GM-Zentrale Detroit

GM und Chrysler brauchen mehr Geld

— 16.02.2009

Fass ohne Boden

Am 17. Februar 2009 wollen GM und Chrysler ihre Sanierungspläne vorstellen – und fordern im Vorfeld noch mehr staatliche Hilfen. Unterdessen gibt es weitere Pläne, Opel von GM zu lösen.

Die Unterstützung der US-Regierung für die marode Autoindustrie scheint zum Milliardengrab zu werden. Einen Tag, bevor General Motors (GM) und Chrysler ihre Sanierungspläne bekannt geben sollen, tauchte die Forderung nach weiteren Krediten auf. Zusätzlich fordern die Autozulieferer Hilfen von mindestens 18,5 Milliarden Dollar, weil sie von den Produktionsstopps der großen US-Hersteller betroffen sind. Der Opel-Mutterkonzern GM benötigt laut dem "WallStreet Journal" mindestens fünf Milliarden Dollar mehr, um das erste Quartal zu überleben. Chrysler will trotz der Allianz mit Fiat um weitere drei Milliarden Dollar bitten. Und das, obwohl GM bereits 13,4 Milliarden Dollar und Chrysler vier Milliarden erhalten haben.

Insolvenz als Lösung?

Die US-Regierung will nach Vorlage des Sanierungskonzeptes entscheiden, ob sie weitere Unterstützung gewährt. Allerdings sei unsicher, ob GM das Konzept rechtzeitig vorlegen kann, da notwendige Verhandlungen mit Gewerkschaften am Samstag (14. Februar 2009) wegen Differenzen über die Gesundheitsversorgung von Betriebsrentnern festgefahren seien, berichtete das Blatt. Fließe kein Geld vom Staat, drohe dem größten US-Autobauer trotz der bisher gewährten Kredite die Insolvenz. GM hatte lange Zeit strikt ein Insolvenzverfahren abgelehnt, ziehe diese Option nun immer stärker in Erwägung, hieß es. GM-Chef Rick Wagoner hatte stets gewarnt, Autofahrer würden keine Fahrzeuge eines insolventen Unternehmens kaufen und somit würde ein solcher Schritt das Ende für den Autobauer bedeuten. Die US-Regierung befürchtet, ein Aus eines großen Autoherstellers könnte mehrere hunderttausend Arbeitsplätze vernichten, weil auch Zulieferer betroffen wären. Bisher mussten bereits 40 Zulieferer in den USA Insolvenz anmelden.

Landesbeteiligungen an Opel?

Unterdessen gibt es Pläne, Opel von GM abzuspalten. Die Landesregierungen von Opel-Standorten arbeiten an einem Modell zur Herauslösung der Opel-Werke aus dem Konzern. Wie die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ am Sonntag (15. Februar 2009) vorab unter Berufung auf nordrhein-westfälische Regierungskreise berichtete, spielen bei den Szenarien zur Rettung der Traditionsmarke auch Überlegungen zu Landesbeteiligungen eine wesentliche Rolle. Als Vorbild dafür gelte Volkswagen, an dem Niedersachsen mit 20 Prozent beteiligt ist. GM hatte derartige Pläne bisher kategorisch abgelehnt. Bundeskanzlerin Angela Merkel schloss staatliche Hilfen für Opel erneut nicht aus. Allerdings betonte sie im ZDF, dass zunächst einmal der Mutterkonzern GM seine Pläne vorlegen müsse. Die Bundesregierung werde allerdings darauf achten, dass die Interessen der europäischen Töchter gewahrt blieben und diese ihre Chancen bekämen.

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