem Fertigungsstätten in den US-Bundesstaaten Georgia, Michigan und Oklahoma sowie Standorte in Kanada.

"Dies sind drastische Schritte, die uns bei der Verbesserung unserer Entwicklung sehr helfen werden", sagte Vorstandschef Rick Wagoner. Er reagiert mit dem Restrukturierungsplan für das Nordamerikageschäft auf Marktanteilsverluste auf dem Heimatmarkt und hohe Verluste in diesem Jahr. Der Druck, das Unternehmen umzubauen, hatte in den vergangenen Monaten stark zugenommen. Die GM-Aktie verlor stark an Wert und notierte so tief wie zuletzt vor 18 Jahren. Mehrere Ratingagenturen senkten die Kreditwürdigkeit empfindlich herab. Sogar Gerüchte um eine mögliche Insolvenz des Konzerns machten die Runde.

Bis Ende 2006 will GM die jährlichen Einsparungen auf sieben Milliarden Dollar (sechs Milliarden Euro) steigern – eine Milliarde Dollar mehr, als der Konzern im Sommer 2005 als Einsparziel angekündigt hatte. Derzeit belaufen sich die jährlichen Kosten auf etwa 41 Milliarden Dollar. Die Entscheidungen seien wegen der Auswirkungen für die Belegschaft schwergefallen, sagte Wagoner. Sie seien aber "notwendig für General Motors, um die Kosten auf eine Ebene mit unseren globalen Wettbewerben zu bringen". Ob dadurch das GM-Nordamerikageschäft 2006 Gewinn einbringt, wollte der Firmenchef nicht sagen.

Milliardenlast durch Delphi-Pleite

Wagoners Plan umfaßt außer Kostensenkungen in Produktion und Vertrieb unter anderem geringere Ausgaben für die Gesundheitsvorsorge der Mitarbeiter. Die Gewerkschaft UAW hatte vor knapp zwei Wochen endgültig Einschnitten in Höhe von einer Milliarde Dollar jährlich bei Gesundheitsleistungen des Konzerns zugestimmt. GM muß die höchsten Krankversicherungsausgaben pro verkauftem Fahrzeug schultern. Die Einigung mit der Gewerkschaft sei "bedeutend", nehme aber noch nicht allen Kostendruck von GM, so Wagoner.

2005 haben sich bei dem Konzern bereits Verluste in Höhe von fast vier Milliarden Dollar angehäuft. Die US-Marken von General Motors wie Buick, Cadillac und Chevrolet verlieren kontinuierlich Marktanteile – mittlerweile stammt nur noch jedes vierte verkaufte Auto in den USA aus den Fabriken des Konzerns. Vor 30 Jahren war es noch beinahe jedes zweite Fahrzeug. Vor allem asiatische Hersteller wie Toyota haben in den vergangenen Jahren gegenüber GM Boden gutgemacht. Sogar die UAW hat anerkannt, daß GM wegen der Entwicklung des Marktanteils seine derzeitige Struktur nicht aufrechterhalten kann.

GM muß wegen der Pleite des Zulieferers Delphi, einer ehemaligen Konzerntochter, voraussichtlich zusätzliche Milliardenbelastungen schultern. Der jetzt verkündete Stellenabbau solle so weit wie möglich durch Nichtbesetzung offener Stellen und Frühpensionierungen erreicht werden.

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