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GM vertagt Entscheidung

— 22.08.2009

Kein Ende im Opel-Poker

Die Hängepartie um die Zukunft von Opel geht weiter: In seiner mit Spannung erwarteten Sitzung konnte sich der GM-Verwaltungsrat nicht auf einen der beiden Bieter Magna oder RHJI festlegen.

(dpa/jkt) Die Zukunft von Opel bleibt weiter unklar. Der Verwaltungsrat des einstigen Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM) konnte sich am Freitagabend in seiner mit Spannung erwarteten Sitzung nicht auf einen Bieter festlegen. Das Gremium habe zwar über die Zukunftsoptionen für den Rüsselsheimer Autobauer beraten, sagte eine Sprecherin, doch man sah sich nicht in der Lage, eine Entscheidung zu fällen. "Es sind einfach noch zu viele Fragen offen." Der Bieterwettstreit zwischen dem Autozulieferer Magna und dem belgischen Finanzinvestor RHJI geht damit in die nächste Runde. In deutschen Regierungskreisen wurde die Verzögerung bedauert. Laut Deutscher Presse Agentur (dpa) werden die Gespräche mit GM Anfang nächster Woche fortgesetzt.

Im Detail: Die Übernahmekonzepte von Magna und RHJI

Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg bleibt in Sachen Opel-Rettung weiter skeptisch.

Politik und Opel-Beschäftigte hatten auf ein klares Votum des Ex-Opel-Mutterkonzerns im Bieterkampf zwischen dem österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna und dem belgischen Finanzinvestor RHJI gehofft. Die erneute Verzögerung sei "bedauerlich", hieß es in den Kreisen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder mit Opel-Werken hatten sich massiv für Magna eingesetzt. GM hatte vor der Sitzung des Verwaltungsrats aus Deutschland zusätzliche Informationen angefordert und erhalten, zu welchen Bedingungen beim Magna-Angebot die staatlichen Kredite von 4,5 Milliarden Euro fließen können. Bund und Länder hatten GM angeboten, dass Deutschland den staatlichen Kredit von 4,5 Milliarden Euro zunächst allein vorstreckt, falls Magna zum Zuge kommt. Später will die Regierung dann mit den anderen europäischen Ländern mit Opel-Standorten über die Lastenverteilung verhandeln.

Nächste Woche tagt die Opel-Treuhand

Der angeschlagene Autoriese aus Detroit hat aber nicht das letzte Wort beim Opel-Verkauf. Ein von GM bevorzugter Bieter muss von der Opel-Treuhand bestätigt werden, in der Bund, Länder und GM sitzen. Die Treuhand bereitet sich nach dpa-Informationen auf eine Sitzung in der kommenden Woche vor. Magna will zusammen mit russischen Partnern 55 Prozent an der neuen Opel-Gesellschaft (New Opel) übernehmen. GM würde 35 Prozent behalten, 10 Prozent die Opel-Beschäftigten. Der traditionsreiche Rüsselsheimer Autobauer beschäftigt in Deutschland rund 25 000 Mitarbeiter.

Minister bleibt skeptisch

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wies unabhängig von einem GM-Votum auf die schwierige Zukunft eines neuen Opel-Unternehmens hin. Mit einer Loslösung von GM sei Opel längst nicht gerettet. "Ob man dauerhaft von Rettung sprechen kann, wird sich erst in Wochen und Monaten erweisen", sagte Guttenberg. Die Opposition im Bundestag kritisierte die Verhandlungsführung von Merkel und Guttenberg. Mit der frühen und einseitigen Festlegung auf Magna sei die deutsche Position gegenüber GM ohne Not geschwächt worden.

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