Cadillac CTS

GM: Höchststrafe für Rückrufaktion

— 19.05.2014

35 Millionen Dollar Strafe

General Motors muss für den Skandal um eine tödliche Pannenserie wegen defekter Zündschlösser mit der Höchststrafe büßen: 35 Millionen Dollar.

(rtr/dpa/brü) Die Opel-Mutter General Motors (GM) muss für den Skandal um eine tödliche Pannenserie wegen defekter Zündschlösser mit der Höchststrafe büßen und 35 Millionen Dollar zahlen. Dies ist die Maximalstrafe, die die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA verhängen kann. Der größte Autobauer des Landes stimmte am 16. Mai 2014 zudem einer bislang einmaligen Überwachung durch die Behörden zu. Verkehrsminister Anthony Foxx warf GM Gesetzesbruch und eine Vernachlässigung der Pflichten vor: GM habe den Mangel zu spät gemeldet. Die neue Konzern-Chefin Mary Barra wurde von einer Schuld freigesprochen. Offenbar hätte die Regierung GM aber gerne ein höheres Bußgeld aufgebrummt – sie kündigte umgehend an, die bisherige Höchststrafe auf 300 Millionen Dollar erhöhen zu wollen.

Rund 4200 Opel GT sind in Deutschland betroffen.

GM muss bei seiner Überprüfung von Sicherheitsproblemen auf Anordnung der Verkehrsbehörde "erhebliche und weitreichende” Änderungen vornehmen und außerdem vollen Einblick in die Ergebnisse einer internen Untersuchung des Rückrufs gewähren. Der Konzern erklärte in einer ersten Reaktion lediglich, hart daran zu arbeiten, um in Zukunft Sicherheitsprobleme früher erkennen und besser darauf reagieren zu können. Abhaken kann GM die Affäre noch nicht – auch weil der Kongress, das Justizministerium, die Börsenaufsicht und mehrere Bundesstaaten eigene Ermittlungen aufgenommen haben. Dabei blieb zunächst unklar, welchen Einfluss das Urteil der Verkehrsbehörde auf diese Untersuchungen hat.
Weiterer Rückruf bei GM: Nicht nur das Zündschloss

General Motors ruft wegen der Zündschlösser weltweit 2,6 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten. Bei älteren Modellen, die vor allem in den USA verkauft wurden, kann der Zündschlüssel wegen eines zu schwach ausgelegten Schalters während der Fahrt in die "Aus"-Position springen. Dadurch wird nicht nur der Motor abgeschaltet, sondern auch Airbags, Servolenkung und Bremskraftverstärker. GM führt Unfälle mit 13 Toten auf den Defekt zurück; Verbraucherschützer kommen auf weit höhere Zahlen.

Der Opel-Mutterkonzern muss sich schon seit Monaten den Vorwurf anhören, das Problem ein Jahrzehnt lang ignoriert zu haben. Die ältesten betroffenen Autos sind aus dem Modelljahr 2003. Der Rückruf begann aber erst Anfang des Jahres unter GM-Chefin Barra. Sie will Vertrauen zurückgewinnen und stieß wegen diverser Mängel eine gigantische Rückruf-Aktion an. Weltweit müssen inzwischen 12,8 Millionen Wagen in die Werkstätten, knapp 11,2 Millionen davon in den USA. "Wir haben sehr viel aus diesem Rückruf gelernt", sagte Barra nach Bekanntgabe der Millionenstrafe. Sie hatte unter anderem einen Sicherheitsbeauftragten eingesetzt, die Verantwortlichkeiten in der Produktentwicklung neu verteilt und eine interne Aufklärung der Geschehnisse versprochen.

Die NHTSA hatte bereits eine Strafe von 7000 Dollar pro Tag gegen den Konzern verhängt, weil dieser eine Anfang April abgelaufene Frist für die Beantwortung von Fragen zu den Zündschlössern verstreichen ließ. Dieses Geld komme noch zu den 35 Millionen Dollar hinzu, sagte ein Behördensprecher.

Angehörige von Opfern fordern Schadenersatz

Dennoch dürften die Strafen General Motors' geringste Sorge in finanzieller Hinsicht sein. Unfallopfer und Besitzer betroffener Wagen reichten zahlreiche Klagen ein und verlangen Schadenersatz. Zudem gehen die Reparaturen für die Rückruf-Serie ins Geld: Sie liegen bis dato bei 1,5 Milliarden Dollar. GM musste deswegen im ersten Quartal bereits einen merklichen Gewinnrückgang hinnehmen.

Der Fall Toyota hatte überdies gezeigt, dass es zu einem teuren Nachspiel kommen kann. Die Japaner hatten 2009 und 2010 einen massenhaften Rückruf wegen klemmender Gaspedale und rutschender Fußmatten gestartet. Auch damals warfen die Behörden dem Konzern vor, die Probleme verschleppt zu haben. Toyota zahlte ebenfalls eine Millionenstrafe an die Verkehrssicherheitsbehörde. Mit vier Jahren Verzögerung zog im März aber auch noch die US-Justiz den Hersteller zur Rechenschaft. Toyota musste 1,2 Milliarden Dollar berappen.
Auch deutsche Autos betroffen: Opel GT muss in die Werkstatt

Momentan sind General Motors und die Zulieferer damit beschäftigt, genügend Ersatzteile herbeizuschaffen. Die Produktion der neuen Zündschlösser laufe sieben Tage die Woche in mehreren Schichten, teilte GM ebenfalls am Freitag mit. Bis Oktober sollten genügend Teile vorliegen, um die Mehrzahl der Wagen zu richten. Auch dies wird die Verkehrssicherheitsbehörde überwachen, kündigte die NHTSA an. In Deutschland sind gut 4200 Exemplare des Roadsters Opel GT aus den Modelljahren 2007 bis 2010 betroffen.

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