GM Zentrale in Detroit

GM kehrt an Börse zurück

— 18.11.2010

GM wieder flüssig

Es ist gerade ein Jahr her, da war General Motors mausetot. Jetzt kehrt GM an die Börse zurück. Und verschafft sich neues Kapital. Die Aktien zogen nach der Ausgabe an.

(dpa/sb) Mit einem der größten Börsengänge aller Zeiten hat der US-Autobauer General Motors seine Unabhängigkeit zurückgewonnen. Nur ein gutes Jahr nach der Beinahepleite konnte sich der Konzern aus der staatlichen Obhut lösen. "General Motors Börsengang stellt nicht nur einen großen Meilenstein für eine Kultfirma dar, sondern für die gesamte amerikanische Autoindustrie", sagte Präsident Barack Obama. Die Aktie des Opel-Mutterkonzerns sprang heute (18. November 2010) gleich zu Handelsbeginn in New York um sechs Prozent auf glatte 35 Dollar hoch. "Das ist ein großartiger Tag für jeden, der mit GM verbunden ist", sagte Konzernchef Daniel Akerson. Er läutete im großen Handelssaal an der Wall Street das Comeback des fast pleitegegangenen Autogiganten ein. Vorausgegangenen war eine harte Sanierung. GM hatte im Auftrag seiner Besitzer Stammaktien im Wert von bis zu 18,1 Milliarden Dollar auf den Markt geworfen. Damit hat GM den zweitgrößten Börsengang der USA nach Visa gestemmt.

In Europa werden weiter Stellen gestrichen

Die Investoren rissen sich um die Papiere. GM hatte die Aktien mit 33 Dollar bereits teurer angeboten als ursprünglich geplant. Der Großteil des eingenommenen Geldes von bis zu 23,1 Milliarden Dollar geht an den US-Staat als Mehrheitseigner. Die Regierung hatte GM mit einer Finanzspritze von 49,5 Milliarden Dollar vor dem Untergang bewahrt und den Neustart erst ermöglicht. "Wir werden diese Hilfe nie vergessen", sagte Konzernchef Akerson. "Wir wissen, wo wir standen." Das Comeback ist bemerkenswert: Das Unternehmen ließ die Megaverluste der Vergangenheit hinter sich und gilt heute wieder als einer der aussichtsreichsten Autobauer der Welt. Nur die deutsche Tochter Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall gelten noch als Sorgenkinder, weil die Europäer sich mit Autokäufen zurückhalten. Akerson will das Europageschäft mit den gleichen Mitteln wieder auf Vordermann bringen, die schon in Nordamerika gewirkt haben: Kapazitäten runterfahren, Kosten senken. Im Klartext bedeutet das die Streichung von 8000 Stellen. Bei den Autos vom kleinen Corsa bis zum großen Insignia sieht Akerson dagegen wenig Handlungsbedarf. "Europa ist in guter Verfassung, was die Modellpalette angeht."

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