GM und Fiat: neue Spekulation

GM und Fiat: neue Spekulation

— 04.06.2002

Pokerspiel um Fiat geht weiter

Auf in die nächste Runde: Übernimmt General Motors Fiat Auto noch vor 2004? GM dementiert, soll sich aber schon vorbereiten.

Der US-Automobilkonzern General Motors (GM) könnte Fiat früher als geplant übernehmen. Dieses Gerücht hält sich hartnäckig in den Medien. Alles nur Spekulation? Die Zeitschrift "Automotive News" hatte unter Berufung auf einen nicht genannten GM-Manager berichtet, der weltgrößte Autokonzern habe Investmentbanken damit beauftragt zu prüfen, ob eine Übernahme der restlichen 80 Prozent von Fiat Auto möglich sei.

Zum Hintergrund: Fiat und GM haben sich im März 2000 über eine 20-prozentige Übernahme der Autosparte des italienischen Konzerns geeinigt. Teil der Übereinkunft war eine so genannte "Put"-Option. Dies ist eine Verkaufs-Option von Fiat, die die Übernahme der restlichen 80 Prozent von Fiat Auto zu einem fairen Marktpreis zwischen Januar 2004 und Juli 2009 erlaubt. Obwohl General Motors dabei ein Vorkaufsrecht hat, behält sich Fiat die Entscheidung vor, zu welchem Zeitpunkt und in welchem Maße (prozentual) weitere Teile des Konzerns zum Verkauf stehen. "Alles geht von Fiat aus und nicht von General Motors", so Fiat-Sprecher Claus Witzeck auf autobild.de-Anfrage.

Fiat weist also die Spekulationen über eine frühere Übernahme zurück. Und GM gibt an, keine entsprechenden Vorbereitungen zurzeit zu treffen. "General Motors hat mit Fiat keine Gespräche über eine Vorziehung der Put-Option geführt. Das liegt in Fiats Händen", so ein GM-Sprecher. Für General Motors arbeiteten immer Investmentbanken, die den weltgrößten Autokonzern beraten. Das sei absolut normal. Und an den Gerüchten also nichts dran?

Fakt ist: Der italienische Industriekonzern Fiat steckt in einer schweren Krise. Viele Probleme sind hausgemacht: Durch zu viele Zukäufe und zu geringe Gewinne wurde der Schuldenberg des Konzerns (6,6 Milliarden Euro) immer weiter aufgehäuft. Entscheidender Grund für das Dilemma sei der Führungsstil des Familienunternehmens, werfen Branchenanalysten dem Unternehmen vor. Entscheidungen würden nicht nach wirtschaftlicher Logik gefällt, sondern nach oft nicht nachzuvollziehenden Zielen der Gründer-Dynastie Agnelli. Unklare Strategien und ein teures Festhalten an verlustreichen Geschäftsfeldern waren in der Vergangenheit die Folge. Und der Auslöser für die Krise. Der größte Verlustbringer im Konzern ist die Autosparte (operatives Minus im ersten Quartal 2002: 429 Millionen Euro). (autobild.de/Reuters)

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